Nachfolge aus den eigenen Reihen

Der heute 30-Jährige kannte den Betrieb bereits aus eigener Erfahrung. Über Jahre hinweg hatte er dort gearbeitet und sich mit Abläufen, Team und Kundenstamm vertraut gemacht. Diese enge Einbindung erwies sich als wichtiger Erfolgsfaktor für die Übernahme. „Ich wollte nicht bei null anfangen,sondern auf einem bestehenden Betrieb aufbauen und ihn weiterentwickeln“, sagt Miah. Mit der Übernahme erfüllte er sich zugleich den Wunsch, mehr Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen umzusetzen.
Seit dem offiziellenÜbergang am 1. Juli 2023 hat Miah den Betrieb konsequent weiterentwickelt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung: Prozesse im Büro und auf der Baustelle wurden strukturiert und zunehmend digital organisiert. Parallel dazu richtet sich das Unternehmen technisch stärker auf Zukunftsthemen aus – etwa mit energieeffizienten Heizsystemen wie Wärmepumpen und modernen Hybridlösungen. Auch das Team wurde erweitert und die betriebliche Organisation weiter geschärft.
Intensive Vorbereitung auf dieÜbernahme
Vor dem erfolgreichen Start stand jedoch eine intensive Vorbereitung. Businessplan, betriebswirtschaftliche Kennzahlen sowie rechtliche und organisatorische Fragen wurden frühzeitig geklärt. Dabei wurde Miah von der Handwerkskammer Freiburg begleitet.
„Gerade bei einer Betriebsübernahme im Handwerk geht es um viele wirtschaftliche, rechtliche und organisatorische Aspekte. Eine strukturierte Vorbereitung ist deshalb entscheidend für den Erfolg“, betont Denise Pigorsch, Betriebsberaterin der Handwerkskammer Freiburg. „Wir unterstützen Übernehmerinnen und Übernehmer im gesamten Prozess – von der ersten Idee über Businessplan und Wirtschaftlichkeitsprüfung bis hin zu Verträgen, Formalitäten und dem Start in die Selbstständigkeit.“
Das Beispiel von Sohel Miah zeigt, welches Potenzial in derÜbernahme eines bestehenden Betriebs liegt. „Erfolgreiche Nachfolgen wie diese sind ein starkes Signal für das Handwerk“, sagt Kammerpräsident Christof Burger. „Wer einen Betrieb übernimmt, sichert nicht nur ein Unternehmen, sondern auch Arbeitsplätze, Know-how und Perspektiven in der Region.“
Solche Erfolgsgeschichten sind ein wichtiger Bestandteil des landesweiten Projekts„Next Generation Handwerk“, das gezielt für die Betriebsnachfolge im Handwerk sensibilisiert und potenzielle Übernehmerinnen und Übernehmer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt.
Hinweis: Das Projekt„Next Generation Handwerk“ wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg im Rahmen der Kampagne „Nachfolge BW“ gefördert und läuft bis Ende 2026.
Weitere Informationen: www.hwk-freiburg.de/next-generation-handwerk/ und www.nachfolge-im-handwerk.de
Die Handwerkskammer Freiburg ist Dienstleister und Ansprechpartner für fast 16.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten und rund 6.500 Auszubildenden in den Landkreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach sowie dem Stadtkreis Freiburg. Die Mitgliedsbetriebe in Südbaden generierten im Jahr 2023 einen Umsatz von mehr als10 Milliarden Euro.
Neben den staatlichen Pflichtaufgaben in Ausbildung, Prüfungswesen und Handwerksrolle übernimmt die Handwerkskammer Freiburg zahlreiche weitere Aufgaben. Sie unterhält moderne Beratungs- und Bildungszentren, in denen sie ihren Mitgliedern ein breites Spektrum an Service bietet: berufliche Bildungsangebote, Nachwuchswerbung,Rechtsberatung sowie Beratung in den Bereichen „Betriebswirtschaft“, „Betriebsübergabe und – übernahme“, „Innovation“, „Umwelt“, „Außenwirtschaft“, „Fachkräftesicherung“, „Organisationsentwicklung“ und „Digitalisierung“. Daneben unterstützt sie Existenzgründer und fördert das Handwerk vor Ort.
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