Jetlag im Darm – Wie eine Störung des zirkadianen Rhythmus Verstopfung hervorrufen kann
Die Uhr wird auf Sommerzeit gestellt, der Job verlangt eine Nachtschicht, das Abendessen fällt spät aus, der Schlaf kommt zu kurz – für viele gehört das zum Alltag. Und der kann unseren Darm aus dem Takt bringen. Denn unsere Verdauung folgt festen Abläufen, die sich ungern verschieben lassen. Was passiert, wenn dieses Zusammenspiel gestört wird und warum auch der Darm unter\“Jetlag\“leiden kann, war Thema eines Pressegesprächs mit der Gastroenterologin PD Dr. Jutta Keller. Vorgestellt wurden zudem aktuelle Daten der diesjährigen Darmtrend-Umfrage[1], die sich mit Lebensgewohnheiten rund um die Darmgesundheit befasst und damit, welche Folgen ungesunde Lebensstile haben können. Dabei wurde deutlich: Verlangsamt sich die Darmtätigkeit, reichen einfache Maßnahmen wie Lebensstiländerungen nicht immer aus. Dann kommen auch medikamentöse Therapieansätze infrage, die entweder die Bewegung des Darms stimulieren oder den Stuhl weicher machen (z. B. DulcoLax®, DulcoSoft®).
In welchem Takt arbeitet unser Darm?
Die Verdauung verläuft nicht gleichmäßig über den Tag. Tagsüber und gerade morgens ist der Darm besonders aktiv, nachts deutlich weniger. Diese zirkadian gesteuerten, also an den Tag-Nacht-Rhythmus gebundenen, Abläufe hängen eng mit Schlaf, Licht und Essenszeiten zusammen. Bereits kleinere Veränderungen können die Abstimmung stören. Insbesondere bei wiederholten oder anhaltenden Verschiebungen kann sich dies auf die Darmfunktion auswirken. Darauf weisen auch Untersuchungen[2] hin, die zeigen, dass Menschen mit Schichtarbeit oder wechselnden Routinen häufiger über Magen-Darm-Beschwerden berichten.
Dr. Keller erklärte, dass funktionelle Störungen der Darmbewegung eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Verstopfung spielen und Verschiebungen im Zusammenspiel von Aktivitäts- und Ruhephasen den Transport im Dickdarm verlangsamen und typische Beschwerden verursachen können.
Hierfür wird auch der Begriff\“Gut Jet Lag\“verwendet. Gemeint ist, dass der innere Rhythmus des Körpers und die Aktivität der Darmbakterien nicht mehr im Gleichklang sind, so als würde aus einem synchronen Tanz eine chaotische Schrittkombination.3 Das kann sich auch auf die Darmbewegung und die Verdauung auswirken.[3]
Welche Gewohnheiten bremsen den Darm aus?
Laut Dr. Keller können moderne Lebensstilfaktoren wie Schichtarbeit, unregelmäßige Mahlzeiten und Licht in der Nacht sowie die wiederholte Unterdrückung des Stuhldrangs dazu beitragen, die natürliche Darmtätigkeit zu stören und bestehende Beschwerden zu verstärken. Wie die aktuelle Darmtrend-Umfrage zeigt, sind solche Verschiebungen im Tagesablauf weit verbreitet. Nur etwa ein Drittel der Befragten mit Verdauungsbeschwerden hat zum Beispiel feste Schlafzeiten. Gleichzeitig berichten rund 40 %, dass Veränderungen im Tag-Nacht-Rhythmus ihre Darmtätigkeit beeinflussen – meist in Richtung Verstopfung (25 %).[1]
Ein zentraler Einflussfaktor ist der Umgang mit körpereigenen Signalen: 15 % der Befragten unterdrücken den Stuhldrang häufig oder sehr häufig, weitere 56 % zumindest gelegentlich.[1] Besonders bei jüngeren Erwachsenen spielen äußere Umstände eine Rolle. In der Gruppe der 25- bis 29-Jährigen geben rund 70 % derjenigen, die ihren Stuhlgang zurückhalten, als Grund an, dass es gerade\“nicht passt\“.
