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Hagebutte – Eine gesunde Wildfrucht, die es in sich hat!

 

Sie sind leuchtend rot, stellen keine Ansprüche und müssen nicht angebaut werden. Hagebutten sind wilde Köstlichkeiten der Natur. Und dabei ein reinstes Vitaminwunder und zudem reich an vielen anderen Vitalstoffen.
Bei einer Vielzahl von Vorgängen in allen Körperzellen ist Vitamin C beteiligt und damit ist unter allen Vitaminen der Bedarf mengenmäßig am größten1. Während Pflanzen und die meisten Tiere Vitamin-C selbst herstellen können, fehlt Menschen, Schimpansen und einigen Vogel- und Fischarten ein dazu wichtiger Botenstoff2. Sie müssen das lebensnotwendige Vitamin C (Ascorbinsäure) über die Nahrung aufnehmen. Neben Acerola gehört die Hagebutte zu den besten Vitamin-C-Lieferanten3. Darüber hinaus liefern Hagebutten auch Vitamin A, B1, B2, Fruchtsäuren, Pektin, Eisen, Flavonoide und Mineralstoffe sowie den sekundären Pflanzenstoff Lycopin. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Lycopin zur Unterstützung des Immunsystems beitragen kann4. Hagebutte zeigt zudem lindernde Wirkung bei Magen- und Darmerkrankungen, Gallenbeschwerden und Appetitlosigkeit5. Durch die Fruchtsäuren und die Pektine wirkt die Frucht zudem harntreibend und schwemmt Ablagerungen aus dem Körper. Bereits Hippokrates verschrieb die Hagebutte als Mittel gegen Entzündungen.

Aber was sind eigentlich Hagebutten?

Als Hagebutten oder auch Hiffen bezeichnet man die ungiftigen, knallroten Früchte vieler Rosenarten. Geerntet werden diese im Herbst. Ihr besonderes Geheimnis verbirgt sich in ihrer Ursprünglichkeit. Bis heute sind Hagebutten eine Wildfrucht geblieben und werden nach wie vor per Hand an Hecken, Waldrändern und Böschungen geerntet. Dabei machen es die Wildfrüchte ihrem Sammler oft nicht leicht, da vor allem die spitzen Dornen das Sammeln erschweren. Die traditionellen Zubereitungsarten von Hagebutten zu Fruchtwein, Likör, Tee oder Konfitüre stammen aus Zeiten, in denen es sehr wenig vitaminreiches Obst und Gemüse gab. Die Hagebuttenkerne werden zu Ölen gepresst, da die Transretinolsäure sie zu einem wertvollen Inhaltstoff zahlreicher Salben und Cremes macht.

Auch wenn viele Konfitürenliebhaber die Schätze ihres Gartens zu süßen Aufstrichen verarbeiten, wird Hagebutten-Konfitüre selten selbst hergestellt. Zum einen ist die Ernte eine stachelige Angelegenheit, zum anderen müssen die Hagebutten aufwendig von Kernen und Härchen befreiet werden. Ca. 30 % der Hagebutten-Frucht ist dabei Verlust. Aus dem übrigen Drittel wird Hagebuttemark gewonnen, dem Ausgangsprodukt für Hagebutten-Konfitüre. Auf die traditionelle Herstellung von Hagebutten Konfitüre ist die bayerische Konfitürenmanufaktur Maintal Konfitüren aus Haßfurt spezialisiert. Auf die Idee Hagebutten-Konfitüre herzustellen kam der Firmengründer Josef Müller bereits 1887. Als er 1886 einen Großhandel für Vegetabilien und Landesprodukte gründete, handelte er zunächst hauptsächlich mit Tee, Kräutern, Dörrobst und Hiffenkernen. Bereits 1887 finden sich aber in der Inventurliste zwei Eimer Hagebuttenmark. Heute, 132 Jahre später, kommt jedes zweite Glas Hagebuttenkonfitüre, das in Deutschland gekauft wird, aus Haßfurt. Damit ist Maintal Marktführer bei Hagebutten-Konfitüre. Nach wie vor wird bei Maintal Konfitüren die feine Spezialität nach altem Familienrezept schonend und mit viel Sorgfalt hergestellt. Kleine Chargen im Vakuumkessel erlauben ein kurzes, schonendes Einkochen.

Beginnend mit der Faschingssaison erfreut sich die im Alltag oft unterschätzte Frucht über mehr Aufmerksamkeit. Denn ab dem 11.11. haben Krapfen oder Berliner Hochkonjunktur, zu Fasching kann fast keiner von den süßen Teilchen die Finger lassen. In Franken werden diese klassisch mit Hagebuttenkonfitüre gefüllt. Der eine schätzt Krapfen zum Nachmittagskaffee, andere schon zum Frühstück und wieder andere brauchen keinen Anlass, sondern genießen das fruchtig-feine Gebäck einfach zwischendurch. Hagebuttenkonfitüre macht aber nicht nur süße Gebäckteile zu einem besonderen Geschmackserlebnis, durch ihren unverwechselbaren Geschmack bereichert sie jedes Frühstück. Zart cremig, feinsinnig herb – ist die eine fruchtige Zugabe in Müsli, Quark und Joghurt. Fleisch und Saucen verleiht sie eine herbe Frische.

Immer wieder lässt sich das Familienunternehmen Neues zur Hagebutte einfallen: So bringt es in Kürze Varianten von Hagebutte mit beliebten Früchten auf den Markt. Auch dem Trend zu weniger Zucker wird das Unternehmen gerecht und bietet ein ungesüßtes Bio Hagebuttenmark aus 100 % Frucht an.

Übrigens, das Volkslied „Ein Männlein steht im Walde“ meint nicht, wie so oft angenommen, den Fliegenpilz, sondern die Hagebutte.

Quellen:
1 https://www.karger.com/Article/FullText/434757
2 Winther et al., 2015
3 Fan et al., 2014
4 ERNA information fact sheet
5 Marmol et al., 2017

Posted by on 31. Januar 2019.

Categories: Bilder, Essen & Trinken

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