Huckepack in den Frühling–die Krötenwanderung beginnt / Der einheimische Lurch ist ein toller Nützling, er verspeist sogar Nacktschnecken

Ein besonderes Merkmal der Krötenwanderung ist die Fortbewegung im Huckepack-Verfahren: Oft treffen die Weibchen bereits auf dem Weg zu den Gewässern auf ihre männlichen Artgenossen. Diese klettern unverzüglich auf den Rücken der größeren Weibchen und lassen sich den Rest der Strecke tragen. Am Ziel angekommen, beginnt der Fortpflanzungsprozess, bei dem die Weibchen meterlange Laichschnüre mit bis zu 4.000 Eiern im Wasser ablegen. Aus diesen schlüpfen nach zwei bis vier Wochen die Kaulquappen, die im Juli als etwa zehn Millimeter kleine Jungkröten das Wasser verlassen.
Für den Menschen, insbesondere für Gärtner, ist die Erdkröte ein wertvoller Verbündeter. Auf ihrem nächtlichen Speiseplan stehen neben Käfern, Spinnen, Asseln und Fliegen auch Nacktschnecken und deren Eier. „Wer Erdkröten helfen möchte, sollte geschützte Plätze wie Holz- und Reisighaufen, Laubstreu und große Steine im Garten erhalten. Dort finden die Amphibien tagsüber den nötigen Rückzugsort, um nachts auf Jagd zu gehen“, sagt Sophia Christophersen, Artenschützerin der Deutschen Wildtier Stiftung.
In der Theorie können Erdkröten bis zu zwölf Jahre alt werden – in der Praxis erreichen sie dieses Alter kaum. „Die Bestände gehen immer weiter zurück“, sagt Christophersen. Hauptgründe dafür sind der Verlust feuchter Lebensräume durch fortwährende Entwässerung und den Klimawandel – und in der aktuellen Zeit vor allem der Straßenverkehr. Auf dem Weg zu ihren Laichplätzen überqueren die Kröten Straßen – und werden dabei nicht nur überrollt, sondern sterben oft auch durch den enormen Luftdruck der Fahrzeuge, der beim schnellen Vorbeifahrenihre inneren Organe zerreißen kann. „Tempo 30 schützt sie“, so Christophersen. Darum sollten Auto-, aber auch Motorradfahrer oder E-Biker achtsam fahren.
Wer zu Fuß unterwegs ist und eine Kröte auf der Straße sieht, sollte sie sicher auf die rettende andere Seite tragen und dort weiter wandern lassen. „Bitte anschließend die Hände waschen – Erdkröten können bei Stress über ihre Ohrdrüsen ein Schutzsekret absondern, das empfindliche Schleimhäute reizen kann“, sagt Christophersen.
Tipp: Werfen Sie hier einen Blick in den Kurzfilm„Risky Routes (https://www.youtube.com/watch?v=ZzrhKmOvnjA)“ von Jonas Steiner, einem der Preisträger der diesjährigen European Wildlife Film Awards (https://www.europeanwildlifefilmawards.eu/de/wettbewerb-2026). Der Film dokumentiert eindrucksvoll die gefahrvolle Wanderung einer Erdkröte zu ihrem Laichgewässer.
Pressekontakt:
Jenifer Calvi
Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
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