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Leopold Museum: 2020 bringt Hundertwasser, Schiele und Meisterwerke von Monet bis Van Gogh

 

Bilanz 2019: Große Erfolge mit Wien 1900 und Expressionismus

Im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz präsentierte Leopold Museum-Direktor
Hans-Peter Wipplinger die beeindruckende Bilanz des Jahres 2019. Mit rund
420.000 prognostizierten BesucherInnen wird das zweiterfolgreichste Jahr in der
Geschichte des Hauses erwartet.

An die großen Erfolge im Wiener Moderne-Jahr 2018 – mit Ausstellungen u.a. zu
Gustav Klimt, Egon Schiele und Madame d\’\’\’\’Ora, sowie der erstmaligen Präsentation
der Heidi Horten Collection – nahtlos anknüpfend, setzte Hans-Peter Wipplinger
2019 mit Wien 1900. Aufbruch in die Moderne neue Maßstäbe. Die umfassendste je
gezeigte Präsentation der Kunst im Wien zur Zeit der Jahrhundertwende zeigt auf
drei Ebenen anhand von mehr als 1.300 Objekten aus Malerei, Grafik und
Kunstgewerbe einen singulären Einblick in die enorme Fülle und Vielfalt
künstlerischer wie geistiger Errungenschaften dieser Ära. Der Katalog zur
Ausstellung, mit 560 Seiten und 1.300 Abbildungen ein Opus Magnum, ist ab sofort
erhältlich.

Darüber hinaus zeigte das Leopold Museum 2019 umfassende Retrospektiven zu Oskar
Kokoschka, Olga Wisinger-Florian und Edmund Kalb und setzte in der zweiten
Jahreshälfte einen Expressionismus-Schwerpunkt: Die aktuell laufende Ausstellung
zu Richard Gerstl, dessen Werke erstmals in einen Dialog mit internationalen
KünstlerInnen der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst treten und die
Schau Deutscher Expressionismus mit einem Querschnitts durch die Sammlungen
Braglia und Johenning veranschaulichen die radikale Kunstströmung in all ihrer
Vielfalt.

Neue Ausstellungen 2020

Hundertwasser – Schiele

In das Ausstellungsjahr 2020 startet das Leopold Museum mit einer Kooperation
mit der Hundertwasser gemeinnützigen Privatstiftung Wien und stellt erstmals das
Oeuvre von Friedensreich Hundertwasser mit ausgewählten Arbeiten des von ihm
verehrten Expressionisten Egon Schiele gegenüber. 20 Jahre nach Hundertwassers
Tod widmet das Leopold Museum den beiden ikonischen Künstlern diese rund 170
Exponate umfassende, dialogisch angelegte Schau. In Paris propagierte
Hundertwasser gegenüber seinen Künstlerkollegen Schieles Kunst, 1965 betitelte
er ein Werk mit Der Nasenbohrer und die Beweinung Egon Schieles. Bis zu seinem
Lebensende umgab sich Hundertwasser in seinen Wohn- und Arbeitsräumen in Venedig
und Neuseeland mit Reproduktionen des von ihm sehr geschätzten Künstlerkollegen.
Im Rahmen der Ausstellung wird der Künstler, Kunsttheoretiker und
Hundertwasser-Weggefährte Bazon Brock mit StudentInnen der Wiener Akademie der
bildenden Künste die 1959 in einer performativen Malaktion geschaffene,
unendliche \“Linie von Hamburg\“ im Leopold Museum neu inszenieren und
weiterführen.

Universalkünstler Pirchan

Emil Pirchan, dem Pionier des expressionistischen Bühnenbildes, fantasiereichen
Plakatgestalter und erfolgreichen Werbegrafiker, widmet das Leopold Museum eine
große Gesamtschau. Der u.a. auch als Kostümbildner, Designer, Buchillustrator,
Autor und Lehrer tätige Künstler wirkte in Berlin, Prag und Wien. Um 1930 schuf
er den Entwurf zu einem maschinell wirkenden Theatergebäude für Südamerika. Die
Stufenbühne – ein unter dem Begriff \“Jessnersche Treppe\“ bekannt gewordener
Meilenstein der modernen Bühnenbildgestaltung – wäre ohne Pirchans Mitwirkung
nicht denkbar gewesen. Die Hinterlassenschaft Pirchans wurde erst vor wenigen
Jahren von einem Dachboden zurück an das Tageslicht geholt. Nach der Ausstellung
im Museum Folkwang in Essen zeigt das Leopold Museum als erste österreichische
Institution den universellen Ausnahmekünstler.

