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\“Rabiat: Die Selbstoptimierer\“ am Montag, 14.10., 22:45 Uhr im Ersten – im Presseservice Das Erste verfügbar (FOTO)

 


Die Kontrolle und Steigerung möglichst aller Körperfunktionen mit
Fitnessarmbändern, drillartigem Training oder auch Selbstmedikation –
ein Riesentrend. Das Ziel: die Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers
und Geistes zu optimieren – teilweise mit drastischen Mitteln. In der
Radio Bremen-Reportage \“Rabiat: Die Selbstoptimierer\“ besucht der
Y-Kollektiv- und Rabiat-Autor Alexander Tieg Bio-Hacker,
Extrem-Sportler und Powerjobber und probiert aus, wie es sich
anfühlt, sich selbst zu optimieren. Der Auftakt der dritten Staffel
des jungen Reportageformats von Radio Bremen im Ersten wird für den
Autor zu einem echten Kraftakt.

Es ist kurz nach acht an einem Montagmorgen, Andreas Breitfeld
liegt in einer Gefriertruhe mit vier Grad kaltem Wasser, er atmet
schwer, schnauft. \“Im ersten Moment kickt es dich total und danach
wird eigentlich alles so ein bisschen angenehmer\“, sagt er. Zwei
Minuten bibbert Breitfeld im Eiswasser, persönliche Herausforderung
auf seinem Weg zur Selbstoptimierung. Denn wenn der Morgen so brutal
beginne, meint Breitfeld, könne der Rest des Tages ja nur besser
werden.

Der Wunsch nach Optimierung hat längst nicht mehr nur mit Sport zu
tun. Die Verbesserung des eigenen Körpers, tausendfach auch geliked
und geteilt im Netz, Abbilder von Schönheit und Fitness, haben neue
Ideale geschaffen. Und noch nie war es so einfach, mit Spritze und
Skalpell nachzuhelfen. Oder Gehirn und Körper via Selbstmedikation
bis an die Grenze der Legalität fit zu machen für Top-Performance.
Andreas Breitfeld ist Bio-Hacker: Er misst und kontrolliert nahezu
alle Körperfunktionen und diese Werte beeinflussen, was er isst, wann
er ruht und wie viel Sport sein Körper verträgt. Es geht um: mehr
Energie im Alltag, ein höheres Fitnesslevel und mentale Stärke.

Für Gleichgesinnte betreibt er ein Bio-Hacking-Labor in München,
eine Mischung aus Fitness- und Reha-Studio. Seine Kunden:
überambitionierte Junge und alternde Macher. \“Wir bemessen uns nach:
weiter, höher und schneller\“, sagt Breitfeld, dies führe teilweise zu
einer übersteigerten Leistungserwartung.

Die Optimierung des eigenen Ichs ist kein neuer Trend einiger
weniger, der Wunsch nach maximaler Leistungsfähigkeit findet sich
längst in allen Berufs- und Altersgruppen. In einer repräsentativen
Studie des Münchner Marktforschungsinstituts Kantar TNS im Auftrag
des Bundesverbands Gesundheitsstudios Deutschland, des Deutschen
Fitness und Aerobic Verbands und des Deutschen Industrieverbands für
Fitness und Gesundheit äußerten im Jahr 2016 bereits 97 Prozent der
Frauen und 90 Prozent der Männer den Wunsch, ihre Körper verbessern
zu wollen. Hauptsache mithalten, Hauptsache: nicht abgehängt werden.
Doch woher kommt diese Sehnsucht, schöner und schneller sein zu
müssen, höher und weiter kommen zu wollen? Und überhaupt: Wieviel
Ehrgeiz und Disziplin sind notwendig, um die eigene Leistung messbar
zu steigern?

Für die Radio Bremen-Reportage \“Rabiat: Die Selbstoptimierer\“ geht
auch Autor Alexander Tieg an die eigene Leistungsgrenze, unterstützt
durch seinen ehemaligen Jugendtrainer. Vor mehr als 15 Jahren
trainierte dieser den Reporter schon einmal, als Jugendlicher im
Radsport: jede Woche ungezählte Kilometer auf dem Rennrad, gemeinsame
Rennwochenenden von März bis September. Nun arbeiten sie wieder an
der Leistungssteigerung des Reporters: Was ist mit acht Wochen
Training möglich? Und wie entbehrungsreich ist der Alltag, wenn alles
der eigenen Optimierung untergeordnet wird? \“Das Gefühl fürs Training
wird schon wiederkommen\“, sagt Helmar Gröbel nach dem ersten
Leistungstest und verordnet mindestens vier Trainingseinheiten pro
Woche: Laufen und Radfahren für die Ausdauer, Gewichttraining für die
Beinkraft.

