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Interesse an Bienenhaltung weiterhin hoch / Deutscher Imkerbund meldet bereits im elften Jahr steigende Mitgliederzahlen (FOTO)

 


DAX-Unternehmen, Mittelstand, öffentlicher Dienst – diese Sektoren
bestimmen meist die Wirtschaftsschlagzeilen in Deutschland. Dabei
wird häufig übersehen, welche volkswirtschaftliche Bedeutung Hobbys
und Freizeitbeschäftigungen einnehmen können. Besonders die Imkerei
wurde lange Zeit unterschätzt. Das hat sich jedoch in den letzten
zehn Jahren deutlich geändert. Das öffentliche Interesse für Bienen
ist enorm gestiegen. Medien berichten über das Bienensterben und
Bevölkerung und Politik sind sensibilisiert. In unserer Umwelt stimmt
etwas nicht mehr, wenn es immer weniger Insekten gibt.

Viele Menschen möchten deshalb selbst einen aktiven Beitrag
leisten und mit der Bienenhaltung beginnen. Gründe für diese Tendenz
gibt es viele: Zum einen ist das Interesse für Natur- und
Umweltthemen seit Jahren gewachsen und dies insbesondere bei der
weiblichen Bevölkerung. Sie entdecken die Imkerei als sinnvolle
Freizeitbeschäftigung für sich, weil sie damit einen wichtigen
Beitrag zum Erhalt unserer Artenvielfalt leisten wollen und sich
wünschen, intakte Umweltbedingungen für die nächsten Generationen zu
erhalten. Zum anderen reagieren informierte Menschen immer sensibler
auf die Gefährdung einer flächendeckenden Bestäubung, verursacht
durch den Schwund an Blüten bestäubenden Insekten. Presseschlagzeilen
und politische Forderungen unterstützen diese Besorgnis. Viele
Menschen sind zum Nachdenken angeregt und richten den Fokus auf die
Imkerei.

Auch der Deutsche Imkerbund e.V. (D.I.B.) als Dachverband hat
seine Aktivitäten in der Nachwuchswerbung zusammen mit seinen
Mitgliedsverbänden seit 2007 verstärkt. Das alles zusammen hat dazu
geführt, dass die Zahl der im D.I.B. organisierten Imkerinnen und
Imker seit 2008 bis zum Jahresbeginn 2019 um ein Drittel (nominal von
80.614 auf 120.679) angestiegen ist. Das Durchschnittsalter liegt
heute bei 56 Jahren, der Anteil an Frauen bei einem Fünftel mit
steigender Tendenz. \“Damit haben wir, bezogen auf das Gebiet der BRD,
einen Mitgliederstand erreicht, wie wir ihn letztmalig vor rund 50
Jahren verzeichnen konnten\“, stellt D.I.B.-Geschäftsführer Olaf Lück
erfreut fest.

Jede Medaille hat allerdings immer zwei Seiten, so auch in diesem
Fall. Denn der rasante Mitgliederanstieg stellt die insgesamt 19
Mitgliedsverbände des D.I.B. und die in der Forschung und dem
Gesundheitsdienst tätigen Bieneninstitute, die gemeinsam die
Ausbildung der Anfänger durchführen, vor eine Mammutaufgabe. Denn
Bienenhaltung ist nicht im Internet erlernbar und bedarf einer
fachlichen Ausbildung in Theorie und Praxis. \“Rein rechtlich gesehen,
benötigt niemand eine Schulung. Praktisch gesehen geht es aber nicht
ohne. Denn neben der fachgerechten Betreuung der Honigbiene, die
rechtlich als Nutztier eingestuft wird, sind Imkerinnen und Imker
zugleich auch Lebensmittelproduzenten, sofern sie Honig an Dritte
weitergeben\“, weiß Lück, der selbst Agrar-Ingenieur ist und eine
lebensmitteltechnologische Ausbildung durchlief.

Digitale Bildungsangebote wie das Online-Portal
\“die-honigmacher.de\“ oder die neue \“Imker-App\“ unterstützen Anfänger
in der Ausbildung begleitend. Aber: \“Die praktische Erfahrung am
Bienenvolk gemeinsam mit erfahrenen Imkern ist durch nichts zu
ersetzen.\“, so Lück. Gerade am Anfang ist es besonders wichtig, sich
mit anderen Fachkundigen auszutauschen und von anderen zu lernen. In
vielen Imkervereinen werden deshalb Patenschaften für Neuanfänger
angeboten oder das so genannte Probeimkern. Über den organisierten
Ortsverein, der einem Mitgliedsverband des D.I.B. angeschlossen ist,
erfahren Interessierte, wo Schulungen und Lehrgänge stattfinden und
erhalten alle wichtigen Informationen zu gesetzlichen Regelungen und
– ganz wichtig – den nötigen Versicherungsschutz.

