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Ingenieurkompetenz nimmt an Bedeutung zu!

Das Berufsbild des Ingenieurs befindet sich im Digitalisierungs-Umbruch. Mit Industrie 4.0, digitalen Technologien und innovativen Geschäftsmodellen gehen Vernetzung, Autonomisierung, Flexibilisierung und Individualisierung einher. Durch den Wandel des Berufsbildes müssen Ingenieure ihr Wissen ständig erweitern und sich interdisziplinär vernetzen. Zudem ist die Wirtschaft zunehmend auf Ingenieurkompetenzen angewiesen, wenn sie innovativ und wettbewerbsfähig bleiben will. Daraus leiten sich zwei wichtige Forderungen ab: Ingenieuraus- und -weiterbildung müssen zukunftsorientiert gestaltet sein und mehr Ingenieure und Ingenieurinnen als bisher gehören in Führungspositionen, um ihren Sachverstand in Unternehmensentscheidungen aber auch in politische Debatten einzubringen.

Der Berufsverband IfKom – Ingenieure für Kommunikation e. V. weist anlässlich seiner Tagung von Bundesvorstand und Verbandsrat in Berlin auf die zunehmende Bedeutung der Ingenieure hin. Bundesvorsitzender Heinz Leymann erinnert an ihre Rolle für die Entwicklung des Wohlstands: \“Ingenieure haben seit jeher den technischen Fortschritt erst möglich gemacht. Sie haben an den Hochschulen und Forschungsstätten, aber auch in kleinen Werkstätten richtungsweisende Projekte entwickelt. Daraus gingen Weltunternehmen wie beispielsweise Siemens, Daimler Benz oder Bosch hervor. Ingenieure als Macher des Technischen Fortschritts wurden damit zu anerkannten Schrittmachern der Gesellschaft. Auch heute, in Zeiten von Industrie 4.0 und digitaler Transformation müssen in einem Hochtechnologieland wie Deutschland wieder mehr Ingenieure Führungsaufgaben übernehmen. Unternehmensentscheidungen dürfen nicht alleine mit Blick auf den Börsenkurs getroffen werden!\“

Der Verbandsratsvorsitzende Lutz Zenker fordert mehr Sachkompetenz in gesellschaftlichen Diskursen: \“Die Ingenieure müssen in der Öffentlichkeit stärker präsent werden und sich als Fachleute zu den vielfältig diskutierten Problemen zu Wort melden, um auf die Chancen und auch die Risiken des technischen Fortschritts hinzuweisen. Zudem müssen Ingenieure dafür sorgen, dass in der Produktion Nachhaltigkeit, Ressourcen-Verbrauch und Umweltschutz einen größeren Stellenwert erhalten.\“

Erfreulich ist für IfKom e. V., den Berufsverband der ITK-Ingenieure, die hohe Nachfrage nach Studienplätzen im MINT-Bereich in Deutschland. Die OECD-Bildungsindikatoren 2019 zeigen, die Zahl der Studienanfänger in MINT-Fächern ist im OECD-Vergleich in Deutschland am höchsten. Von den Hochschulabsolventen in Deutschland erwarben 2018 immerhin 26 % aller Absolventen einen Abschluss in der zusammengefassten Fächergruppe \“Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe\“. Damit ist Deutschland Spitzenreiter, der OECD-Durchschnitt liegt bei 16 %. In der Fächergruppe \“Informatik und Kommunikationstechnologie\“ liegt Deutschland mit 4 % der Absolventen auf dem Durchschnittsniveau aller OECD-Länder. Frauen sind in beiden Fächergruppen besonders unterrepräsentiert. Im Durchschnitt aller OECD-Länder sind nur 25 % der Anfänger in diesen Fächergruppen Frauen. Die IfKom unterstützen daher alle Bemühungen, mehr Frauen zu einem Studium in den MINT-Fächern zu ermuntern.

Der IfKom-Bundesvorsitzende Heinz Leymann hebt die Bedeutung der Ingenieurstudiengänge für die Vorbereitung auf das Arbeitsleben hervor: \“Die Studiengänge sollen nicht nur die erforderlichen Kompetenzen vermitteln, sondern auch eine ethische Grundhaltung berücksichtigen. Ingenieure haben eine hohe Gestaltungsverantwortung, wenn sie ihre Aufgaben erfüllen. Dabei sollten sie den Prinzipien der ethischen Legitimierbarkeit, der Nachhaltigkeit und der gesellschaftlichen Kontrollierbarkeit gerecht werden. Diese Haltung muss bereits in der Ingenieurausbildung vermittelt werden (\“Leonardischer Eid\“ nach Prof. Dr. Ralph Dreher)\“. Um diesen Anspruch zu unterstreichen, sind die IfKom eine Kooperation mit FinAF, dem Forschungsinstitut für nachhaltige Ausbildung von Führungskräften eingegangen.

Die Beschäftigungssituation ist derzeit mit bundesweit rund 1,2 Millionen Ingenieuren und Informatikern sehr hoch. Der \“Ingenieurmonitor\“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des VDI berichten von einer Steigerung zu Jahresbeginn um nochmals 1,2 %. Trotz dieser erfreulichen Zahlen sehen die IfKom im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik strukturelle Schwächen. Verbandsratsvorsitzender Lutz Zenker stellt fest: \“Kommunikationsunternehmen mit Weltrang sind in den letzten Jahren in Deutschland von der Bildfläche verschwunden. Die Kommunikationsindustrie wird nunmehr fast ausschließlich von ausländischen Unternehmen, meist aus China, beherrscht. Welche Folgen dies hat, wird an der aktuellen Diskussion um die Einbeziehung chinesischer Hersteller in die Lieferung der Technikkomponenten für das neue 5G-Mobilfunknetz deutlich. Aus Sicht der IfKom wäre es wünschenswert, in Deutschland, oder zumindest in der EU, mittel- und langfristig wieder namhafte leistungsfähige Hardwareproduzenten anzusiedeln.\“

Bundesvorsitzender Heinz Leymann betont: \“Es geht uns darum, Deutschland international wettbewerbsfähig und zukunftssicher aufzustellen, Arbeitsplätze im Rahmen der digitalen Transformation zu erhalten und weiterzuentwickeln sowie Ausbildung, Studium und Weiterbildungsmaßnahmen ständig aktuell zu halten. Ingenieurkompetenz spielt im Bereich IT und Telekommunikation eine bedeutende Rolle. Wir Ingenieure wollen uns, auch mit unserem Berufsverband, diesen Herausforderungen stellen und zum Erfolg beitragen. Die Ingenieure selbst sollten daher ihr Wissen nicht nur in den Dienst der Technik stellen, sondern auch bereit sein, Führungsaufgaben oder politische Ämter zu übernehmen und ihre Kompetenz dort einzubringen!\“

Posted by on 30. Oktober 2019.

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