Karnevalswagenbauer Tilly:\“Putin-Wagen waren richtig\“
In Moskau steht der nächste Prozesstag gegen den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly an (Donnerstag, 26.02.). Im Vorfeld sprach er mit dem WDR und bekräftigte, dass er den Prozess für eine Farce hält und die Wagen über Putin richtig gewesen seien.
Folgende Zitate von Jacques Tilly sind mit Quellenennung WDR ab sofort frei:
\“Ich habe absolut keine Ahnung, was da kommt am dritten Prozesstag. Es gibt wahrscheinlich noch eine Anklageerweiterung wegen Verletzung religiöser Gefühle, aber die können halt machen was sie wollen. Ich bin nicht dabei, ich hab auch keine juristischen Vertreter hingeschickt. Meine Pflichtverteidigerin hat bis heute kein Wort mit mir gewechselt. Da ist alles eine Farce. Ein bisschen amüsiert nehme ich das zur Kenntnis.\“
\“Es gibt einen Teil in mir, der sich tatsächlich amüsiert über diesen Prozess. Der hat eine bedrohliche Seite, das will ich auch nicht leugnen, man muss das auch nicht verharmlosen. Es ist eine sehr harte Strafandrohung, die sich wahrscheinlich im Urteil auch niederschlägt – viele Jahre Straflager. Aber trotzdem ist das ganze natürlich einfach lächerlich.\“
\“Vor allem hab ich gezeigt: wir bauen weiter Putin-kritische Wagen. Drei Putins im Zoch und dann noch ein Thema, das die russischen Kriegsverbrechen zeigt – ich glaube deutlicher kann man das nicht sagen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.\“
\“Ich würde ja mein Leben in Frage stellen, wenn ich sagen würde: oh mein Gott was habe ich getan, jetzt hab ich einen Prozess am Hals, hätte ich mich doch etwas zurückgehalten. Diese Vorstellung habe ich nicht. Es ist richtig so – die Wagen waren richtig. Das ist unsere Aufgabe: im Düsseldorfer Karneval die Herrscher dieser Welt – und Putin ist zweifellos ein ziemlich brutaler Herrscher – lächerlich zu machen.\“
\“Ich nehm s einfach gelassen hin. Ziemlich stoisch könnte man sagen. Es gibt Dinge, die kann man nicht ändern, aber ich kann meine innere Reaktion darauf ändern – das ist meine Freiheit. Und ob ich nun Angst hab und mich fürchte, oder ob ich sagen: ihr könnt mich mal oder was auch immer – das ist meine freie Entscheidung. Und deswegenlasse ich mir keine Angst machen, das ist meine Freiheit diesem Prozess gegenüber.\“
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