Auf die Frage, wie der richtige Imker beschaffen sein muss, gibt
Olaf Lück zu bedenken:

\“Künftige Imkerinnen/Imker, egal welchen Alters, sollten auf jeden
Fall über ein gewisses Maß an Naturverbundenheit und Naturbewusstsein
verfügen und dazu möglichst folgende Eigenschaften besitzen: Sie oder
er hat keine Bienengiftallergie, kann ruhig und bedacht mit Insekten
umgehen, möchte von der Natur lernen, hat dem Bienenjahr entsprechend
genug freie Zeit, sich um die Imkerei zu kümmern, ausreichend Platz
für imkerliches Material und die Aufstellung der Bienenbehausungen,
liebt es, im Freien und der Natur zu arbeiten und hat für bestimmte
Arbeiten selbst genug Ausdauer. Außerdem sollte die Bereitschaft zur
stetigen fachlichen Weiterbildung bestehen. \“

Als falsch verstandenes Naturbewusstsein empfindet der Verband
hingegen die teilweise rasante Entwicklung der Stadtimkerei. Wie
Pilze aus der Erde geschossene Kleinstimkereien auf Balkonen und
Dächern haben zu einer Bienendichte in Ballungsgebieten wie Berlin
geführt, die insbesondere eine hohe Übertragungsgefahr von
Bienenkrankheiten mit sich bringt, wenn hier nicht mit Vernunft und
Fachverständnis Bienenhaltung betrieben wird.

\“Es sind ganz besonders gute Kenntnisse zur Bienenhaltung
notwendig, damit dort die Bienenvölker fachgerecht betreut werden und
natürlich auch sehr tolerante Nachbarn\“, mahnt Lück und erklärt:
\“Jeder der Bienen helfen möchte, muss nicht zwangsläufig Imkern. Aber
jene, die sich dafür entscheiden, sind herzlich willkommen und müssen
sich an klare gesetzliche Regeln und die gute fachliche Praxis
halten. Wir als Dachverband bieten zusammen mit unseren
Mitgliedsverbänden und deren Ortsvereinen die erforderliche
Unterstützung.\“

Die Gestaltung und Erhaltung unserer Kulturlandschaft ist eine
Gemeinschaftsaufgabe. Im Frühjahr mit blühenden Obstbäumen, Feldern
und Wiesen können Wild- und Honigbienen genug Vorräte einlagern. Die
Bienen brauchen aber über den ganzen Sommer Nahrung und daran mangelt
es in vielen Bereichen unserer kultivierten Landschaft. Besonders im
Spätsommer ist eine ausreichende Versorgung wichtig, damit die Völker
gut genährt und mit ausreichend hochwertigen Vorräten in die lange
Winterpause gehen können. Mit einem blütenreichen, bienenfreundlichen
Angebot im Garten oder auf dem Balkon, dem Verzicht auf chemischen
Pflanzenschutz und dem Aufstellen von Nisthilfen für Wildbienen kann
jeder zur Verbesserung der Lebens- und Nahrungsbedingungen von
Blütenbestäubern beigetragen.

Denn viel mehr als die Honigbiene, die durch den Menschen betreut
wird, leiden Wildbienen unter Nahrungs- und Nistplatzmangel. Der
D.I.B. hat daher seit kurzen auf seiner Internetseite ein
Informationsangebot zu Wildbienen eingerichtet. Jeder Imker ist
zugleich auch Bienenwirt und hat beste Kompetenz, Wildbienen zu
unterstützen.

Weitere Informationen zu den Angeboten des D.I.B., zu Bienen,
\“Echten Deutschen Honig\“ und Kontaktadressen findet man unter
www.deutscherimkerbund.de.

Pressekontakt:
Petra Friedrich, Tel. 0228/9329218 o. 0163/2732547, E-Mail:
dib.presse@t-online.de

Original-Content von: Deutscher Imkerbund e. V., übermittelt durch news aktuell

Posted by on 29. März 2019.

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Categories: Bilder, Vermischtes

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