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Management von Dürren in Tadschikistan

 

Dürre ist für Tadschikistan nichts Neues. Im Einzugsgebiet des zentralasiatischen Pyanj-Flusses treten alle drei bis vier Jahre mittelschwere Dürren auf, die die Ernteerträge um 20 % schmälern. Um die Auswirkungen der Dürre zu bekämpfen, haben Tractebel Experten im Bereich Nachhaltige Wassernutzung und Landentwicklung einen Dürremanagementplan erstellt, der die Risiken und Abhilfemaßnahmen aufzeigt, die für eine rechtzeitige Hilfe bei einer Dürre notwendig sind. Erstmals in Tadschikistan haben Tractebel Experten dabei ein Geografisches Informationssystem (GIS) auf Ebene des Flusseinzugsgebiets eingesetzt – ein wichtiges Instrument zur Überwachung und Bewertung der Entwicklung des Wassersektors und der Anlagen im Pyanj-Becken.

1. Dürreüberwachung und -warnung
Rechtzeitige Warnungen vor dem Einsetzen einer Dürre sind eine wichtige Voraussetzung für ein effektives Management. Eine Warnung kann einen entscheidenden Zeitvorsprung verschaffen, um Schritte zur Abmilderung der Auswirkungen zu unternehmen. Zu den möglichen Maßnahmen gehören die entsprechende Auswahl von Nutzpflanzen und Pflanzentscheidungen, die eine geringere Verfügbarkeit von Wasser zur Bewässerung berücksichtigen, die Festlegung von Prioritäten bei der Wassernutzung zur Erhöhung der Effizienz sowie die Planung von Hilfsmaßnahmen, um die Menschen in den von der Dürre betroffenen Gebieten zu unterstützen.

2. Verbesserung der Wassernutzungseffizienz
In Teilen des Pyanj-Beckens, in denen Dürren zu erwarten sind, ist es wichtig, dass Wasser effizient genutzt wird: Dazu zählt die Rationierung von Wasser und Sicherstellung, dass die Landwirte die ihnen zugeteilten Mengen einhalten.

3. Prioritätensetzung bei der Wassernutzung
Bei einer Dürre ist es entscheidend, die effektivste Aufteilung des verfügbaren Wassers für konkurrierende Nutzungen zu bestimmen und den Wasserverbrauch streng zu kontrollieren. Die höchste Priorität für knappes Wasser gilt dabei der Versorgung von Haushalten, denn der Schutz der Bevölkerung muss Vorrang vor der landwirtschaftlichen Produktion haben.

4. Zugang zu zusätzlichen Ressourcen
Der Ausbau der Wasserversorgung ist entscheidend. Dies kann durch die Erschließung zusätzlicher Quellen wie Grundwasser, den Einsatz mobiler Pumpeinheiten zur Wasserentnahme aus Seen, Flüssen und Bächen, die nicht regelmäßig für die Wasserversorgung genutzt werden, und den Einsatz von temporären Fördersystemen zum Transport von Wasser aus Regionen, in denen es reichlich vorhanden ist, erreicht werden.

Hilfe und Erholung nach der Dürre

In der Erholungsphase liegt der Schwerpunkt vor allem auf dem Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Aktivität und der Sicherstellung, dass die Wasserversorgungssysteme vollständig wiederhergestellt und effizient sind. Neben der Wasserversorgung der betroffenen Gemeinden ist oft auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe erforderlich. Daher ist bei schweren Dürren eine umfassende Unterstützung der Gemeinden erforderlich. Da eine Dürre auch erhebliche längerfristige Gesundheitsprobleme verursachen kann, ist möglicherweise auch eine zusätzliche medizinische Versorgung notwendig, um die Auswirkungen längerer Mangelernährung, die Ausbreitung von Infektionen durch unsauberes Wasser und andere Gesundheitsprobleme zu überwinden.

Impulsgeber für Tadschikistans Reformprogramm im Wassersektor

Tractebel wurde von der Asiatischen Entwicklungsbank ausgewählt und zusammen mit fünf anderen internationalen Unternehmen in die engere Wahl gezogen. Das Projekt, das im Mai 2017 begann und voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen sein wird, unterstützt die Regierung von Tadschikistan in drei Schlüsselbereichen:

– Wichtige Reformen im Wassersektor
– Erstellung eines Entwicklungsplans für das größte Flusseinzugsgebiet des Landes (Fläche 114.500 km2, Bevölkerung über 1,75 Millionen)
– Bildung einer gemeinsamen Kommission, einer Organisation und eines Rats für das Pyanj-Einzugsgebiet für eine effektive gemeinsame Bewirtschaftung durch Tadschikistan und Afghanistan basierend auf den Prinzipien des Integrierten Wasserressourcen-Managements (IWRM)

Die mit dem nationalen Programm zur Reform des Wassersektors 2016–2025 abgestimmten Hauptwirkungsbereiche des Projekts sind die Erhöhung der Ernährungssicherheit und die Effizienz der Wasserressourcennutzung bis 2021. In Absprache mit den beteiligten Stellen sind die folgenden Schlüsselmaßnahmen des Dürremanagementplans geplant:

– Optimierung der Institutionen im gesamten Einzugsgebiet zur Umsetzung des IWRM-Prozesses
– Bereitstellung einer gerechten und zuverlässigen Versorgung mit Bewässerungswasser und einer entsprechenden Abflussinfrastruktur
– Verbesserte Wasserdienstleistungen und sanitäre Infrastruktur
– Verbesserter Schutz vor wasserbedingten Katastrophen
– Schutz nachhaltiger Ökosysteme

Zitat
\“Der Wassermanagementplan für das Einzugsgebiet des Pyanj zielt darauf ab, den wirtschaftlichen und sozialen Nutzen auf gerechte Weise zu maximieren und die Nachhaltigkeit der lebenswichtigen Ökosysteme zu gewährleisten. Unser Team ist stolz darauf, durch die Konzeption eines langfristigen Dürremanagementplans Teil dieser wichtigen Initiative zu sein. Wir hoffen, dass dieser einen erheblichen positiven Einfluss auf die Region hat und anderen als Vorbild für das Dürremanagement dienen wird.\“, Plamen Bozakov, Projektleiter, Nachhaltige Entwicklung von Wasser- und Landressourcen –Tractebel Deutschland

Posted by on 29. Juni 2021.

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Categories: Bilder, Energie & Umwelt

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