MDR-Reihe„exactly“zum Thema:„Konsum-Boom trotz Verbot: Drogenpolitik gescheitert?“

„Ich glaube, dass es keinen Laden gibt, der ohne Drogen funktionieren würde”, sagt Patrick Drebenstedt, Betreiber des Technoclubs MAW Magdeburg. Zwar kontrollieren sie am Einlass, aber der Konsum lasse sich natürlich nicht verhindern. „Und wir als Clubbetreiber müssen dafür sorgen, wenn die [Konsumenten, d. Red.] das schon machen, dass sie auch die Möglichkeit haben, sich zu informieren oder sich zurückzuziehen.” Deswegen bietet er im MAW immer wieder Workshops an – zu Safer Use oder Erste Hilfe zum Beispiel.
Was Patrick Drebenstedt sich für seinen Club vergeblich wünscht, ist in Thüringen möglich: Professionelles Drug Checking, direkt am Club, in zwei Wohnmobilen des Jenaer Start-Ups „miraculix“ und der Suchthilfe in Thüringen. Partygäste bringen ihre Substanz dorthin und erfahren genau, wie hoch sie dosiert ist, ob womöglich gefährliche Streckstoffe enthalten sind. „Auf jeder Party sind MDMA-Pillen unterwegs und eigentlich weiß niemand, wie viel da drin ist”, erklärt Felix Blei von „miraculix“. Das Angebot wird vom Land Thüringen finanziert, im Ernstfall kann ihre Arbeit Leben retten. Reporter Daniel Tautz hat legales LSD aus dem Internet zum Testen mitgebracht.
Portugal fährt dagegen eine ganz andere Strategie. 2001 hat das Land alle Drogen entkriminalisiert. Heißt konkret: Man kann sie zwar nicht legal kaufen und besitzen; wird man aber mit Substanzen erwischt, folgt kein Strafprozess, sondern ein Reflektionsgespräch bei einer Kommission. „Wir setzenauf Hilfe statt Strafe”, sagt Nuno Capaz von der Einrichtung in Lissabon. „Die Menschen haben nicht auf dem Schirm, dass ein Großteil der Konsumenten kein Problem mit der Nutzung illegaler Drogen haben.” Und allen anderen werde Hilfe an die Hand gegeben. Ein mögliches Vorbild für eine andere Drogenpolitik in Deutschland?
Wie es in Deutschland aktuell um den Konsum von Partydrogen steht und wie Staat, Clubbetreiber und Feierndeüber eine liberalere Drogenpolitik denken, zeigt „exactly“ am 24. Juni ab 18.00 Uhr in der ARD Mediathek sowie um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.
Pressekontakt:
MDR-Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt, Presse- undÖffentlichkeitsarbeit, Thomas Ahrens, Tel. (0391) 5 39 21 21
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