\“nd.DerTag\“: Spätkapitalistische Kanzlerideen – Kommentar zum Vorstoßvon Friedrich Merz gegen die telefonische Krankschreibung

Nur etwa ein Prozent der jährlichen Krankschreibungen erfolgen telefonisch? Egal. Wenn die Arztpraxen nicht schlagartig leer werden und sich nicht endlich alle krank zur Arbeit schleppen, dann gibt es bald noch mal ein richtiges Donnerwetter. Diese Jammerlappen! Mit dem bisschen Stress kommen sie nicht klar, Überstunden sind ihnen zu viel? Wie soll man da Gewinne machen, wenn die Arbeitskräfte sogar aktiv keine Lust haben? Wie als Kanzler Freude am eigenen Tun empfinden? Nein, es war auch nicht daran gedacht, etwas an den Rahmenbedingungen zu schrauben. Überhaupt nicht.
Begeistertes Nicken kommt von Unternehmerverbänden. Man kann die Beschäftigten weiter belasten, der Arbeitsschutz muss auch nicht verbessert werden. Kinderbetreuung für Familien, wozu das denn? Das schafft die Oma auch, wenn sie schon nicht mehr malochen will.
Richtig gute Ideen gibt es auch international: Kein Geld an den ersten drei Krankheitstagen. So viel Bewegung bei den Sozialversicherungen hatten wir seit Bismarck nicht mehr in Deutschland. Wäre doch gelacht. Und deshalb kommt das mit der Krankschreibung in zwei Wochen auf Wiedervorlage.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche,übermittelt durch news aktuell
Categories: Allgemein
No Responses Yet
You must be logged in to post a comment.