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Greenpeace-Analysen: CETA bedroht ab heute EU-Lebensmittelstandards / Handelsabkommen schleust Genlachs auch nach Deutschland

Genlachs kann mit dem heute vorläufig in Kraft
tretenden Handelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada auch in
deutsche Kühltheken gelangen. Kanada hat in diesem Jahr mit dem Lachs
das erste gentechnisch veränderte Tier als Lebensmittel offiziell
zugelassen und auf eine Gen-Kennzeichnung verzichtet. Lebensmittel
auf Basis von genmanipulierten Tieren sind in Deutschland verboten.
Eine aktuelle Greenpeace-Anfrage beim Bundesamt für Verbraucherschutz
und Lebensmittelsicherheit (BVL) ergab, dass „nicht zu 100 Prozent
ausgeschlossen werden“ könne, dass gentechnisch veränderter Lachs in
geringen Mengen nach Deutschland käme. Greenpeace-Sprecher Christoph
von Lieven sagt: „So lange nicht klar ist, wie die Behörden in
Deutschland den Handel mit genmanipulierten Lebensmittel stoppen
können, müssen sie Importe aus Kanada verhindern.“

Der Großteil des Abkommens CETA wird mit der vorläufigen Anwendung
sofort wirksam, bevor die nationalen Parlamente der EU-Mitglieder den
Vertrag ratifiziert haben. Neue Analysen von Greenpeace und der
Non-Profit-Forschungsorganisation IATP (Institute for Agriculture &
Trade Policy) machen deutlich, wie CETA europäische Standards für
Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit bedroht. Sie zeigen, wie CETA
der Agrarindustrie ermöglicht, ab heute Standards zu schwächen, etwa
beim Einsatz von Wachstumshormonen, Antibiotika, gentechnisch
veränderten Organismen (GVOs), dem Klonen von Tieren und der
Herkunftslandkennzeichnung. „Ab heute können US-Agrarunternehmen über
Kanada europäische Standards angreifen und das Vorsorgeprinzip der EU
aushebeln“, so von Lieven. „Die Abgeordneten im Bundestag müssen die
Bevölkerung vor genmanipulierten und hormonell behandelten
Lebensmitteln schützen. Sie dürfen CETA nicht ratifizieren.“ Lehnt
nur eine Regierung CETA ab, ist das Abkommen gestoppt. Die Analysen:
http://gpurl.de/Lahvi

CETA unterwandert EU-Gesetze

Seit im vergangenen Jahr gentechnisch veränderter Lachs in Kanada
erlaubt ist, wurden bereits circa 4,5 Tonnen davon in Kanada verkauft
– ohne Kennzeichnung. Mit CETA werden niedrigere Zölle und größere
Kontingente festgelegt, wodurch die Lachsimporte aus Kanada steigen
werden.

In den USA werden mit Wachstumshormonen behandelte Tiere nicht
gekennzeichnet. Vergleichbare Erfahrungen durch das nordamerikanische
Abkommen NAFTA zeigen: Durch den intensiven nordamerikanischen Handel
finden sich diese Tiere sehr wahrscheinlich auch in Kanada. Da ihr
Fleisch äußerlich nicht von dem herkömmlicher Tiere zu unterscheiden
ist, unterlaufen kanadische Fleischimporte de facto das EU-Verbot von
mit Wachstumshormonen behandelten Tieren. Shefali Sharma, Direktor
von IATP: „CETA bedroht Lebensmittelsicherheit und Umweltschutz.
Dieses Abkommen schadet Landwirten und Verbrauchern auf beiden Seiten
des Atlantiks.“

Achtung Redaktionen: Rückfragen an Christoph von Lieven, Tel.
0171-8780802, Shefali Sharma, IATP Europa Direktor, Tel. 0177-1469613
oder Pressesprecherin Antje Rudolph, Tel. 0151-42261551.
Informationspapiere des Institut für Agrar- und Handelspolitik
(IATP): http://gpurl.de/Lahvi; Anfrage beim BVL:
http://gpurl.de/Lt1XU

Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, E-Mail
presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet: www.greenpeace.de, auf
Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook:
www.facebook.com/greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

Posted by on 21. September 2017.

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