\“nd.DieWoche\“: Zu teuer, zu ungewiss – Kommentar zur Abstimmung im Ruhrgebiet für eine deutsche Olympia-Bewerbung

Der Traum von Olympischen Spielen in Deutschland, so falsch ist er nicht. Sportgroßveranstaltungen bereiten Millionen von Menschen Freude, sie haben das Potenzial, die lokale Infrastruktur merklich zu verbessern, und auch das Argument, dass sich demokratische Staaten für solche Ereignisse bewerben sollten, damit sie nicht ständig in Diktaturen stattfinden, ist nicht vonder Hand zu weisen.
Trotzdem gibt es gute Gründe, die aktuellen Olympia-Bestrebungen aus Deutschland abzulehnen: Sie sind zu teuer und intransparent. 50 Millionen Euro geben die vier Bewerber alleine in dieser ersten Phase für Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit aus. Dabei könnte man auf den innerdeutschen Wettbewerb verzichten.
Der Deutsche Olympische Sportbund und die Bundesregierung, die die finale Bewerberstadt massiv finanziell unterstützen werden, hätten sich auf eine Bewerberstadt einigen sollen. Sie hätten dafür die Kriterien des Internationalen Olympischen Komitees und die Frage, wo ein Infrastrukturausbau am nötigsten ist, zur Grundlage nehmen sollen. Dabei wäre wohl eine sinnvolle Bewerbung herausgekommen.Den drei Bewerbern, die bald schon im nationalen Vergleich ausscheiden, wären so geplatzte Träume und Millionenkosten erspart geblieben.
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