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Immobilien: Energiewende ist keine Stromwende

 

Derzeit emittiert der gesamte Gebäudebestand rund 229 Mio. Tonnen CO2 (2015), davon entfallen etwa 129 Mio. Tonnen auf Wohngebäude, 80 Mio. Tonnen auf Gewerbe, Handel und Dienstleistungen und gut weitere 20 Mio. Tonnen auf Industriegebäude. Hier sehen Experten die großen Hebel. „Der Gebäudebestand stellt ein großes Potenzial für Energieeinsparung dar, wird aber leider als Low-Tech gehandelt, während Windkraft oder Photovoltaik als High-Tech betrachtet werden, sprich als Technologien der Zukunft“, erklärt der Experte Andreas H. Holm, Leiter des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V.

Problem: Energiewende wird als Stromwende verkannt
Da in der Öffentlichkeit wie unter Experten beim Thema Energiewende häufig der Fokus auf der Frage liegt, wie möglichst viel Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden kann, sprechen Experten pejorativ von einer Stromwende. Der Schwerpunkt liegt auf dem Aspekt der Erzeugung etwa durch Wind, Solar oder Biomasse. „Noch wird zu wenig darüber diskutiert, wie Energie eingespart beziehungsweise der Verbrauch von erneuerbaren Energien reduziert werden kann. Was dabei vergessen wird, ist die Tatsache, dass es auch nur ein begrenztes Potenzial für grünen Strom gibt. Auch erneuerbare Energiequellen sind endlich“, konstatiert Experte Holm. Der Grund: Für Solar-, Windkraftanlagen oder Biomasse stehen nur begrenzte Flächen zur Verfügung.

Achillesferse: Gebäudehülle
Ein großer Teil der Energie geht bei Immobilien aktuell über die Gebäudehülle verloren. Rund 75 Prozent aller Gebäude in Deutschland wurden vor 1979 gebaut und sind energetisch gesehen wertlos. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (2016) entfallen knapp 70 Prozent der Endenergie bei privaten Haushalten auf den Anwendungsbereich „Raumwärme“ (69,5 Prozent), im Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sind es knapp 50 Prozent (48,7 Prozent). Schwaiger: „Hier gibt es relativ große Defizite. Wir heizen zwar unseren Raum, beheizen aber auch parallel dazu unsere Umwelt. Das darf eigentlich nicht sein. Denn: Mit neuen Technologien lassen sich bereits heute Gebäude so bauen, dass sie nicht mehr zu 40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland beitragen.“

Energiewende: Hülle, Anlagentechnik und Erzeugung
Ob Wohngebäude oder Nichtwohngebäude: Die Energiewende besteht immer aus der Kombination von drei Systemen: Gebäudehülle, Anlagentechnik und Umstellung auf erneuerbare Energien in der Versorgung. „Diese drei Pfeiler stehen momentan im Wettbewerb. Die Devise muss lauten, nicht gegeneinander, sondern miteinander“, erklärt Holm. Die besten Heiztechnologien funktionieren ihm zufolge nur mit einer hochwertigen Gebäudedämmung. „Wenn man etwa auf Niedertemperatursysteme umstellt wie Fußbodenheizung oder Flächenheizung mit Wärmepumptechnologie, dann ist das nur möglich, wenn die Gebäudehülle energieeffizient saniert ist”, ergänzt Schwaiger.

Posted by on 24. Juni 2019.

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Categories: Bilder, Vermischtes

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