Kommentar zum Machtkampf in der Ukraine: Selenskyjs Entfremdung

Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte den Aufstand gewagt und sich gegen seinen Präsidenten gestellt, der ihn absetzen wollte. Der Aufstand ist vorerst gescheitert. Ein deutliches Warnsignal war er dennoch.
Selenskyj hat mit der Demission Fedorows den Machtkampf innerhalb der Armee entschieden, bei dem sich vereinfacht gesagt sowjetische Tradition und morderne Kriegsführung gegenüberstanden. Selenskyj hat sich für die Tradition entschieden und schadet damit sich selbst und der ganzen Ukraine.
Der ukrainische Präsident zeigt, dass ihm die öffentliche Meinung immer weniger interessiert. Fedorow hatte sich mit seinem Drohnenkrieg bei den Menschen beliebt gemacht, weil trotz der Kill Zone die Überlebenswahrscheinlichkeit der Soldaten stieg. Selenskyj ist das egal.
Fedorows Demisssion wirft damit auch ein schlechtes Licht auf die ukrainische Propaganda. Gegenüber seinen westlichen Partnern preist Selenskyj seine Truppe unermüdlich als stärkste, beste und modernste Armee Europas an. Nun also die Reformkehrtwende oder zumindest der Stopp. Die brutale Mobilisierung von Männern, die anschließend im Fleischwolf der Schützengräben verheizt werden, erhält Vorrang.
Auch der Druck auf die Soldaten steigt. Im Netz berichten Militärs Schikanierung durch ihre Vorgesetzten, weil sie sich für Fedorow aussprechen. Kritische Stimmen sollen zum Schweigen gebracht werden. Sie haben in den Augen von Präsident und Generalstab in ihrer demokratischen Armee keinen Platz.
Sie sollen kämpfen in einem Krieg, der am Boden nicht zu gewinnen ist, für keine Seite. Der ukrainischen Führungseben ist das egal.
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