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Rezension: „Tonspur – Wie ich die Welt von gestern verließ“ – Olaf Hintze und Susanne Krones

Inhalt:

Was Freiheit ist, begreift man erst dann, wenn sie einem fehlt. Olaf Hintze hat während seiner Jugend in der DDR gespürt, was ihm dort gefehlt hat. Und er hatte den Mut, sein Land zu verlassen. Damals war er 25 und die Flucht aus der DDR noch immer mit Lebensgefahr verbunden. Niemand konnte absehen, dass wenige Wochen später die Berliner Mauer fallen würde, nach und nach brüchig gemacht von Menschen wie ihm. Seine Geschichte zeigt, welche Träume im Sommer 1989 auf den vollen Campingplätzen in Ungarn, in den überfüllten bundesdeutschen Botschaften und in den Aufnahmelagern in der Bundesrepublik geträumt wurden, wie Popmusik innerdeutsche Geschichte gemacht hat und wie ein einziges Buch die Kraft hatte, ein ganzes Leben zu verändern. Jugendbuch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, e.V., Juni 2014

Rezension:

In dem Buch Tonspur beschreibt die Autorin und Lektorin die Flucht von Olaf Hintze aus der DDR kurze Zeit vor dem Mauerfall, und auch die Zeit danach wird sehr eindringlich beschrieben. Wie Olaf Hintze sich auf die Flucht vorbereitete, aber auch wie er sich in der DDR bevormundet gefühlt hat.

Es wird geschildert, wie er sein Studium nicht machen konnte da man dachte, dass er nicht staatskonform sei, da er nicht in der SED Mitglied war. Und so wurde sein Entschluss mehr oder weniger von dem Regime vorgegeben.

Auch beschreibt Frau Krones, wie es um die Literatur in der DDR gestellt war. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man teilweise Bücher abgeschrieben hat, damit man etwas von seinem Autor des Herzens lesen konnte. So wurde z.B. auf der Buchmesse in Leipzig sehr viel von „Westliteratur“ abgeschrieben, da man sich nicht sicher sein konnte, ob das Buch später im Buchhandel vorhanden wäre.

Bei der Musik, war es teilweise so, dass bestimmte Pressungen von den Beatles oder anderen Bands einfach Lieder von der Platte genommen wurden. Alles was dem Regime nicht gepasst hat, wurde rigoros zensiert.

Vor allem die Musik hat ihm immer wieder Halt gegeben, so dass jedes Kapitel des Buches einen Song als Aufhänger hat, der ihn an die Zeiten von damals erinnert.

Alles in allem, ist es ein Buch was gut zu lesen ist, mich aber immer wieder nachdenklich gemacht hat, da man einen Einblick in das Leben eines Bürgers des „anderen“ Deutschenlands erhält, der immer alles ein wenig hinterfragt hat.

Für mich war es teilweise sehr beklemmend, mit welchen Ängsten die Menschen auch kurz vor dem Mauerfall, zu kämpfen hatten. Sie hatten Angst um ihr Leben und begaben sich trotzdem auf die Flucht über die Grenze zwischen Ungarn und Österreich.

Ich weiß nicht ob ich den Mut gehabt hätte.

Es ist einfach ein Buch der Deutsch/Deutschen Geschichte, die man nicht vergessen sollte. Vieles wird durch Bilder aufgelockert. Immer wieder gibt es kleine Rückblicke, die einem ein besseres Verständnis geben, über das was in ihm alles vorging.

Ich würde sagen es ist ein wichtiges Stück Literatur über die Zeit vor dem Mauerfall und danach.

Auch finde ich, dass es für Jugendliche aber auch Erwachsene ein wichtiges Buch ist, damit unsere eigene Geschichte nicht vergessen wird – mit allen Höhen und Tiefen.

Posted by on 22. November 2017.

Categories: Bilder, Vermischtes

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