Welchen Einfluss haben Extrembedingungen auf den Darm? Ein Blick ins All
Wie empfindlich der Darm auf Veränderungen reagiert, zeigt sich nicht nur im Alltag, sondern auch unter Extrembedingungen. In der Schwerelosigkeit – wie vor Kurzem bei der Artemis-2-Mission zum Mond – verlangsamt sich die Verdauung, so dass Verstopfung zu den häufigsten Beschwerden während Raumfahrtmissionen zählt.[4]Veränderte Druckverhältnisse, weniger Bewegung und gestörte Schlaf-Wach-Zyklen wirken hier zusammen – Einflüsse, die in abgeschwächter Form auch im normalen Leben eine Rolle spielen.
Was geschieht, wenn der Darm altert?
Der Darm kann sich grundsätzlich an unterschiedliche Anforderungen anpassen – etwa an Ernährung, Bewegung oder Tagesstruktur. Am stabilsten funktioniert er jedoch bei regelmäßigen Abläufen. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Anpassungsfähigkeit ab. Aufbau und Funktion des Darms verändern sich, unter anderem in der Schleimhaut, der Nervensteuerung und der Muskelaktivität.[5]
Dr. Keller wies darauf hin, dass der Darm im Alter Belastungen weniger gut ausgleichen könne. In Studien wird die prinzipiell große Anpassungsfähigkeit des Darms als\“intestinale Reserve\“(Darmreserve) beschrieben. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Reserve ab, sodass Einflüsse wie unregelmäßige Mahlzeiten, Bewegungsmangel oder Medikamente weniger gut ausgeglichen werden können. Solange die Reserve ausreicht, bleiben solche Veränderungen oft unbemerkt. Treffen jedoch mehrere Belastungsfaktoren zusammen, werden Beschwerden wie Verstopfung wahrscheinlicher.
Dass viele diese Veränderungen tatsächlich wahrnehmen, zeigt auch die Darmtrend-Umfrage: Drei von vier Befragten gehen davon aus, dass sich ihre Verdauung mit dem Älterwerden verändert.[1]
Was hilft, den Darm im Takt zu halten?
Wenn Unregelmäßigkeit die Verdauung aus dem Takt bringt, können Routinen helfen, sie wieder zu stabilisieren. Neben Basismaßnahmen wie einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr (1,5 bis 2 Liter) und täglicher körperlicher Aktivität (z. B. Spaziergänge) kann ein regelmäßiger Tagesablauf die Verdauung unterstützen – mit möglichst festen Essens- und Schlafenszeiten, dem bewussten Wahrnehmen körpereigener Signale und – wenn möglich – einer regelmäßigen Toilettenroutine. So kann sich der Darm wieder besser an einem festen Rhythmus orientieren.
Oft reicht das jedoch nicht aus. Dann können abführende Arzneimittel sinnvoll sein. Einige Wirkstoffe binden Wasser im Darm und erleichtern die Darmentleerung, andere regen zusätzlich die Darmbewegung an. Welche Option infrage kommt, richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild und persönlichen Vorlieben.
Was tun bei Verstopfung?
Zur Behandlung stehen unterschiedliche Wirkprinzipien zur Verfügung. Präparate mit Macrogol (z. B. in DulcoSoft®) binden Wasser im Darm und machen den Stuhl weicher, ohne die Darmbewegung direkt anzuregen. Wirkstoffe wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat (z. B. in DulcoLax®) fördern die Darmbewegung und erhöhen den Flüssigkeitsgehalt im Stuhl. Die Wirkung setzt in der Regel nach 6 bis 12 Stunden (Tabletten/Dragées) bzw. nach 10 bis 12 Stunden (Tropfen) ein. Zäpfchen können schneller wirken, meist nach ca. 15 bis 30 Minuten.
Die Auswahl orientiert sich daran, ob vor allem eine sanfte Regulierung der Stuhlkonsistenz oder eine gezielte Anregung der Darmbewegung gewünscht ist.
MAT-DE-2601610-1.0 – 04/2026
Über Opella.
