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Michael Oehme über geringere Anteilnahme beim Terror gegen Muslime

 

St.Gallen, 29.03.2019. „Im Fall des Anschlags im neuseeländischen Christchurch ist es doch recht erstaunlich, wie ruhig es in den deutschen Medien und unter deutschen Politikern war. Große Solidaritätsbekundungen blieben aus und am nächsten Tag beschäftigten sich die Mainstream-Medien lieber wieder mit dem Brexit und einen Polittalk gab es auch nicht“, kritisiert Kommunikationsexperte Michael Oehme. „Als unser Innenminister Horst Seehofer die fragwürdige Aussage tätigte, der Islam gehöre nicht zu Deutschland – meinte er genau das? Fünf Millionen Muslime leben in Deutschland. Und Muslime in arabischen Ländern, aber auch hierzulande fragen sich absolut zurecht: Wie groß wäre der Aufschrei gewesen, wäre der Täter muslimisch und die Opfer christlich gewesen? Die Headlines der reißerischen Boulevardmedien kann man sich leicht ausmalen. In diesem Fall stände wieder der gesamte Islam in der Kritik. Aber was macht man nun mit dem Fall Christchurch, wer wird bei einem weißen Mann verantwortlich gemacht? “, fragt sich Oehme. „Dann werden wieder Begriffe wie Einzeltäter oder Psychopath verwendet. Auch müssen sich weiße Männer vermutlich nicht demnächst sorgen, am Flughafen stärker kontrolliert zu werden.“

„Ein weiterer Kritikpunkt hinsichtlich der Berichterstattung ist, dass manche Medien den Täter nicht als Terroristen bezeichnet haben. Muss Terrorismus eine bestimmte Religion haben? Der Terror gegen Muslime nimmt zu und das sollte man auch in der internationalen Politik und in den Medien kommunizieren. Ich frage mich ernsthaft, wo die Solidarität geblieben ist“, betont Michael Oehme außerdem.

Der Kommunikationsexperte Michael Oehme macht außerdem auf eine interessante US-Studie des Social Science Research Network aufmerksam: Demnach berichten US-amerikanische Medien wesentlich häufiger über muslimische Terroristen, als über rechtsextremen Terror – und das, obwohl tatsächlich wesentlich mehr Rechtsextremisten Straftaten begehen. Laut Studie werden über muslimische Attentäter 449 Prozent häufiger berichten, als über nicht muslimische. „In Deutschland gibt es dazu zwar noch keine Studie, ähnliche Ergebnisse sind aber zu erwarten. Auch hier kommt es jährlich zu hunderten islamfeindlichen Taten. Schlussendlich ist doch nur relevant, dass der Terror keine Religion kennt und immer falsch und grausam ist. Doch Medien und die Politiker sollten sich ihrer Verantwortung und ihrem Auftrag bewusst sein und Antisemitismus nicht noch künstlich befeuern“, so Michael Oehme abschließend.

Posted by on 29. März 2019.

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Categories: Bilder, Politik & Gesellschaft

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