Gemeinsam gegen Cyberbedrohungen

Die Ausgangslage: Eine Wirtschaft im Fadenkreuz
Wie dringend notwendig diese Strategien sind, untermauerte Nemo Buschmann (Bitkom e. V.) mit den aktuellen Zahlen der Wirtschaftsschutzstudie. In seiner Keynote„Deutschlands Wirtschaft im Fadenkreuz“ zeichnete er ein besorgniserregendes Bild der aktuellen Lage: Mittlerweile sind neun von zehn Unternehmen von Angriffen betroffen – der Großteil der Schäden entsteht durch Cyberattacken und zunehmend durch komplexe, hybride Bedrohungen. Dasich viele Betriebe im Ernstfall unzureichend vorbereitet fühlen, appellierte Buschmann an die Systemhäuser, Resilienz ganzheitlich zu betrachten: „Die mentale Vorbereitung auf Krisen ist mit das Wichtigste. Dann wird aus dem ‚Was nun?‘ ein ‚Ich weiß, was zu tun ist‘“, so Buschmann.
Das Einfallstor: Warum Technik allein nicht ausreicht
Dass der Weg zu dieser Resilienz tief in der Unternehmensstruktur ansetzen muss, verdeutlichte Sascha Bolmer (Alphasolid IT GmbH). Aus seiner Praxis als Pentester berichtete er, dass der Fokus von IT-Dienstleistern oft zu stark auf rein technischen Schutzmechanismen liegt. Angreifer hingegen wählen meist den Weg des geringsten Widerstands und nutzen die Psychologie des Menschen. Mittels Phishing oder Vishing (telefonischer Täuschung) hebeln sie die Technik aus. Bolmer plädierte daher für ein radikales Umdenken bei der Mitarbeitersensibilisierung: Statt starrer Videos senken direkte, interaktive Schulungen die Klickraten bei simulierten Angriffen nachweislich und drastisch.
Die Konsequenz: Haftungsrisiken für die Führungsebene
Wenn aber der Mensch das größte Risiko bleibt und Angriffe nie ganz ausgeschlossen werden können, rückt automatisch die rechtliche und finanzielle Absicherung in den Fokus. Hier setzte Viviane Stock (SMK AG) mit ihrem Vortrag zu „IT-Sicherheit, Haftung und Versicherbarkeit“ an. Ihr zentraler Appell: DasThema Haftung wird im Mittelstand massiv unterschätzt. Da Cyberversicherungen hochgradig individuell sind, müssen Antragsfragen fehlerfrei sein. Für die Praxis gab sie IT-Dienstleistern den Tipp, in Verträgen niemals die schwammige Klausel „Stand der Technik“ bei den technischen Obliegenheiten zu akzeptieren – diese diene Versicherern oft als Hebel zur Leistungsverweigerung.Am Ende sei Cybersecurity schlichtweg Chefsache:„Wer entscheidet, haftet – und das ist in Unternehmen nun mal die Geschäftsführung.“
Die Umsetzung: Pragmatische Security-Konzepte für den Mittelstand
Die alles entscheidende Frage des Tages lautete daher: Wie lässt sich dieser Spagat zwischen maximaler Sicherheit, rechtlicher Absicherung und begrenzten Budgets im Systemhaus-Alltag meistern? Diese Dynamik griff die Podiumsdiskussion unter der Moderation von Friedrich Pollert (SYNAXON AG) auf. Unter dem Titel „Wie viel IT-Security können ‚kleinere‘ Unternehmen stemmen und wie gehe ich mit diesen Kunden um?“ diskutierten die Systemhaus-Experten Andre Befort (coliex systems GmbH), Patrick Tecklenburg (HSE Computersysteme) und Johannes Ernst (Happycomputer GmbH).
Während Befort für eine konsequente Standardisierung und einheitliche Sicherheitsstandards plädierte, betonten Tecklenburg und Ernst die Notwendigkeit individueller, schrittweiser Konzepte. Einigkeit herrschte in der Runde und unter den Teilnehmern jedoch beim wichtigsten Fazit: Ein klar definierter Mindeststandard an IT-Sicherheit ist heute nicht mehr verhandelbar. Auch mit kleineren Budgets lässt sich ein beachtliches Sicherheitsniveau realisieren, wenn Systemhäuser essenzielle Basis-Schutzmaßnahmen priorisieren und dem Kunden transparent und praxisnah verkaufen.
Fazit und Ausblick: Wissenstransfer als Schlüssel zum Erfolg
Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung den 130 Teilnehmern Raum, die diskutierten Ansätze im direkten Dialog zu vertiefen und wertvolle Erfahrungswerte auszutauschen.
Friedrich Pollert, Leiter der SYNAXON Akademie, resümiert den Erfolg der Veranstaltung: „Das IT-Sicherheitsforum hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der gemeinsame Austausch auf Augenhöhe ist. Die Bedrohungslage bleibt auf einem konstant hohen Niveau, aber das Bewusstsein im Mittelstand steigt spürbar. Unsere Partner gehen nun mit handfesten, pragmatischen Strategien in die zweite Jahreshälfte. Genau diesen engen Austausch von Praxiswissen werden wir auch im kommenden Jahr fortführen.“
Seit ihrer Gründung 1991 in Bielefeld ist die SYNAXON zu einem unverzichtbaren Partner für Systemhäuser geworden. Aus gutem Grund, denn die SYNAXON glaubt an die Zukunftsfähigkeit von kleinen und mittelständischen IT-Dienstleistern. Mit mehr als 3.400 Partnern, einem Einkaufsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro und rund 300 Mitarbeitern ist das Unternehmen die größte IT-Verbundgruppe Europas.
SYNAXON-Partner profitieren von einem umfangreichen Leistungsportfolio– vor allem in den Bereichen Einkauf, Marketing, Wissen und Vernetzung. Das Dienstleistungsangebot unterstützt die Partnerunternehmen, sich im kontinuierlichen Wandel der IT-Branche zu behaupten und langfristig erfolgreich zu sein.
Weitere Informationen finden Sie unter synaxon.com und für Presseanfragen wenden Sie sich bitte an presse@synaxon.de.
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