Hans-Jürgen Urban, geschäftsführender Vorstand der IG Metall, zieht sich von seinem Posten zurück

Der Ausstieg biete seinem Nachfolger die Möglichkeit, an der Programmatik mitzuarbeiten, die dieser dann verantwortlich mitumzusetzen habe, erklärte der Soziologe, der bei der IG Metall verantwortlich ist für die Themen Sozialpolitik sowie Arbeitsgestaltung und Qualifizierungspolitik. Und weiter:\“Ich werde in wenigen Tagen 65 Jahre alt und die Rente erst ab 67 habe ich nie akzeptiert.\“
Die Reformpläne der Bundesregierung in Sachen Rente, Gesundheit und Arbeitszeit kritisierte Urban scharf.\“Wir erleben ein eklatantes Strategieversagen von Politik und Unternehmern. In den Betrieben werden Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und andere Kompromisse infrage gestellt. Die Krise zulasten der abhängig Beschäftigten lösen zu wollen, ist keine Zukunftsstrategie\“, sagte Urban. Notwendig seien neue umweltverträgliche Produkte und Produktionsverfahren, neue Märkte und Lieferketten. Was stattdessen geschehe, sei\“ein Rückfall in aggressive Klassenpolitik gegen die Beschäftigten. Das wird scheitern\“.
Die SPD forderte er auf,\“sich klipp und klar\“an die Seite der abhängig Arbeitenden zu stellen. Es gehe darum, neue politische Mehrheiten zu erschließen und neue Perspektiven aufzuzeigen. Einen Bruch der Regierungskoalition lehnte Urban im Interview allerdings ab.\“Einfach nur die Koalition zu beenden, wäre ein halsbrecherisches Risiko. Profitieren würde davon vermutlich der rechte Rand\“, so der Gewerkschafter.
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