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Interview Roland Dieckmann, Geschäftsführer und Gründer heliosys GmbH

1. Warum haben Sie die heliosys GmbH gegründet?
Mein Geschäftspartner und ich haben die heliosys GmbH gegründet, um die Idee einer neuartigen, flexiblen Steuerung umzusetzen.

2. Was steckt hinter dem Namen heliosys?
Ganz einfach: Helios leitet sich vom griechischen Wort Sonne ab und Sys ist die Abkürzung für Systeme.

3. Woher kommt die Verbindung zur Sonne?
Die Verbindung zur Sonne liegt auf der Hand, wenn man sich Gedanken um das Thema Energie macht. Letztendlich ist die Sonne unser Energielieferant Nr. 1, egal was für ein Rohstoff, sei es Erdöl, Erdgas, Wind oder Sonne, ist. Irgendwie hat, oder hatte die Sonne Ihren Anteil dazu beigetragen. Ausgenommen davon sind nur die Kernenergie und die Geothermie aus dem Inneren unserer Erde.

4. Sie verwenden in Ihren Ausführungen häufig den Begriff Transformation. Was genau meinen Sie damit?
Da bin ich natürlich durch mein Elektronik Studium vorbelastet. In der Mathematik, Regelungstechnik oder Nachrichtentechnik verwendet man ständig Transformationen. Transformationen sind dazu da, um Sachverhalte einfacher darzustellen. Wenn jemand eine einfache Steuerung programmiert, die nur zum Ziel hat, dass Energie von A nach B transportiert wird, dann ist das ein sehr trivialer und überschaubarer Algorithmus. Überschreitet die Energiemenge aber die Aufnahmekapazität von B und muss danach die Energie nach C transportiert werden wird es nur ein kleinwenig komplizierter. Was aber, wenn A nicht mehr genug Energie für B oder C liefern kann? Dann müsste doch evtl. ein Energielieferant A1 dazu geschalten werden? Sie sehen, nun wird es langsam komplizierter. Denkt man an dieser Stelle noch weiter, dann wird es richtig kompliziert! Jede normale Software kommt dann an Ihre Grenzen, wenn die Standardfälle definiert und ausprogrammiert sind. Mein Geschäftspartner und ich haben uns zu allererst mit den Grundlagen auseinandergesetzt. Meine Idee war die Netzwerkanalyse aus der Elektrotechnik auf das Problem der Wärme-Energieflüsse in der Haus- bzw. Gebäudetechnik zu überführen. Das bestehende R & I Schema wird somit in kleinere Einheiten ‚zerlegt‘. In unserer sog. Regelformierung werden dann die Energiequellen und Energiesenken entsprechend gruppiert. Das ist dann die Transformation zwischen der Realität/Ausführung der Anlage und unserem Softwarealgorithmus.

5. Welche Energieform hat also für Sie Zukunft?
Ich denke es wird ein Mix von unterschiedlichen Energieformen sein. Für die einfache Warmwasserversorgung reicht bei ausreichend Sonnenschein eine einfache Anlage, die auch mit sehr wenig Energieaufwand viel Nutzen bring. Man denke da nur an die einfache Camping Dusche. Power-to-Gas wird meiner Meinung nach eine ganz, ganz wichtige Rolle spielen, da hier die Speicher- und die Transportproblematik mehr oder weniger gelöst ist, da die bisherige Infrastruktur genutzt werden kann.

6. Was macht Ihre Produkte aus?
Unsere Produkte sind vollständig ‚Made in Germany‘: sowohl die Entwicklung der Hard- als auch der Software findet hier im Allgäu statt. Auch die Fertigung findet in unserem Land statt. In der Komponentenauswahl haben wir versucht keine Kompromisse zu machen und verwenden nur hochwertige Bauteile um eine möglichst lange Lebenszeit zu garantieren.

7. Warum gibt es bisher noch nicht viele Anbieter, die Nutzerfreundlichkeit, Transparenz und Kosteneffizienz kombinieren?
Das habe ich mir auch schon öfters gefragt. Vielleicht kommt dort einfach zum Tragen, dass die etablierten Anbieter natürlich solange als möglich ihre ‚Cash-Cows‘ melken wollen und müssen. Der Markt ist vorhanden und ebenso die Nachfrage. Hier kann man evtl. Parallelen zur jetzigen Situation in der Automobilbranche ziehen. Die ‚Cash-Cows‘ liefern, warum sollte man etwas ändern? Wir als ‚newcomer‘ haben es natürlich hier verdammt schwer: Zum Einem haben wir keinen bekannten Namen und zum Anderem MÜSSEN wir etwas Neues bieten.

8. Was wünschen Sie der kommenden Generation?
Ich würde mir wünschen, dass die kommende Generation genug Selbstbewusstsein ohne Arroganz besitzt, sowie offen für Neues ist und darüber aber nicht die Reflexion des eigenen Tuns vergisst. Der Weg des geringsten Widerstandes ist nicht immer der Beste.

Posted by on 5. Januar 2021.

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Categories: Vermischtes

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