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neues deutschland: Kommentar zum Verhältnis Lateinamerikas zu Venezuela LIMA auf Distanz

Mag es auch den Anschein haben, als sei sich die
ganze Welt, vor allem Amerika, völlig darin einig, Venezuelas
Präsidenten Maduro zu stürzen – Zweifel sind dahingehend angebracht.
Das von den globalen Medien mit großer Wucht vermittelte Bild einer
Sache und die Wirklichkeit können zwei verschiedene Dinge sein. Man
kennt das aus der jüngeren Geschichte von der Kampagne um Aleppo.
Durchaus nicht alle Staaten in Lateinamerika stehen auf der Seite von
Großinquisitor Trump und seinen Hilfswilligen in der EU. Denke man
nur an Bolivien, Ecuador, Kuba und Nikaragua, die selbst im
Fadenkreuz US-amerikanischer Regime-Change-Strategien standen oder
stehen. Auch die die meisten Staaten des Kontinents umfassende
LIMA-Gruppe möchte sich offenbar nicht aktiv am Niederwalzen des
venezolanischen Systems beteiligen. Mexiko und das LIMA-Nichtmitglied
Uruguay drängen im Gegenteil auf eine neue Vermittlungsinitiative –
das alles, obwohl sie Maduros Regierungsstil zum Teil deutlich
ablehnen. Aber eine militärische Intervention, wie sie die USA
absichtsvoll nicht ausschließen, lehnen sie klar ab. Auch wenn
rechtskonservativ gewendete Staaten wie Argentinien oder Brasilien
keine Invasion fürchten: Das neue Putschmodell, welches Washington
gerade in Caracas erprobt, beunruhigt auch Lateinamerikas bürgerliche
Regierungen, garantiert ihnen doch niemand, dass es nach
erfolgreichem Testlauf in Venezuela bei »Fehlverhalten« demnächst
nicht auch sie heimsucht.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 31. Januar 2019.

Tags:

Categories: Politik & Gesellschaft

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