Inspiration Beethoven

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven widmet das Leopold Museum dem
Musikergenie die Ausstellung Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern
aus Wien 1900. Beethovens VI. Symphonie, die Pastorale, inspirierte 1889/99 den
Wiener Jugendstilmaler und Klimt-Kollegen Josef Maria Auchentaller zu einem
monumentalen Bildprogramm für das Musikzimmer der Villa seines Schwiegervaters,
des Silberschmuckfabrikanten Georg Adam Scheid. Das Ensemble stellt die erste
künstlerisch-bildnerische Umsetzung aller Sätze einer Symphonie Beethovens dar.
Der Zyklus wird erstmals in Österreich rekonstruiert und die Geschichte dieses
Gesamtkunstwerks als Fokus-Ausstellung beleuchtet. Ein facettenreicher Dialog
mit Werken von Gustav Klimt, Carl Moll, Alfred Roller etc. zeigt
schlaglichtartig, wie Beethoven in der bildenden Kunst der Jahrhundertwende zur
Inspirationsquelle und zum vielfältigen Bezugspunkt einer um Erneuerung und
Anerkennung ringenden Wiener Moderne wurde.

Monet, van Gogh, Cézanne, Gauguin

Im Herbst 2020 präsentiert das Leopold Museum erstmals die Sammlung Bührle in
Wien. Der in Zürich lebende Industrielle deutscher Herkunft, Emil Bührle, trug
vor allem in den 1950er-Jahren eine hochbedeutende Kunstsammlung zusammen. Im
Mittelpunkt der Ausstellung steht der französische Impressionismus mit
herausragenden Werken von Manet, Degas, Renoir, Monet, van Gogh und Cézanne. Der
erfolgreiche Unternehmer und Eigentümer der Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon sah
sich mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit Vorwürfen des Waffenexports
konfrontiert, da er auf Veranlassung der Schweizer Regierung Geschütze nach
Deutschland geliefert hatte. 13 bei ihm festgestellte Raubkunst-Bilder aus
Frankreich restituierte er und kaufte sie teilweise zurück. Nach dem Tod des
Sammlers gründete die Familie 1960 eine Stiftung, die in Zürich einen Teil der
Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich machte. Ende 2021 wird das neue Domizil
dieses Sammlungsteils der neue Erweiterungsbau im Kunsthaus Zürich. Die
Ausstellung im Leopold Museum präsentiert rund 100 Exponate aus der Sammlung
Emil Bührle, darunter Meisterwerke von Paul Cézanne, Vincent van Gogh oder
Claude Monet.

The Body Electric

Die Ausstellung The Body Electric. Erwin Osen – Egon Schiele basiert auf einer
Gruppe kürzlich wiederentdeckter Zeichnungen von Erwin Osen. Diese entstanden im
Auftrag von Stefan Jellinek, einem bis 1939 in Wien tätigen Mediziner, der
während des Ersten Weltkriegs den Einsatz von Elektrizität zur Behandlung
posttraumatischer Belastungsstörungen erforschte. Die bisher unbekannten
Zeichnungen Osens, der Mitunterzeichner des Neukunstmanifests, Weggefährte und
Modell Egon Schieles war, erweitern und bereichern unser Verständnis der Wiener
Moderne und ihrer Kunstpraxis, die eng mit der Kultur der klinischen Medizin
verwoben war. In Wien um 1900 geriet der Körper als Manifestationsfeld von
Fragen zu Identität und Individuum verstärkt in den Fokus der KünstlerInnen:
nicht der Körper in seiner idealen und idealisierten Form, sondern in all seiner
Unzulänglichkeit und Diversität. The Body Electric stellt das Werk des kaum
bekannten, doch stark mythologisierten Künstlers Osen in den Kontext von
Jellineks elektropathologischer Forschung und paart es mit Schieles Interesse an
der Darstellung von PatientInnen.

