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HELLO EMERSON + WAYNE GRAHAM (USA) – Doppelkonzert – Singer/Songwriter

 

Sam Bodary, der Kopf hinter Hello Emerson, ist 23 Jahre alt und hat gerade ein Literaturstudium an der Ohio State University abgeschlossen. Seine Abschlussarbeit zeichnet Verbindungen zwischen dem Schaffen von David Foster Wallace und J. D. Salinger nach. Genauer gesagt zwischen Wallaces Kurzgeschichte “Good Old Neon”, die er als Antwort auf oder Dialog mit der Glass Familien-Saga deutet, die den Großteil von Salingers Kurzgeschichten durchzieht. (An einer Stelle wird auch angedeutet, Buddy Glass könnte der fiktive Autor von „Der Fänger im Roggen“ sein, jedenfalls ein alter ego Salingers). Tatsächlicher Autor, impliziter Autor, figuraler Erzähler, Metaebenen, Korrespondenzen…

Die Band hat mittlerweile zwei weitere feste Mitglieder, den Pianisten Jack Doran und den Percussionisten Daniel Seibert. Doch die Produzentin Victoria Butash hat das Album sorgfältig um Bodary, sein filigranes Gitarrenspiel und seine Stimme herum gebaut. Trotz der enormen Anzahl von 24 Musiker/innen wirkt es niemals überladen. Da klingen ein Streichertrio, eine üppige Bläsersektion, Pedal Steel Guitar, Piano, Synthesizer, Wurlitzer, Drums und Kontrabass …und das alles hört sich wunderbar an, funktioniert aber allein mit Gitarre und Stimme ganz genau so gut. Denn Bodarys Songs sind etwas Besonderes. Sie finden ihre Form über ihre Erzählungen und fließen ineinander wie ein Netzwerk aus Flüssen, über Intros verwoben oder direkt miteinander verknüpft. Angelegt ist
eigentlich nur eine Trennung in A- und B-Seite für das Vinyl.

“Hello”, der Opener, ist wie der Zugang über einen Hausflur (und in einem ebensolchen aufgenommen), Streicher und Schritte auf alten Dielen, und jeder weitere Song ist wie ein Zimmer dieses Hauses, in dem man als Hörer von Raum zu Raum gehen kann. Schlüsseltrack des Albums ist zweifellos das knapp acht-minütige “Lake” – so
dynamisch, dass er eigentlich nur live wirklich erfahrbar wird (und trotzdem auch auf Platte großartig ist). Hello Emerson betrachten hier die ewige Dichotomie der amerikanischen Popkultur. Die Extrovertierten, die Footballspieler, Partys und Sex auf der einen, Outsider und Underdogs, die Schüchternen, sich ewig hinterfragenden und in Zweifel verstrickten auf der anderen Seite. “How can we know we know all that we know cause with each passing day I grow and I grow more and more lost I’m told ‘til I’m told ‘til I’m told I am repeating
myself again.” Und die stille Hoffnung, auch hinter zugezogenen Jalousien, über ein Buch gebeugt, plötzlich von einem anderen Menschen gefunden zu werden, gesehen, erkannt, geliebt… So mündet “Lake” schließlich mit einem Augenzwinkern in einen wunderbar freejazzigen Epilog.

https://helloemerson.com
www.facebook.com/HiEmersonMusic

Als Hayden und Kenny Miles das erste Mal zusammen in einer Band spielen, sind sie acht und 13 Jahre alt. Ihr Vater hat in ihrer Heimatstadt Whitesburg im Südosten von Kentucky gerade eine Kirche gegründet und die beiden begleiten ihn in seinen Gottesdiensten an Schlagzeug und Bass. Musik wurzelt drei Generationen tief in der Familie. Hayden hat sich das Schlagzeugspiel von seinem Onkel abgeschaut, Kenny bekommt Unterricht von
Vater und Cousin. Schon ihre Großeltern singen und spielen Instrumente.

„Mexico\“ ist bereits ihr viertes Album – das Erste, das in Europa erscheint – und obwohl die Beiden erst 26 und 21 Jahre alt sind, hat es eine fast übernatürliche Reife. „Mexico\“ ist konzise und clever. Extrem eingängig, aber nie banal. Kunstfertig, aber nicht verkopft. Die Lieder sind oft extrem kurz und die luftige Produktion, die die Beiden im Keller ihres Elternhauses bewerkstelligen, ist wie eine Übung in Reduktion: wunderschöne Akkorde und Melodien, ein unheimlich musikalisches Schlagzeugspiel und immer an den richtigen Stellen: widerborstige kleine Details und Breaks und Zeilen, die wie für die Ewigkeit geschrieben wurden.

Songwriter Kenny Miles sagt dazu einfach nur, dass er seinem Hörer keine Zeit stehlen möchte. Schließlich seien seine Lieder wie Antworten auf Fragen, von denen er nicht sicher ist, ob sie tatsächlich jemand gestellt hat.
Thematisch umkreist „Mexico\“ den tragischen Tod ihres besten Freundes im Oktober des letzten Jahres. Die erste Zeile des Titeltracks lautet: \“It was in your bloodstream on the day you died, til they replaced it with formaldehyde.\“ Die Lieder umkreisen jenes ‚It\’\’\’\‘ ohne es jemals genau zu benennen. Es ist keine Substanz, sondern eine mystische Verbindung zwischen den drei Freunden, die seit frühester Jugend gemeinsam Musik gemacht haben.

https://www.facebook.com/wgmusic K&F Records
https://www.reverbnation.com/waynegraham Lars Hiller & Mario Cetti
www.kfrecords.de
www.brokensilence.de

Donnerstag 30.08.2018
Doppelkonzert – Singer/Songwriter
Beginn: 20:00 Uhr
Vorverkauf 8,- € / Abendkasse 10 € / Studenten 4,- €

Tickets gibt es direkt bei ART Stalker oder online https://www.eventbrite.de/d/germany–berlin/art-stalker/
ART Stalker – Kunst+Bar+Events – Kaiser-Friedrich-Str. 67 – 10627 Berlin – +49(0)30 – 22052960 – mail@art-stalker.de – www.art-stalker.de

Posted by on 19. Juli 2018.

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Categories: Bilder, Vermischtes

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