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Illegaler Export von Elektroschrott: Deutsche Umwelthilfe fordert Umsetzung der Rücknahmepflicht durch Handelsunternehmen und mehr Zollkontrollen

Hunderttausende Tonnen Elektroschrott landen
jährlich im Restmüll oder vergiften die Umwelt in Afrika, weil
Landes- und Bundespolitik Gesetze nicht durchsetzen – Boykott des
Handels zur gesetzlichen Rücknahme von Elektrogeräten befördert den
illegalen Export nach Afrika und dortige katastrophale
Entsorgungspraktiken, wie der neue Film \“Welcome to Sodom – Dein
Smartphone ist schon hier\“ aufdeckt – DUH fordert Vollzug des
Elektrogesetzes durch die Bundesländer und eine Ausweitung der
Zollkontrollen beim Geräteexport

Smartphones, Kühlschränke, Fernseher, Radios – eigentlich gehören
alte Elektrogeräte auf den Wertstoffhof oder sollten bei Händlern für
eine Wiederverwendung oder ein Recycling abgegeben werden. Doch es
gibt Lücken im Recyclingkreislauf. Kriminelle fangen Geräte illegal
ab, Händler erschweren Verbrauchern die reguläre Rückgabe in
Geschäften und kommunale Wertstoffhöfe gibt es in einigen Landkreisen
überhaupt nicht mehr. Das Ergebnis: Pro Jahr werden schätzungsweise
400.000 Tonnen Elektroschrott aus Deutschland illegal exportiert. Ein
Großteil davon geht nach Afrika. Dort führt deren illegale Entsorgung
zu verseuchten Landschaften, kranken Menschen und unwürdigen
Arbeitsbedingungen.

Um diese Entwicklung zu stoppen, fordert die Deutsche Umwelthilfe
(DUH) von Handelsunternehmen eine verbraucherfreundliche Umsetzung
gesetzlicher Pflichten zur Rücknahme ausgedienter Elektrogeräte,
Kontrollen zur Einhaltung durch die Bundesländer und mehr
Zollkontrollen beim Export von Geräten ins Ausland.

\“In Deutschland werden mittlerweile knapp zwei Millionen Tonnen
Elektrogeräte pro Jahr in Verkehr gebracht. 2016 wurden aber nur etwa
700.000 Tonnen ordnungsgemäß erfasst und recycelt. Das liegt unter
anderem an den nicht ausreichenden Rücknahmebemühungen der
Vertreiber. Diese haben in 2016 trotz einer gesetzlichen
Verpflichtung nur rund 70.000 Tonnen Elektroschrott zurückgenommen.
In der Konsequenz befördert die Verweigerungshaltung des Handels auch
den illegalen Export von Elektrogeräten nach Afrika\“, kritisiert
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Aktuelle Testbesuche der
DUH im Handel ergaben massive Rechtsverstöße bei Apple, Hagebau,
Kaufland und Co. Resch fordert die Bundesländer dazu auf, endlich
Kontrollen durchzuführen und bei Verstößen konsequent Bußgelder zu
verhängen.

Welche katastrophalen Folgen die illegale Entsorgung von
Elektroschrott im Ausland hat, zeigt der Dokumentarfilm \“Welcome to
Sodom – Dein Smartphone ist schon hier\“, der am 2. August 2018
bundesweit in die Kinos kommt. Er dokumentiert eine der größten
Müllhalden im Ausland: Agbogbloshie in Ghana. \“Es erschlägt einen
alles, wenn man Agbogbloshie betritt. Der Lärm, die
Arbeitsbedingungen, der Dreck, man hat ständig einen metallischen
Geschmack im Mund, man hat keinerlei Orientierung auf diesem endlosen
Areal\“, erzählen die Regisseure Christian Krönes und Florian
Weigensamer. \“Die ankommenden Container sind voller Bildschirme und
Computer, keiner kann kontrollieren, was davon funktionsfähig, was
davon nicht mehr verwendbar ist. Es ist eine sehr billige Weise, das
Zeug loszuwerden. Eine fachgerechte Entsorgung in Europa wäre um ein
Vielfaches teurer.\“

Wie der Untertitel des Films bereits andeutet, sind gerade
Smartphones ein besonderes Umweltproblem. Jedes Jahr wandern in
Deutschland etwa 24 Millionen neue Smartphones über die Ladentheke.
Gleichzeitig lagern etwa 124 Millionen alte Mobiltelefone ungenutzt
in unseren Schubladen. Dabei lässt sich mit jedem einzelnen korrekt
gesammelten Handy der umweltschädliche Ressourcenabbau reduzieren,
das Klima entlasten und der illegale Export verhindern.

\“Im Elektrogesetz werden Mindestanforderungen für die Verbringung
von Elektrogeräten ins Ausland vorgegeben. Deren
Funktionstauglichkeit und eine sichere Verpackung müssen nachgewiesen
werden. Das Problem ist nur, dass es kaum überprüft wird. Der Zoll
muss endlich wirksame Kontrollen durchführen und kriminellen Händlern
so das Handwerk legen. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind da. Aber
sie müssen auch umgesetzt werden\“, kritisiert Philipp Sommer,
Stellvertretender Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft.

Zum Auftakt des Kinostarts von \“Welcome to Sodom – Dein Smartphone
ist schon hier\“ informiert die DUH bei einer Sondervorstellung am 1.
August 2018 im Kino Eva Lichtspiele Berlin mit einem Aktionsstand
über den nachhaltigen Umgang mit Elektrogeräten. Dort bietet die DUH
auch eine Sammelbox für alte Handys an. Mit der Aktion \“Handys für
die Umwelt\“ haben Verbraucher und Unternehmen die Möglichkeit, ihre
Handys sicher und umweltfreundlich abzugeben. Die Geräte werden auf
Wiederverwendung geprüft und können so ein zweites Leben erhalten.
Nicht mehr nutzbare Smartphones werden recycelt und mit jedem
gesammelten Gerät Umweltschutzprojekte finanziell unterstützt.

Im Anschluss an die Filmvorführung in Berlin diskutieren die
Regisseure des Films Florian Weigensamer und Christian Krönes sowie
der Stellvertretende Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft Philipp
Sommer mit dem Kinopublikum über den Film und über Lösungen des
Problems illegaler Elektroschrott-Exporte.

Links:

DUH-Stellungnahme zum Elektrogesetz:
https://www.duh.de/themen/recycling/elektrogeraete

DUH-Testergebnisse zur Rücknahme von Elektroaltgeräten im Handel:
https://www.duh.de/projekte/elektro-rueckgabe

Link zur DUH-Handysammlung \“Handys für die Umwelt\“:
https://www.handysfuerdieumwelt.de

Link zum bundesweiten Kinostart des Dokumentarfilms \“Welcome to
Sodom – Dein Smartphone ist schon hier\“ am 2. August 2018:
www.welcome-to-sodom.de

Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de

Philipp Sommer, Stellv. Leiter Kreislaufwirtschaft DUH
030 2400 867 462, sommer@duh.de

DUH-Pressestelle:

Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Posted by on 30. Juli 2018.

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Categories: Handel

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