\“Rhein-Neckar-Zeitung\“(Heidelberg)über gelockerte Gentechnik-Regeln in der EU

Gentechnisch veränderte Lebensmittel lösen hierzulande oft große Besorgnis aus. Denn in der Regel ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ersichtlich, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt und wie stark tatsächlich in das Genom der Pflanzen eingegriffen wurde. Deshalb ist es richtig,dass die EU bei der Gentechnik künftig stärker differenziert. Gerade bei jenen Sorten, die auch ganz klassisch durch Kreuzung und Auslese hätten entstehen können, sind die Risiken gering. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels dringend auf Nutzpflanzen angewiesen,die besser gegen Hitze, Wassermangel und Schädlinge gewappnet sind. Eine längere Haltbarkeit kann zudem dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Höchst problematisch ist hingegen, dass die Regeln auch Patente auf gentechnisch verändertes Saatgut erlauben. Hier habensich offensichtlich die Lobbyisten der Großkonzerne durchgesetzt. Wer das nötige Kapital besitzt, um Patente in großem Stil anzukaufen, kann kleinere Unternehmen aus dem Markt drängen und die Landwirte in eine langfristige Abhängigkeit zwingen. Die EU legt damit die Ernährungssicherheit auf dem Kontinent in die falschen Hände.
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Posted by on 17. Juni 2026.
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