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NOZ: NOZ: Deutschland verfehlt EU-Grenzwerte beim Ammoniak-Ausstoß deutlich

Deutschland verfehlt EU-Grenzwerte beim
Ammoniak-Ausstoß deutlich

662.000 Tonnen im Jahr 2016 – Hauptquelle ist Landwirtschaft –
Habeck fordert Gegenmaßnahmen

Osnabrück. Nach dem Nitrat-Urteil droht Deutschland bereits der
nächste Umweltärger mit der EU-Kommission. Wie die \“Neue Osnabrücker
Zeitung\“ (Samstag) berichtet, gelangt hierzulande deutlich zu viel
schädliches Ammoniak in die Umwelt. Das Blatt beruft sich dabei auf
eine Antwort des Bundesagrarministeriums auf Anfrage der
FDP-Fraktion. Demnach lag der errechnete Ausstoß 2016 bei 662000
Tonnen. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte: \“Deutschland hat
Maßnahmen zur Reduzierung der Ammoniakemission angekündigt, die
jedoch bisher nicht zu einem Rückgang der gemeldeten Gesamtemissionen
geführt haben.\“

2015 lagen die Emissionen bei 670.000 Tonnen und damit 38 Prozent
über dem Grenzwert. Die Europäische Umweltagentur wertet laut
Kommission derzeit die 2016er-Werte genauer aus. Fest steht aber
bereits, dass Deutschland neben vier anderen EU-Staaten erneut zu
viel Ammoniak ausgestoßen hat. Gelingt es nicht, die Emissionen zu
senken, könnte der Bundesrepublik ein Vertragsverletzungsverfahren
drohen. Auf Nachfrage bei der Kommission hieß es dazu laut \“NOZ\“ nur:
\“Wir spekulieren nicht.\“

Nach Angaben Bundesregierung stammt das Ammoniak zu etwa 95
Prozent aus der Landwirtschaft. Es gelangt über die Stallluft oder
über Gülle und Gärreste in die Umwelt und gefährdet hier Ökosysteme.
Der Bundestag hatte kürzlich eine Verordnung erlassen, die eine
Senkung von 29 Prozent im Vergleich zum Wert von 2005 vorschreibt,
nach jetzigem Stand also auf unter 444.000 Tonnen. FDP-Abgeordneter
Karlheinz Busen sagte: \“Die Vorgaben werden viele ehrbare Landwirte
ruinieren.\“

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sprach
unterdessen von einer \“großen, aber auch notwendigen Aufgabe\“. Die
Bundesregierung müsse zügig Gegenmaßnahmen umsetzen. \“Am Ende zeigt
uns auch dieses Problem, dass wir nicht darum herum komme werden, uns
die Frage zu stellen, in welchem Umfang Tierhaltung in Deutschland
möglich ist, ohne die Umwelt über Gebühr zu belasten\“, sagte der
Bundesvorsitzende der Grünen. Udo Hemmerling, Vize-Generalsekretär
des Bauernverbandes, warnte: \“Es muss vermieden werden, dass die
vorgesehenen Reduktionsziele den Strukturwandel in der Landwirtschaft
beschleunigen und zur Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland
führen.\“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 30. Juni 2018.

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Categories: Vermischtes

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