Literaturfest Meißen – Ein Wochenende voller Geschichten, Begegnungen und ein Förderpreis zum Abschluss

Nach drei Tagen und 263 Lesungen zieht Veranstalter Daniel Bahrmann eine positive Bilanz:»Es ist so schön, die Stadt voller Leute mit Büchern unterm Arm zu erleben. An jeder Ecke wird geblättert, gelesen und gelauscht. Auch bei wechselhaftem Wetter konnten alle Lesungen wie geplant stattfinden, dank Pavillons und gut vorbereiteten Ausweichorten und unserem flexiblen Aufbauteam.«
Zahlen, die für sich sprechen
Vom 12. bis 14. Juni 2026 verwandelte sich Meißen unter dem Motto »Lesen und lesen lassen« zum 17. Mal in Deutschlands größtes eintrittsfreies Open-Air-Lesefest. Von 263 Programmpunkten waren genau 115 Autor*innenlesungen mit 58 Autorinnen und 57 Autoren – insgesamt 242 Mitwirkende. 51 Lesungen richteten sich gezielt an Kinder und Jugendliche. Neben den fünf Hauptbühnen (Marktplatz, Heinrichsplatz, Theaterplatz, Interkulturelle Bühne an der Roten Schule und Tuchmachertor) waren 48 weitere Leseorte der Programmpartner dabei – insgesamt 54 Orte, an denen gleichzeitig gelesen wurde.
Höhepunkte, die im Gedächtnis bleiben
Bei so vielen Veranstaltungen ist es schwer, einzelne Momente herauszugreifen – aber einige haben uns besonders beeindruckt. Ein bewegender Abend im historischen Ratssaal: Irina Scherbakowa sprach mit dem Publikumüber aktuelle Entwicklungen in Osteuropa – ernst, stark und schön zugleich. Frank Goldammer stellte auf der Lesebühne auf dem Marktplatz im Sonnenschein mit\“Die Bestie von Dresden\“, Kriminalrat Gustav Hellers dritten Fall im Dresden von 1883 vor. Während die Lesung mit Lukas Rietzschel, des wohl wichtigsten jungen ostdeutschen Autors, mit seinem neuen Roman\“Sanditz\“über ein Dorf in der Lausitz ein Regen-Asyl im historische Ratssaal fand. Auf der Krimibühne am Theaterplatz sorgten Romy Fölck, Maren Schwarz, Peter Grandl und weitere für Spannung und Gänsehaut. Am Heinrichsplatz verwandelte sich der Markt der unabhängigen Verlage wieder in einenTreffpunkt der Literaturszene, mit Ständen und Lesungen von 13 Verlagen aus Mitteldeutschland, Berlin und Bayern – am Sonntag ergänzt durch den Katapult Verlag.
Für die ganze Familie gab es auf der Kinderbühne am Tuchmachertor ein umfangreiches Programm: Autorinnen und Autoren lasen aus ihren eigenen Büchern, Kinder aus der Triebischtalschule, dem Landesgymnasium Sankt Afra und einer Weinböhlaer Kita trauten sich selbst auf die Bühne. Ein besonderes Jubiläum feierten die Meißner Pfadfinder: Mit zehn Lesungen begingen sie ihr 25-jähriges Bestehen in ihrem neuen Baumhaus in der Weinberggasse.
Abschluss mit Höhepunkt: Literaturfest-Förderpreis
Den krönenden Abschluss des Literaturfests bildete auch in diesem Jahr wieder die Verleihung des Literaturfest-Preises. Seit 2019 haben wir dank der großzügigen Förderung des Rotary Clubs Meißen die Möglichkeit, als Höhepunkt jedes Festes einen Preis zu verleihen. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro wird auf zwei Bücher aufgeteilt, die uns während der Vorbereitungen besonders angesprochen haben. In diesem Jahr wurden Anna Zepnick für ihren Lyrikband »rabensingen« (Poetenladen Leipzig) und Nils Müller für sein poetisches Prosawerk »Zwei Hand breit oderDie Mutter des Malers, ruhend« (Edition Kronzeugen) ausgezeichnet. Der Preis steht im Zeichen der Nachwuchs- und Talentförderung: Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Werke der beiden.
Unser Fazit: Ein Fest für alle Sinne
Das 17. Literaturfest Meißen war wieder ein echtes Fest für alle Sinne – voller Geschichten, Begegnungen und Überraschungen, und das trotz wechselhaftem Wetter dank Pavillons, gut vorbereiteter Ausweichorte und unseres flexiblen Aufbauteams. Wir danken allen Autor*innen, Künstler*innen, Helfer*innen, Sponsor*innen und natürlich dem Publikum für das tolle Miteinander. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und darauf, Meißen erneut in eine große Bühne für die Literatur zu verwandeln!
Das nächste Literaturfest Meißen findet vom 11. bis 13. Juni 2027 statt.
literaturfest-meissen.de
Categories: Allgemein
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