Hochschule bündelt Forschungskraft erstmals in drei Forschungszentren

Mit drei neuen Forschungszentren stellt die Hochschule Osnabrück ihre Forschung ab Oktober noch stärker auf: Erstmals werden ausgewählte Forschungskompetenzen in zentralen Zukunftsthemen institutionell gebündelt und über Fakultätsgrenzen hinweg zusammengeführt. Soentstehen neue Strukturen für innovative Forschung, Kooperationen und eine stärkere Sichtbarkeit der Hochschule. In ihren Themenfeldern sollen die Zentren Leuchtturmcharakter für die angewandte Forschung entwickeln.„Die Einrichtung der Forschungszentren ist ein wichtiger Schritt: Sie fokussieren nachhaltig wesentliche Säulen unserer Forschung und bauen dabei auf den Erfolgen unserer drei Forschungsschwerpunkte auf. Dabei verbinden sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Herausforderungen aus Gesellschaft, Gesundheitsversorgung, Kultur und Wirtschaft und stärken damit die seit vielen Jahren starke wissenschaftliche Position unserer Hochschule in den angewandten Wissenschaften,“ betont Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und wissenschaftliche Qualifizierung.Forschung, die im Alltag wirktDie drei Forschungszentren, die jeweils 15 bis 20 Wissenschaftler*innen umfassen, widmen sich Fragen, die viele Menschen unmittelbar betreffen und wirken damit in den Alltag: Wie können reale Gesundheitsdaten zu einer besseren Versorgung beitragen? Wie können Unternehmen neue Technologien nutzen, um nachhaltiger und krisenfester zu werden? Und wie bleiben darstellende Künstler*innen gesund und leistungsfähig?InDEED Health: Gesundheitsdaten auswerten– für eine bessere VersorgungIn Krankenhäusern und Arztpraxen, in Pflegeeinrichtungen oder Krankenkassen entstehen täglich große Mengen an Informationen in Form von Daten – etwa über Diagnosen, Behandlungen, Medikamente und Krankheitsverläufe. Werden diese Daten systematisch ausgewertet, können sie zum Beispiel zeigen, welche Behandlung unter welchen Bedingungen besonders erfolgreich ist.Das Forschungszentrum„Innovative Data and EvidEnce Driven Healthcare“ (inDEED Health) nutzt diese digitalen Gesundheitsdaten, um neue Erkenntnisse für eine bessere Versorgung, Prävention und Ausbildung zu gewinnen. Diesen Ansatz nennt man „practice-based evidence“: Wissenschaftliche Evidenz entsteht direkt ausDaten der realen Gesundheitsversorgung, etwa aus elektronischen Patientenakten, Registern oder Abrechnungen. Der Vorteil: Solche Erkenntnisse können schneller in die Praxis zurückfließen. Außerdem werden Versorgungsprobleme sichtbar, die im Alltag bislang nur schwer zu erkennen sind.Beteiligt sind neben neu akademisierten Gesundheitsberufen wie Pflege, Hebammenwissenschaft und Physiotherapie auch Gesundheitsmanagement und Gesundheitsinformatik. Gemeinsam bringen sie die Perspektiven von Versorgungspraxis und Datenwissenschaft zusammen.Das Sprecherkollektiv bilden Pflegeexperte Prof. Dr. Dr. Andreas Büscher, Gesundheitsinformatikerin Prof. Dr. Ursula H. Hübner und Physiotherapeutin Prof. Dr. Susan Armijo-Olivo von der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenführen – für resilientere UnternehmenDas Forschungszentrum„Digital AI-Driven Sustainable Value Chains“ (DAISI) beschäftigt sich mit der sogenannten doppelten Transformation: Der Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit und fokussiert dabei die Bedarfe kleinerer und mittlerer Unternehmen. Gerade diese brauchen technologische Lösungen, die imBetriebsalltag funktionieren, statt dem Trend blind zu folgen.Damit begegnet das Zentrum zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Dekarbonisierung, Fachkräftemangel und Klimaschutz. