FreieÄrzteschaft: Patienten müssen sich auf längere Wartezeiten und mehr Eigenleistungen einstellen

Gravierende Unterfinanzierung der ambulanten Medizin
\“Mittlerweile haben auch Kommunal- und Landespolitiker feststellen müssen, wie unterfinanziert die ambulante Medizin ist. Denn kommunale Medizinische Versorgungszentren (MVZ) tragen sich meist nicht, werden insolvent oder müssen dauerhaft subventioniert werden. Ähnlich verhält es sich mit genossenschaftlichen oder privat betriebenen MVZ, sogar im hausärztlichen Bereich. Und auch von den Kassen selbst geführte ambulante Einrichtungen haben sich bereits vor Jahren überhaupt nicht als wirtschaftlich tragfähig erwiesen!\“stellt Dietrich fest.
\“Dass die Kassen In Anbetracht dessen die Abschaffung der mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz eingeführten Zuschläge für die fachärztliche Versorgung fordern, und zudem den Budgetdeckel in der kinder- und hausärztlichen Versorgung wieder einführen wollen, zeigt, dass die Kassen offenbar nicht rechnen können – oder dass ihnen eine sinnvolle Gesamtfunktion der medizinischen Versorgungsebenen schlichtweg egal ist\“, kritisiert der FÄ-Vorsitzende. Dietrich:\“Das ist das Gegenteil von ambulant vor stationär – das ist teuer und aufwändig, statt zweckmäßig, sparsam und am Patienten orientiert!\“
Digitalisierung ja, aber nicht so!
\“Seit vielen Jahren werden Praxen und Kliniken durch ein von oben aufgezwungenes Telematik-Projekt belastet. Statt die medizinische Tätigkeit durch moderne Technik zu entlasten, werden Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten durch unausgereifte Techniken, störungsanfällige Infrastrukturen, unsichere Zugangswege, Sicherheitslücken und häufige Abstürze des Gesamtsystems belastet\“kritisiert die stellvertretende FÄ- Vorsitzende Dr. Silke Lüder in Hamburg.\“Das angebliche Leuchtturmprojekt Elektronische Patientenakte (ePA) interessiert die Versicherten nicht, sondern führt nur zur Abschaffung der ärztlichen Schweigepflicht zugunsten der Datensammelei für die KI – Firmen\“. Das Milliardenprojekt sei faktisch gescheitert.
Chaotische Vorschläge zur Terminvergabe und zum Notdienst
Auch die fortgesetzte Forderung von Krankenkassen, Arzttermine zwangsweiseüber ein zentrales Internetportal zu steuern, lehnt Dietrich klar ab.\“Die Patienten wollen nicht herumgeschickt werden, sondern zum Arzt und derÄrztin ihres Vertrauens. Wenn Terminvergabe verpflichtend so gemacht wird, sinkt die Zufriedenheit mit unserem Gesundheitswesen garantiert weiter!\“Zentrale Terminvergaben könnten individuellen Behandlungsbedarfen auch selten gerecht werden, denn sowohl die Behandlungsanlässe als auch die Behandlungsspektren der Ärzte seien so unterschiedlich, dass eine anonyme, zentralisierte Planung dem kaum gerecht werden könne.
Ebenso schädlich ist nach Meinung Dietrichs das noch von Ex-Minister Lauterbach vorgeschlagene Konzept eines 24-Stunden-Notdienstes rund um die Uhr. Dafür gebe es weder den Bedarf noch personelle Mittel – im Gegenteil wären zahlreiche Doppelbehandlungen die Folge, weil aus dem Notdienst Patienten dann fortlaufend auf die Regelversorgung verwiesen würden, welcher ihrerseits aber erhebliche ökonomische und personelle Ressourcen entzogen würden.
Grundlegende Reform des GKV-Sachleistungssystems geboten
\“Ich hoffe sehr, dass Frau Ministerin Warken zeitnah grundsätzliche Überlegungen anstellt, um das Gesundheitswesens wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Das bestehende System der Sachleistung ist undemokratisch intransparent und hoffnungslos über reguliert. Angesichts der bestehenden Unterfinanzierung funktioniert es in der ambulanten Medizin nicht mehr! Es nutzt Verwaltungen und Bürokraten bei Krankenkassen und Körperschaften – dient aber in weiten Bereichen nicht mehr der guten Behandlung der gesetzlich Versicherten!\“Dietrich weiter:\“Deshalb werden bis zu einer grundlegenden Reform mehr ambulante Leistungen vom Patienten zu tragen sein. Eine qualitativ hochstehende Sicherstellung gibt es im bestehenden System in weiten Bereichen nicht mehr.\“
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Über die Freie Ärzteschaft e.V.
Die FreieÄrzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf
als freien Beruf verteidigt. Er wurde 2004 gegründet und vertritt
vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene
Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich,
Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei
der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und dieärztliche
Schweigepflicht gewahrt bleibt.
V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, FreieÄrzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
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