Josef Pillhofer

Anlässlich des zehnten Todestages im Jahre 2020 und des 100. Geburtstages im
Jahr 2021 würdigt das Leopold Museum Josef Pillhofer, einen der bedeutendsten
österreichischen Bildhauer und Zeichner, mit einer umfassenden Retrospektive.
Der von Herbert Boeckl beeinflusste Wotruba-Schüler erhielt 1950 ein
Staatsstipendium und übersiedelte nach Paris, wo er bei Ossip Zadkine an der
Académie de la Grande Chaumière studierte und in dessen Atelier arbeitete. Seine
Auseinandersetzung mit der kubistischen Plastik u.a. von Jacques Lipchitz,
Alexander Archipenko und Henri Laurens beeinflusste seine Formensprache. In
Paris machte er Bekanntschaft mit weiteren bedeutenden BildhauerInnen, so u.a.
mit Constantin Brâncu?i, Germaine Richier oder Alberto Giacometti. \“Für mich
stand und steht\“ – so Pillhofer über die Bedeutung seiner Pariser Zeit – \“die
menschliche Sinnbezogenheit mit der natürlichen Erscheinung im Medium der
Skulptur nicht im Widerspruch zu einem glaubhaften zeitgenössischen Anliegen, so
auch noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, allerdings in offener
Wahrnehmung und mit den Erfahrungen der Moderne\“. In diesem Zitat bezieht sich
Pillhofer auf die \“Klassik der Moderne\“ in der Skulptur von Aristide Maillol,
Henri Matisse oder des deutschen Bildhauers Wilhelm Lehmbruck.

I mPulsTanz 2020 im Leopold Museum

Im Sommer 2020 ist das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival (09.07
bis 09.08.) zum bereits vierten Mal im Leopold Museum zu Gast. Im Grafischen
Kabinett wird eine Personale der südkoreanischen Performance-Künstlerin,
Tänzerin und Choreografin Jeong Geumhyung zu erleben sein, das Auditorium wird
filmisch bespielt und beide Atrien werden zum Schauplatz von Tanz und Live Art
im Museum. Für den aktuellen Blick auf den zeitgenössischen Tanz und das
Vorstellen bemerkenswerter künstlerischer Persönlichkeiten bietet das Leopold
Museum eine unkonventionelle Plattform, optimale Bedingungen und einen
vielfältigen Kontext.

MQ Libelle am Dach des Leopold Museum

Im April 2020 erweitert sich die Architektur des Leopold Museum in vertikaler
Richtung. Mit der Eröffnung der MQ Libelle am Dach des Leopold Museum
(Eröffnungswoche: 21.04. bis 26.04.2020) bekommt das MuseumsQuartier Wien eine
neue Attraktion. Die Terrasse wird bei freiem Eintritt und öffentlich zugänglich
für alle einen der schönsten Ausblicke über die Wiener Innenstadt bieten.
Begleitet wird das Projekt von führenden österreichischen Künstlerinnen: Die
Glasfassade der MQ Libelle am Dach des Leopold Museum wurde von Eva Schlegel,
die u. a. als Teilnehmerin (1995) und Kommissärin des österreichischen Beitrags
zur Biennale in Venedig (2011) Bekanntheit erlangte, mit Fassade o.T.
verschleiert gestaltet. Ein weiterer Blickfang ist die Lichtinstallation
Lichtringe von Brigitte Kowanz, die für ihre Werke zu Raum und Licht u. a. 2009
mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst ausgezeichnet
wurde. Der multifunktionale Veranstaltungsraum, entworfen von MQ-Architekt
Laurids Ortner, wird für Events vermietet werden.

Die Ausstellungen 2020

Wien 1900. Aufbruch in die Moderne, seit 16.03.2019

Richard Gerstl. Inspiration – Vermächtnis, 27.09.2019-20.01.2020

Deutscher Expressionismus. Die Sammlungen Braglia und Johenning,
15.11.2019-20.04.2020

Hundertwasser – Schiele. Imagine Tomorrow, 20.02.-31.08.2020

Emil Pirchan. Universalkünstler, 30.05.-21.09.2020

Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900,
30.05.-21.09.2020

The Body Electric. Erwin Osen – Egon Schiele, 27.08.2020-14.02.2021

Monet, van Gogh, Cézanne, Gauguin. Sammlung Emil Bührle, 02.10.2020-28.06.2021

Josef Pillhofer. Retrospektive, 20.11.2020-15.03.2021

Ausführliche Presseunterlagen (https://www.ots.at/redirect/jahresvorschau2020)

Kontakt:
Leopold Museum-Privatstiftung
Mag. Klaus Pokorny und Veronika Werkner, BA
Presse/Public Relations
0043 1 525 70 – 1507 bzw. 1541
presse@leopoldmuseum.org
www.leopoldmuseum.org

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/7676/4458676
OTS: Leopold Museum

Original-Content von: Leopold Museum, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 4. Dezember 2019.

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Categories: Bilder, Kunst & Kultur

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