\“nd.DerTag\“: Restrisiko – Kommentar zu den Castor-Transporten durch Nordrhein-Westfalen

Seit 1998 haben sich allerdings nicht nur die Zahlenverhältnisse verändert, unter denen die Transporte stattfinden, sondern auch die politischen Rahmenbedingungen. Demonstrant*innen, die sich an Schienen ketteten, sich draufsetzten oder sie unterhöhlten, waren damals die größte Gefahr. Ihre Ziele: Die Transporte verzögern und die Kostenhochtreiben.
Heute sind die Gefahren andere. Eine Drohne die zur fliegenden Bombe aufgerüstet ist, ist für einige Tausend Euro zu haben. Für staatliche Akteure oder Terrorist*innen, die ein Interesse daran haben, Deutschland zu destabilisieren, wären die Castor-Transporte ein attraktives Ziel. Ein von Atomkraftgegner*innen beauftragtes Gutachten geht davon aus, dass die Castoren von Drohnen angegriffen werden können und dies schwerwiegende Folgen für ein betroffenes Gebiet hätte.
Selbst ein harmloseres Szenario, bei dem Drohnen den Transport nurüberfliegen und eventuell zur Umkehr zwingen, hätte erhebliche Auswirkungen. Mehr als 50 Transporte sollen noch folgen. Das Restrisiko eines Angriffs oder Unfalls fährt stets mit. Sinn ergibt das alles nicht: Der Atommüll könnte in einem neuen Zwischenlager in Jülich ebenso sicherstehen wie in Ahaus. Die Kosten dafür sind geringer als die Risiken beim Transport.
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