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GKV-Stabilisierung: Undifferenzierte Maßnahmen gefährden Sicherheit und Resilienz der Gesundheitsversorgung / PPTA Deutschland fordert branchenspezifische Lösungen statt\“one-size-fits-all\“-Maßnahmen

Bei wachsenden geopolitischen Spannungen und zunehmenden Unsicherheiten in den internationalen Beziehungen gewinnt die Krisenresilienz des Gesundheitssystems strategisch immer weiter an Bedeutung. Es wird deutlich: Die Stärkung der Versorgungssicherheit ist zentraler Bestandteil eines leistungsfähigen und resilienten Gesundheitssystems.

Vor diesem Hintergrund warnt die Plasma Protein Therapeutics Association Deutschland e.V. (PPTA) vor undifferenzierten und pauschalen Maßnahmen bei der Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung.

So sind die Herstellungs- und Produktionskosten von Blutplasmapräparaten laut eines Berichtes von Copenhagen Economics etwa viermal höher als die von herkömmlichen Arzneimitteln. Folglich wären Hersteller von Blutplasmapräparaten bei einer pauschalen Belastung durch Stabilisierungsmaßnahmen für die GKV deutlich stärker betroffen – zulasten von Patientinnen und Patienten mit schweren und seltenen Erkrankungen. Bereits jetzt sind Blutplasmapräparate von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als versorgungskritische Arzneimittel klassifiziert. Dies bedeutet, dass die für diese lebenswichtigen Arzneimittel geltenden Richtlinien darauf abzielen sollten, Engpässe durch eine Verbesserung der Sicherheit der Lieferkette zu bekämpfen und eine übermäßige Abhängigkeit von Drittländern zu verringern.

Nach Einschätzung von PPTA würde dahingegen eine kürzlich erneut in die Diskussion eingebrachte pauschale Erhöhung des Herstellerabschlags die Besonderheiten verschiedener Teilbranchen nicht berücksichtigen und könnte sich nachteilig auf den Zugang der Patientinnen und Patienten zu diesen lebensrettenden Medikamenten auswirken.

\“Ein leistungsfähiges Gesundheitssystem muss zugleich effektiv und resilient sein. Wer in systemrelevanten Bereichen ohne Rücksicht auf Besonderheiten einzelner Teilbranchen kürzt, riskiert Versorgungssicherheit und strategische Handlungsfähigkeit\“, so Dr. Petros Gatsios, Vorstandsvorsitzender der PPTA Deutschland.

Produktionskosten von Blutplasmapräparaten viermal höher

Blutplasmapräparate sind für schwer und chronisch erkrankte Menschen lebensnotwendig. Die Herstellung ist speziell, aufwendig und zeitintensiv: Produkte können ausschließlich aus Blutplasmaspenden gewonnen werden und benötigen in der Herstellung circa sieben bis zwölf Monate. Die Produktions-und Materialkosten liegen, so Copenhagen Economics, bei etwa 57 Prozent der Gesamtkosten. Damit liegt der Anteil bei etwa einem Vierfachen des Anteils, der bei herkömmlichen synthetisch-chemischen Arzneimitteln üblich ist. Steigende Produktionskosten, eine stagnierende Spendenbereitschaft derBevölkerung in Deutschland und Europa sowie ein gleichzeitig stetig wachsender Bedarf setzen die Versorgung zusätzlich unter Druck.

Hinzu kommt, dass das seit 2010 geltende Preismoratorium Preiserhöhungen, abgesehen vom Inflationsausgleich, faktisch ausschließt. Eine Erhöhung des Herstellerabschlages würde also den bestehenden wirtschaftlichen Druck auf die Branche erheblich erhöhen und entgegen der Absicht, die Versorgung sicherzustellen und den Zugang zu diesen wichtigen Arzneimitteln zu verbessern, die finanzielle Tragfähigkeit der Hersteller im deutschen Markt weiter belasten und damit die Versorgung gefährden.

PPTA fordert differenzierte Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV

Im Haushalt der gesetzlichen Krankenkassen sind Blutplasmapräparate keine Kostentreiber. Sie machen einen geringfügigen Prozentsatz in den Ausgaben aus und bieten gleichzeitig einen hohen medizinischen Nutzen für Patientinnen und Patienten, die oftmals keine Alternative zu dieser Therapie haben. Die PPTA ist der Ansicht, dass bei Maßnahmen im Zusammenhang mit kritischen Arzneimitteln nicht nur die Auswirkungen auf den Finanzhaushalt, sondern auch die Wirksamkeit und der Mehrwert berücksichtigt werden müssen, da pauschale Maßnahmen unbeabsichtigte Effekte haben könnten.

Für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem fordert die PPTA daher eine differenzierte Betrachtung von Teilbranchen innerhalb der Arzneimittelversorgung. Blutplasmaprodukte sind aufgrund ihrer Herstellung, ihrer versorgungskritischen Bedeutung und der bestehenden Importabhängigkeiten vom Ausgangsmaterial Blutplasma nicht mit klassischen Arzneimitteln vergleichbar.

Konkret schlägt die PPTA vor, Ausnahmen beim Herstellerabschlag für Blutplasmapräparate zu schaffen. Die derzeitigen Regelungen setzten falsche Anreize, schwächten den Standort Deutschland und erhöhten langfristig die Abhängigkeit von Importen aus Drittstaaten wie den USA.

\“Es ist völlig richtig, dass die Bundesregierung die Gesundheitsversorgung in Deutschland fit für die Zukunft machen will. Nur müssen bei den Reformen die grundlegenden Unterschiede verschiedener Teilbranchen konsequent mitgedacht werden. Aktuell ist Deutschland ein starker Standort und europäischer Vorreiter für Blutplasmapräparate. Wenn es diese Rolle aufgeben würde, hätte das unmittelbare Auswirkungen auf den Standort Deutschland und somit auch auf den Zugang schwer erkrankter Patientinnen und Patienten zu notwendigen Therapien\“, betont Dr. Petros Gatsios.

Über die PPTA

Die Plasma Protein Therapeutics Association Deutschland e.V. (PPTA) ist ein dynamischer Industrieverband, der einen einzigartigen Bereich innerhalb der Biologika- und Biotechnologiebranche vertritt. Die PPTA repräsentiert mehr als 1.000 Blutplasmaspendezentren in Nordamerika und Europa, davon über 70 in Deutschland, sowie die Hersteller lebenswichtiger Blutplasmapräparate. Unsere Mitgliedsunternehmen produzieren rund 50 % der in Europa hergestellten Produkte in diesem Bereich und setzen globale Standards für die Gewährleistung von Qualität und Sicherheit bei der Blutplasmaspende sowie bei der Verarbeitung von Blutplasma zu Arzneimitteln.

Pressekontakt:

Marek Kortus
PPTA Deutschland e.V.
E-Mail: mkortus@pptaglobal.org
Telefon: +32 490 014 248

Original-Content von: Plasma Protein Therapeutics Association Deutschland e.V. (PPTA),übermittelt durch news aktuell

Posted by on 16. März 2026.

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Categories: Allgemein

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