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Gebäudereinigung planen: Das Reinigungsziel muss vor dem Flächenwert stehen

Oldenburg, 9. August 2026. Quadratmeter pro Stunde wirken wie eine eindeutige Kennzahl. Ohne ein beschriebenes Reinigungsziel sagen sie jedoch wenig darüber aus, welche Leistung tatsächlich erbracht werden soll. Julius Harpstedt, Autor des E-Books „Produktivität und Leistungswerte realistisch verbessern“, empfiehlt deshalb eine feste Reihenfolge: zuerst Ergebnis und Tätigkeit klären, danach Fläche, Rahmenbedingungen und Zeitansatz bewerten.

Schon gleich große Räume können einen unterschiedlichen Aufwand haben. Möblierung, Bodenart, Belegung, Laufwege und zugängliche Flächen verändern den Ablauf. Auch die Tätigkeit selbst muss feststehen: Sichtreinigung, vollständige Bearbeitung, punktuelle Entfernung oder periodische Pflegesind nicht austauschbar. Wer nur einen Flächenwert vergleicht, kann unbemerkt verschiedene Leistungsbilder gegenüberstellen.

Am Anfang steht daher die Frage, woran ein ordnungsgemäßes Ergebnis erkennbar sein soll. Ein Reinigungsziel sollte beobachtbar, auf den Raum bezogen und mit dem vereinbarten Turnus vereinbar sein. Unbestimmte Begriffe wie „stets sauber“ oder „bei Bedarf gründlich“ erzeugen Erwartungen, lassen aber offen, was in einem konkreten Durchgang geleistet wird.

Danach folgt die Zerlegung in Raumgruppen und Tätigkeiten. Büro, Sanitärraum, Verkehrsfläche und Besprechungsbereich haben unterschiedliche Nutzungsmuster. Innerhalb einer Gruppe können Ausnahmen bestehen, die gesondert beschrieben werden müssen. Diese Struktur verhindert, dass ein Durchschnittswert die aufwendigen oder sensiblen Bereiche verdeckt.

Erst jetzt kann ein Leistungswert als Planungsannahme dienen. Er muss zum Verfahren, zur Häufigkeit, zu den Arbeitsbedingungen und zum Qualitätsziel passen. Wege, Rüstzeiten, Entsorgung, Materialaufnahme und andere notwendige Bestandteile dürfen nicht unsichtbar bleiben. Welche Zeiten im konkreten Auftrag berücksichtigt werden, ist eine Frage der tatsächlichen Leistungsbeschreibung, nicht einer universellen Branchenzahl.

In der Startphase sollte die Annahme gegen die Praxis geprüft werden. Dabei geht es nicht darum, Beschäftigte auf eine abstrakte Geschwindigkeit festzulegen. Geprüft wird, ob das geplante Verfahren im verfügbaren Zeitfenster reproduzierbar zum vereinbarten Ergebnis führt. Wiederkehrende Abweichungen können auf einen falschen Flächenansatz, störende Rahmenbedingungen, fehlende Einarbeitung oder ein unpassendes Leistungsziel hindeuten.

EineÄnderung des Leistungswerts darf deshalb nicht isoliert erfolgen. Wird die Zeit reduziert, muss sichtbar sein, ob Umfang, Verfahren oder Häufigkeit gleich bleiben. Wird ein höheres Qualitätsziel verlangt, sind die Auswirkungen auf den Prozess zu bewerten. Transparenz entsteht durch die Verbindung dieser Größen, nicht durch eine einzelne möglichst hohe Kennzahl.

Für Ausschreibungen empfiehlt sich eine Annahmenliste. Sie hält fest, auf welchem Flächenstand, welcher Belegung und welchen Zugangsbedingungen die Planung beruht. Werden später andere Bedingungen vorgefunden, lässt sich die Abweichung sachlich zuordnen. Ohne einen solchen Bezug wird aus einem Planwert leicht eine scheinbar verbindliche Vorgabe, obwohl seine Voraussetzungen nie bestätigt wurden.

Der Fachimpuls enthält keine verbindlichen Branchenbenchmarks und verspricht keine Produktivitätssteigerung. Das E-Book von Julius Harpstedt ist unter der ISBN 978-3-565615-35-3 im ePubli-Shop öffentlich gelistet.

Posted by on 9. August 2026.

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Categories: Allgemein

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