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Pressegespräch am 30.03.2026:Über 11 Jahre Inklusion im Altenpflegeheim

 

Pforzheim, 30.03.2026

Die Freundlichkeit der Menschen, die dort wohnen und arbeiten\“– das ist es, was Joshi Ebert an seinem Arbeitsplatz am meisten schätzt. Seit über elf Jahren besetzt der 33-Jährige einen inklusiven Arbeitsplatz im Altenpflegeheim Remchingen – und ist dort zu einem festen und geschätzten Teil des Teams geworden. Dass das so ist, zeigt: Inklusion im Arbeitsleben gelingt, wenn Leistungsvermögen und Arbeitsplatz gut zueinander passen – und wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Vielfältige Aufgaben im Alltag

Im Arbeitsalltag unterstützt Ebert vor allem in der Großküche und im Bereich der sozialen Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner. Er bringt Essenswagen auf die Wohnbereiche, bedient die Industriespülmaschine und hilft mit, Arbeitsflächen und Böden sauber zu halten. Außerdem bereitet er Räume für Gruppenangebote vor, holt Bewohner*innen zu Veranstaltungen und bringt sie wieder zurück – etwa zu Gymnastik, Kegeln oder Singgruppen.

„Ich schätze an Joshi besonders seine offene Art, wie schnell er mit Menschen in Kontakt kommt und in Gespräche involviert ist“, sagt Mareike Ebel, Verwaltungsleiterin des Altenpflegeheims Remchingen. „Ein wichtiger Faktor für das Gelingen des Arbeitsverhältnisses ist, dass Joshi in jedem Bereich seine ‚Bezugspersonen‘ hat und wir so als Team gemeinsam Inklusion leben.“

Für Ebert selbst steht vor allem das Miteinander im Vordergrund: „Das Team und die Gemeinschaft sind hier super. Miteinander und mit jedem klarkommen ist mir wichtig. Ich kommuniziere mit allen – das gefällt mir. Seit ich hier arbeite, habe ich immer jemanden, mit dem ich mal reden kann“, sagt Ebert.

Viele Partner– ein Ziel

Das Beispiel zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedener Unterstützungsangebote ist. Vermittelt wurde Ebert über eine berufsvorbereitende Einrichtung (BVE). Zu Beginn des Arbeitsverhältnisses im Jahr 2014 wurde das Altenpflegeheim Remchingen durch einen Eingliederungszuschuss (EGZ) des Jobcenters Mühlacker unterstützt. Aktuell fördern die Eingliederungshilfe des Enzkreises und das Integrations- und Inklusionsamt das Arbeitsverhältnis finanziell, der Integrationsfachdienst (IFD) begleitet die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. So greifen verschiedene Bausteine ineinander – mit dem Ziel, eine stabile, langfristigeBeschäftigung zu ermöglichen.

Für das Altenpflegeheim ist Inklusion nicht nur ein abstrakter Begriff, sondern Teil des Selbstverständnisses. „Inklusion ist uns wichtig, da wir eine soziale Verantwortung für schwächere Personen haben, die eine wertvolle Arbeit leisten. Uns ist es wichtig, dass diese Personen dazugehören“, betont Ebel.

Arbeitgeber wie das Altenpflegeheim Remchingen zeigen, dass Menschen mit Behinderung einen konkreten Mehrwert bringen– fachlich wie menschlich, und damit zu einem echten Gewinn für jeden Betrieb werden.

Vom gelungenen Beispiel zur Arbeitgeber-Informationsveranstaltung

Genau diese Frage, wie Betriebe inklusive Beschäftigung in der Praxis umsetzen können, steht auch im Mittelpunkt einer Arbeitgeber-Informationsveranstaltung am 13. April 2026 im Enzkreis.

Unter dem Titel„Menschen mit Behinderung beschäftigen – Chancen für Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmerinnen\“berichten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber aus der Region von ihren Erfahrungen. Als besonderer Gast nimmt Nora Welsch, Landesbehindertenbeauftragte Baden-Württemberg, teil. Im Fokus stehen weitere Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen sowie die Frage, wie Betriebe konkret vorgehen können – von der ersten Idee bis zur langfristig stabilen Beschäftigung.

Die Veranstaltung wird von einem breiten Kooperationsnetzwerk aus Stadt Pforzheim, Enzkreis, Agentur für Arbeit, Einheitlicher Ansprechstelle für Arbeitgeber und weiteren Partnern getragen. Sie bildet den Auftakt einer Reihe von Arbeitgeber-Informationsveranstaltungen im Enzkreis. Ziel ist es, Arbeitgebern kompakte Informationen, gute Beispiele aus der Praxis und direkte Ansprechpartner fürihre eigenen Fragen zur Verfügung zu stellen. Damit ergänzt die Reihe konkrete Beispiele wie das Arbeitsverhältnis von Joshi E. um einen strategischen Blick darauf, wie Inklusion im Arbeitsleben dauerhaft gelingen kann.

Beratung für interessierte Arbeitgeber

Arbeitgeber, die selbstüberlegen, schwerbehinderte Menschen auszubilden, einzustellen oder bestehende Arbeitsverhältnisse zu sichern, können sich unabhängig und kostenfrei von der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber (EAA) beraten lassen. Die EAA unterstützt Unternehmen als trägerunabhängige Lotsin bei Fragen rund um Ausbildung, Einstellung, Berufsbegleitung und Beschäftigungssicherung von schwerbehinderten Menschen und hilft auch bei der Abstimmung mit den zuständigen Leistungsträgern.

Für den Enzkreis und die Stadt Pforzheim ist die EAA Nordschwarzwald zuständig – auch Beratung vor Ort im Betrieb ist möglich:

Posted by on 30. März 2026.

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Categories: Allgemein

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