Kommentar von\“nd.DerTag\“über die USA und VenezuelasÜbergangspräsidentin Delcy Rodríguez

Der Deal zwischen Venezuela und den USA funktioniert: Venezuelas Regierung hat innenpolitisch freie Hand, solange sie den Vorgaben aus Washington folgt. Bereits im Januar wenige Wochen nach der Entführung von Maduro in die USA hatte das venezolanische Parlament das Erdölgesetz reformiert, um private Investitionen zu ermöglichen und die Abgaben zu senken. Für den Bergbau sind ähnliche Reformen auf dem Weg. Freie Fahrt für US-Investitionen heißt die Devise.
Die Rückendeckung von außen ermöglicht Rodríguez innenpolitisch die Festigung ihrer Position, denn eine schlagkräftige Hausmacht hatte sie bei Amtsantritt nicht. Inzwischen hat sie rund die Hälfte der Ressorts personell erneuert und selbst den mächtigen Verteidigungsminister VladimirPadrino ersetzt – über viele Jahre eine der zentralen Stützen der Maduro-Regierung, der Rodríguez ja selbst immer anstandslos diente.
DieÜbergangspräsidentin hat auch den Auftrag, Neuwahlen auf den Weg zu bringen. Eine Frist dafür haben ihr die USA aber nicht gesetzt. Regulär stehen erst 2030 wieder Präsidentschaftswahlen an. Rodríguez wird weiter auf Zeit spielen, solange sie die USA lässt.
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