Autor Alexander Tieg wird zum Selbstoptimierer und trifft andere,
die ebenfalls das Optimum erreichen wollen. In Hamburg trainiert er
mit Silvia Nordmann, sie sagt: \“Für meine Ziele bin ich bereit,
unheimlich hart zu arbeiten.\“ Die Steuerprüferin ist gerade zwei
Runden um die Außeralster gejoggt, 15 Kilometer noch vor der Arbeit.
\“Jedes Mal geht es einen Tick besser\“, sagt sie: \“Und das ist ein
gutes Gefühl.\“ Ihr Ziel: Im kommenden Jahr will die 63-Jährige einen
100-Kilometer-Lauf absolvieren. Dafür trainiert sie bis zu 15 Stunden
pro Woche, zusätzlich zu ihrem Vollzeitjob.

Doch wie schädlich kann ein übersteigerter Selbstanspruch
letztlich auch sein? Was passiert, wenn der Druck so immens wird,
dass der eigene Ehrgeiz und unbedingte Leistungswille krank machen?

Stabliste:
Buch/Regie: Alexander Tieg
Kamera: Andy Lehmann, Jörg Reiniger
Schnitt: Manuel Weingärtner
Ton: Boris Joens, Sylvia Aschenbrenner
Produktionsleitung: Michael Kappler
Producer: Manuel Möglich, Christian Tipke
Redaktion: Michaela Herold (Radio Bremen)
Leitung: Thomas von Bötticher (Radio Bremen)

Eine Produktion der Sendefähig GmbH im Auftrag von Radio Bremen
für Das Erste © 2019

Rabiat – das junge Reportageformat von Radio Bremen

Das Reportageformat \“Rabiat\“ im Ersten gibt jungen Reporterinnen
und Reportern die Möglichkeit, ihre Geschichte für ein großes
Fernsehpublikum zu erzählen. Die Autorinnen und Autoren
veröffentlichen ihre Reportagen seit drei Jahren als \“Y-Kollektiv\“
für funk, das Contentnetzwerk von ARD und ZDF. Sie sind preisgekrönt,
nominiert, auffällig. Journalistinnen und Journalisten mit Haltung
und Tiefgang im On, die auch mal voll in die Kamera sprechen, gehören
zum Konzept. Der Fokus richtet sich auf die teilnehmende Beobachtung,
das Kennenlernen, das Erleben. In drei neuen Reportagen, die ab dem
14. Oktober montags im Ersten laufen, sind sie ganz nah dran: Die
Macherinnen und Macher stoßen Zuschauerinnen und Zuschauern mit ihrer
subjektiven Erzählweise auch mal vor den Kopf. Sie bauen Klischees in
den Filmen auf, um sie postwendend zu brechen. Neue Sichtweisen
sollen sich eröffnen. Die Filme wollen, sollen, ja sie müssen
polarisieren, denn das macht gute Geschichten aus. Die weiteren
Folgen der Rabiat-Staffel (jeweils um 22.45 Uhr im Ersten):

– 21. Oktober: Rabiat: Auf der Jagd
– 28. Oktober: Rabiat: Klima retten? Ohne mich!

\“Rabiat: Die Selbstoptimierer\“ steht für akkreditierte
Pressevertreterinnen und -vertreter im Vorführraum des Presseservice
Das Erste (https://presse.daserste.de/) zur Ansicht bereit.

Die Fotos sind unter ARD Foto (http://www.ard-foto.de/) abrufbar.

Pressekontakt:
Radio Bremen
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Diepenau 10
28195 Bremen
0421-246.41050
presse.pr@radiobremen.de
www.radiobremen.de

Original-Content von: Radio Bremen, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 11. Oktober 2019.

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Categories: Bilder, Medien & Unterhaltung

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