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz, Robotik und Digitalen Zwillingen werden gemeinsam mit Unternehmen Produktionsabläufe analysiert und Szenarien virtuell durchgespielt, um zu ermitteln, wie Ressourcen gespart, Wertschöpfungsketten effizienter gestaltet und insgesamt nachhaltiger und krisenfester gewirtschaftet werden kann.DAISI betrachtet die digitale und nachhaltige Transformation ganzheitlich: Im Mittelpunkt stehen nicht nur Technologien, sondern ihr Zusammenspiel mit Menschen, Arbeitsprozessen und dem Unternehmen als Organisation. Untersucht wird, wie digitale Technologien so eingesetzt werden können, dass sie Beschäftigte unterstützen, Zusammenarbeit verbessern und tragfähige Geschäftsmodelle fördern.Für diesen ganzheitlichen Blick auf industrielle Wertschöpfung arbeiten Forschende aus den Disziplinen Wirtschaft, Informatik, Automatisierung, Mechatronik, Energiemanagement, Kommunikation und Psychologie mit den Unternehmen eng zusammen und verbinden exzellente Forschung aus Technik, Wirtschaft und Gesellschaft.Sprecher ist Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Buschermöhle von der Fakultät Management, Kultur und Technik am Campus Lingen.Künstler*innengesundheit: Damit die Bühne nicht zur Belastungsprobe wirdEine Tänzerin oder ein Sänger trainiert täglich viele Stunden. Bestimmte Bewegungsabläufe oder eine zu hohe Belastung können dabei langfristig zu Verletzungen führen. Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, müssen zum Beispiel Training, Proben, Auftritte und Erholungszeiten besser aufeinander abgestimmt werden.Das Forschungszentrum„Performing Arts Physiotherapy“ (PAPy) widmet sich der Gesundheit von Sänger*innen, Tänzer*innen und Instrumentalist*innen – einem international bislang wenig untersuchten Forschungsfeld. Die Disziplinen Physiotherapie, Musik, Tanz, Gesang und Informatik werden dafür verbunden. Mittels Bewegungsanalysen und mit Hilfe künstlicher Intelligenz und klinischer Forschung werden neue Ansätze für Prävention, Versorgung und Leistungsfähigkeit entwickelt.Damit soll zugleich eine neue wissenschaftliche Subdisziplin entstehen: Die Performing Arts Physiotherapy. Im Mittelpunkt steht auch eine Frage von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung: Wie können Künstler*innen langfristig gesund und leistungsfähig bleiben? Und wie kann kulturelle Wertschöpfung langfristig gesichert werden? Das Zentrum entwickelt wissenschaftliche Grundlagen, um Belastungen besser zu verstehen und Ausbildungs-, Proben- und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.Sprecher ist Musikermediziner Prof. Dr. Christoff Zalpour, von der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.Anschub für eine neue ForschungslandschaftJedes der drei Forschungszentren erhält für drei Jahre eine Anschubfinanzierung von jährlich 160.000 Euro sowie eine Post-Doc-Stelle und Stellen für Wissenschaftliche Mitarbeitende. Darüber hinaus unterstützen die Forschungszentren den Aufbau landesweiter Promotionszentren, mit denen den Hochschulen für Angewandte Wissenschaftkünftig das eigenständige Promotionsrecht zuerkannt wird. Für internationale Forschende wird zudem ein Welcome Center eingerichtet.Die Einrichtung der Forschungszentren ist Teil des Strukturprojekts TExAS– Transformation through Excellence in Applied Sciences, für dessen Umsetzung die Hochschule bis 2030 16,25 Millionen Euro aus dem Förderprogramm zukunft.niedersachsen, Förderlinie „Potenziale strategisch entfalten“, des Landes Niedersachsen erhält. Damit wird die Weiterentwicklung der Hochschule in Forschung, Studium, Lehre und Verwaltung unterstützt sowie ein Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung geleistet.Weitere InformationenSprecher*innen Forschungszentrum inDEED Health:Prof.in Susan Armijo-OlivoE-Mail:
s.armijo-olivo@hs-osnabrueck.deProf. Dr. Dr. Andreas BüscherE-Mail:
a.büscher@hs-osnabrueck.deProf.in Dr. Ursula HübnerE-Mail:
u.huebner@hs-osnabrueck.deSprecher Forschungszentrum DAISIProf. Dr. Ralf BuschermöhleE-Mail:
r.buschermoehle@hs-osnabrueck.deSprecher Forschungszentrum PAPyProf. Dr. Christoff ZalpourE-Mail:
c.zalpour@hs-osnabrueck.dewww.hs-osnabrueck.de/texas
Posted by on 1. Oktober 2026.
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