Opella ist ein international tätiges, zukunftsorientiertes Unternehmen, das den Markt für rezeptfreie Medikamente (OTC-Produkte) neu denkt und mit innovativen Konzepten weiterentwickelt. Unsere Mission: Selfcare so einfach wie möglich zu machen – indem wir Menschen befähigen, Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen. Dieses Ziel verfolgen wir für mehr als 500 Millionen Verbraucher*innen weltweit. Getragen wird diese Mission von 100 etablierten und weltweit geschätzten Marken, unserem globalen Team mit 11.000 engagierten Mitarbeitenden, 13 erstklassigen Produktionsstandorten – einer davon in Köln -und vier spezialisierten Zentren für Forschung und Innovation. Unser Hauptsitz befindet sich in Paris, Frankreich.
In Deutschland ist die A. Nattermann&Cie. GmbH das Unternehmen hinter vielen bekannten und bewährten Opella-Marken, die aus Apotheken nicht wegzudenken sind – darunter Allegra®, Buscopan®, Dulcolax®, Thomapyrin® und Mucosolvan®. Viele dieser Produkte sind Marktführer in ihrem jeweiligen Segment.
Als weltweit B Corp-zertifiziertes Unternehmen setzen wir uns aktiv für eine gesündere Zukunft für Mensch und Umwelt ein. Mehr über unsere Mission, die Gesundheit in die Hände der Menschen selbst zu legen, erfahren Sie unter www.opella.com.
DulcoLax® Dragées. DulcoLax® Zäpfchen. DulcoLax® NP Tropfen. Wirkstoff: Dragées/Zäpfchen: Bisacodyl. NP Tropfen: Natriumpicosulfat.
Anwendungsgebiet: Zur Anwendung bei Verstopfung, bei Erkrankungen, die eine erleichterte Darmentleerung erfordern; zusätzlich bei DulcoLax® Dragées u. DulcoLax® Zäpfchen: sowie zur Darmentleerung bei Behandlungsmaßnahmen u. Maßnahmen zum Erkennen von Krankheiten (therapeut. u. diagnost. Eingriffe) am Darm. Warnhinweis: Wie andere Abführmittel sollten DulcoLax® Dragées, DulcoLax® Zäpfchen u. DulcoLax® NP Tropfen ohne ärztl. Abklärung der Verstopfungsursache nicht täglich oder über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. DulcoLax® Dragées u. DulcoLax® Zäpfchen u. DulcoLax® NP Tropfen: Tragen nicht zur Gewichtsreduktion bei. Der gleichzeitige Gebrauch von anderen Abführmitteln kann die Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt verstärken. DulcoLax® Dragées: Enthält den Farbstoff Gelborange S, Lactose u. Sucrose. DulcoLax® NP Tropfen: Enthält Sorbitol und Natriumbenzoat. Packungsbeilage beachten. Apothekenpflichtig.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie IhreÄrztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke
A. Nattermann&Cie. GmbH, Brüningstraße 50, 65929 Frankfurt am Main
Stand: DulcoLax® Dragées: Februar 2025; DulcoLax® Zäpfchen: August 2025; DulcoLax® NP Tropfen: Oktober 2024
[1] Darmtrend-Umfrage 2026, repräsentative Umfrage von Bilendi im Auftrag von Opella, Stichprobe: 1.000 Personen der deutschen Bevölkerung zwischen 25 und 79 Jahren, (2/3 Frauen, 1/3 Männer) bei denen eine oder mehrere Verdauungsbeschwerden auftreten, Befragungszeitraum 30.01.2026 bis 16.02.2026 | Grundlage der Quotenstichprobe dieser Befragung sind die aktuellen Bevölkerungsstatistiken (Alter, Geschlecht, Bundesländer) der deutschen Bevölkerung.
[2] Alyami SH et al. Gastrointestinal Symptoms and the Assessment of Diet in Shift Workers: A Systematic Scoping Review. Journal of Human Nutrition and Dietetics, 2025; 38:e70114.
[3] Li J et al. Gut jet lag: how circadian rhythm disruption undermines the Chrono-Microbiota-Motility axis and induces functional constipation. Front. Nutr.12: 1678482.
[4] Roma PG et al. Assessment of Spaceflight Medical Conditions and Treatments Potential Impacts on Behavioral Health and Performance. Life Sciences in Space Research 2021; 30: 72-81.
[5] Baidoo N, Sanger GJ. The Aging of the Human Lower Bowel. Br J Hosp Med 2025; 86(7):1-16
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