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„Nachtcafé: Was einen nicht loslässt“ / Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Prof. Michael Buback, dessen Vater von der RAF ermordet wurde (FOTO)

Traumatische Erlebnisse, ein ungeklärtes Verbrechen oder die Frage
nach dem „Warum?“ – es gibt viele Dinge, die zwar Vergangenheit sein
mögen, uns aber doch ein Leben lang beschäftigen. Dabei prägen sie
unser Verhalten, unsere Beziehungen und unser Leben. Warum lassen uns
manche Dinge einfach nicht los? Wann ist der richtige Zeitpunkt,
loszulassen? Und was braucht es, damit uns das gelingt? Darüber
spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „Nachtcafé: Was
einen nicht loslässt“ am Freitag, 2. Juni, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Nicht selten bleibt ein Trauma lange unentdeckt. Unterbewusste
Ängste können urplötzlich mit voller Kraft zu Tage treten. Einige
Menschen quälen sich bewusst mit Vergangenem und der Frage nach dem
„Warum?“. Anderen hingegen gelingt es, ihr „Päckchen“ ganz offensiv
anzugehen, zu verarbeiten und endlich loszulassen.

Die Gäste im „Nachtcafé“:

Prof. Michael Buback kämpft seit Jahren für die Aufklärung des
Mordes an seinem Vater Vor 40 Jahren wurde Generalbundesanwalt
Siegfried Buback von der RAF ermordet. 30 Jahre lang hielt sein Sohn,
Prof. Dr. Michael Buback, den Fall für bestmöglich aufgeklärt – bis
ihm Zweifel kamen. Seitdem kämpft er um Gewissheit. „Ich kann nicht
mehr aufhören, das würde mir als Niederlage ausgelegt. Ich muss
weitermachen!“

Saskia Jungnikl konnte den Suizid ihres Vaters erst nach vielen
Jahren verarbeiten Ein Anruf ihrer Mutter zog Saskia Jungnikl von
einer Sekunde auf die andere den Boden unter den Füßen weg. Dass ihr
Vater sich das Leben genommen haben sollte – unvorstellbar. Sie
fühlte sich ohnmächtig: „Ich hatte das Gefühl, dass sich vor mir ein
Berg auftürmt an Dingen, die ich nicht bewältigen kann“. Mittlerweile
hat sie jedoch gelernt loszulassen und ihrem Vater zu verzeihen.

Agatha Spirig erfuhr erst mit 44 Jahren, dass sie ein
„Kuckuckskind“ ist „Meine Ungewissheit ist mir in die Wiege gelegt“
sagt Agatha Spirig, die schon früh das Gefühl hatte, dass etwas mit
ihr nicht stimmte. Doch erst mit Mitte 40 fand sie den Grund für ihre
fortwährende Identitätskrise heraus: Sie ist ein „Kuckuckskind“. Was
sich zunächst wie eine befreiende Gewissheit anfühlte, lässt die
Schweizerin trotzdem bis heute nicht los.

Markus Diegmann verdrängte über Jahrzehnte den sexuellen
Missbrauch in seiner Kindheit Auch bei Markus Diegmann brach erst
spät auf, was jahrzehntelang unter der Oberfläche verborgen lag.
Lange verdrängte er den sexuellen Missbrauch, den er als Kind
erfahren musste: „Ich habe mein Leben lang nur funktioniert und
wollte nicht zur Ruhe kommen, damit die Gedanken nicht kommen
können.“ Doch 2013 holten ihn seine Erinnerungen ein, mit voller
Wucht und dramatischen Folgen.

Ursula Nuber beschäftigt sich als Psychologin mit traumatischen
Erinnerungen Warum es gerade die traumatischen Erinnerungen sind, die
uns oft ein Leben lang nicht loslassen und wie man das Loslassen
lernen kann – mit diesen Fragen beschäftigt sich die Psychologin
Ursula Nuber. Sie sagt: „Für die seelische Gesundheit ist es wichtig,
zu irgendeinem Zeitpunkt einen Abschluss zu finden – im Sinne von
Akzeptanz, nicht im Sinne von Vergessen.“

„Nachtcafé: Was einen nicht loslässt“ am Freitag, 2. Juni 2017, 22
Uhr im SWR Fernsehen

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Sarah Dierks, Tel. 0711 929
13606 Fotos über www.ARD-Foto.de Pressekontakt: Grit Krüger, Tel.
07221 929 22285, grit.krueger@SWR.de

Original-Content von: SWR – S?dwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 31. Mai 2017.

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Categories: Bilder, Vermischtes

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