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Krasse Kosten und Kokolores / Stichprobe zu Sperrgut-Lieferung in 30 Onlineshops / In der Spitze konnten bei Ikea absurde Speditionskosten von bis zu 175 Euro anfallen (FOTO)

 


Wer sperrige Güter wie Kühlschrank oder Kleiderschrank bestellt,
wird in der Regel per Spedition beliefert. Die Verbraucherzentrale
NRW hat sich 30 Onlineshops und deren Lieferbedingungen für Sperrgut
angesehen und traf auf eine verwirrend skurrile Welt mit oft
eigenartiger Preiskalkulation.

Bei der Bestellung von Großgeräten gelten andere Bedingungen als
bei Paketware (bei DHL bis 31,5 Kg, Höchstmaße 120 x 60 x 60 cm).
Statt Übergabe an der Haustür, beim Nachbarn oder per Packstation
gibt´s an sich nur die Möglichkeit einer terminlich fest vereinbarten
Lieferung bis zur \“Bordsteinkante\“ oder zum \“Aufstellungsort\“. Die
Verbraucherzentrale entdeckte bei einer Stichprobe in 30 Onlineshops
jedoch diverse Liefervarianten – und das zu Preisen zwischen null und
175 Euro. Unberücksichtigt blieben dabei Zuschläge für Eil- und
Wunschlieferungen.

Insgesamt präsentierte sich die Welt des Sperrgut-Kaufs als eine
dreigeteilte. Zehn der 30 Internethändler wollten ihre Ware stets an
den Aufstellungsort bringen. Das zweite Drittel ließ Kunden die Wahl:
ob Bürgersteig oder Wohnung. Das letzte Drittel verweigerte
prinzipiell den Transport bis zum Aufstellungsort (7) oder traf die
Entscheidung nach eigenem Gusto (3). Die Folge: An der Bordsteinkante
war zumeist Feierabend für Kühlschrank und Bettcouch. Wer damit ein
Problem hatte, dem rieten die Shops zu \“Verhandlungsgeschick, damit
die Ware nicht unglücklich stehen gelassen wird\“ (Thomann) oder
pfiffig gleich zum Locken mit einem \“Trinkgeld\“ (Amgrill).

Kleiner Trost: Die eine Hälfte der zehn Bordstein-Ablader
verrichtete ihren Job gratis. Die anderen fünf jedoch kassierten für
die eingeschränkte Dienstleistung zwischen 30 und 40 Euro.

Mit erheblich variierenden Kosten überraschten auch die Shops der
zweiten Welt. Das waren jene, die ihre wuchtigen Waren stets zum
Aufstellungsort schleppen ließen. Oft waren für den Komplett-Service
zwischen 30 bis 40 Euro fällig.

Völlig frei von Logik staffelten die Möbelhändler Poco und Ikea
ihre Lieferpreise. Ihr Bezugspunkt war weder Gewicht noch Entfernung,
sondern der Warenwert. Solch Kokolores kommt teuer. Beispiel Ikea:
Für jeweils 200 Euro Einkaufswert wurden rund 25 Euro fällig. Diese
willkürliche Staffel endete erst bei über 1200 Euro – und satten 175
Euro Lieferkosten. Ähnlich agierte Poco, die bis zu 149 Euro (\“ab
1500 Euro Bestellwert\“) aufriefen.

Skurril kann auch Amazon. Der Branchenprimus versprach eigentlich,
stets kostenlos bis in die Wohnung zu liefern. Doch bei \“einigen
Großgeräten\“ bockte Amazon und wollte die Lieferung an der \“Haus-
bzw. Wohnungstür\“ abbrechen. Kopfschütteln gab´s beim Elektroshop AO
Deutschland, der im Internet von seiner \“kostenfreien
Standardlieferung bis zum Aufstellungsort\“ schwärmte. Andererseits,
hieß es sybillinisch, könnten auch \“Lieferkosten je nach
Kapazitätsauslastung\“ anfallen. Anfahrten am Samstag würden generell
mit zehn Euro berechnet.

Preis-Wirrwarr durchzog auch die dritte Speditionswelt. Shops
dieses Beritts ließen Kunden die Wahl: entweder Transport bis
Bordsteinkante oder zum Aufstellort. Von null bis 40 Euro reichte die
Spanne für den Bordstein. Wer stattdessen den Aufstellort wählte
musste bis zu 80 Euro mehr berappen. Meist verdoppelten sich die
Preise. Lediglich Conrad beließ es bei einem Fünf-Euro-Aufschlag.

Eine zusätzliche Staffelung erfand Alternate. Der Shop kassierte
obendrein nach Warengruppe. Bei Lieferung an den den Aufstellungsort
hieß das: 39,90 Euro für einen Fernseher, 49,90 Euro für \“Großgeräte\“
und 89,90 Euro für Side-by-Side-Kühlschränke. Dem stand Konkurrent
Euronics nicht viel nach. Der Händler verblüffte mit \“regionalen
Versandkosten\“ (49,90 Euro) und einer bundesweiten Variante (69,90
Euro).

Wichtig zu wissen: Speditionsbelieferung dauert in der Regel
länger als ein Paket. Zwei bis drei Tage sollten durchaus eingeplant
werden, in Einzelfällen etwa bei \“einer aufwändigeren Routenplanung\“
(Möbelhändler Domoform) sogar \“bis zu 2 Wochen\“.

Dringend zu empfehlen ist es, vor der Bestellung den Aufstellort
auszumessen und auch den Weg dorthin mitzubedenken. Kurios kann´s
dabei für Bewohner höherer Gefilde werden.

Stichwort Aufzug. So wollten die Möbelexperten24 nur bis zum
zweiten Stock ohne und \“bis zum 10. Stock mit geeignetem Fahrstuhl\“
liefern. Bei Transporten \“in ein höheres Stockwerk\“ sollten sich die
Kunden nach \“evtl. anfallenden Mehrkosten\“ erkundigen.

Pressekontakt:
Georg Tryba
Tel.: 0211 3809-108
georg.tryba@verbraucherzentrale.nrw

Original-Content von: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., übermittelt durch news aktuell

Posted by on 28. September 2018.

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Categories: Bilder, Handel

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