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Frankreich bleibt Spitzenreiter bei Insolvenzen in Westeuropa

Frankreich bleibt das Land mit der höchsten
Insolvenzrate in Westeuropa. Trotz wirtschaftlicher Erholung werden
für dieses Jahr immer noch mehr als 51.000 Firmenpleiten in
Deutschlands größtem europäischen Exportmarkt prognostiziert – so
viele wie unmittelbar vor der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise
2008. Das geht aus dem aktuellen Country Report Western Europe des
internationalen Kreditversicherers Atradius hervor. Die zweithöchste
Insolvenzrate in Westeuropa wird in diesem Jahr für Deutschland
vorhergesagt, die dritthöchste für Großbritannien. Insgesamt zeigt
die Analyse der Atradius-Risikoprüfer für 2018 einen Rückgang der
Konkurse in Westeuropa, dies gilt jedoch nicht für alle
Volkswirtschaften. So dürfte in Dänemark und Großbritannien die Zahl
der Firmenpleiten ansteigen.

\“In Frankreich haben die Insolvenzzahlen nach der Finanz- und
Wirtschaftskrise lange stagniert. Zwar hat sich in den letzten zwei
Jahren die Situation wieder verbessert, allerdings ist das Risiko für
Exporteure, bei Geschäften mit französischen Unternehmen einen
Zahlungsausfall zu erleiden, vor allem bei kleinen Abnehmern, nach
wie vor vergleichsweise hoch\“, sagt Dr. Thomas Langen, Senior
Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius.
\“In Großbritannien wirken sich die Unsicherheiten nach der
Brexit-Entscheidung weiter auf die Wirtschaft aus, davon sind
letztlich auch dänische Unternehmen betroffen, für die das Vereinigte
Königreich einer der größten Außenhandelspartner ist.\“

Risiken halten sich trotz guter Wirtschaftsentwicklung

Frankreichs Wirtschaft trat nach der Finanz- und Wirtschaftskrise
mehrere Jahre auf der Stelle, erst 2017 zog die Konjunktur wieder
spürbar an. 2018 wird eine Zunahme des Bruttoinlandprodukts von 1,9 %
erwartet, unterstützt durch mehr Exporte, Steuersenkungen sowie einer
besseren Stimmung unter Konsumenten und Unternehmen. Dies führt zu
einem Rückgang der Insolvenzen in nahezu allen Branchen. Das Land
birgt aber weiterhin Risiken für Lieferanten und Dienstleister, unter
anderem wegen der hohen Unternehmensschulden und wegen der großen
Zahl an neugegründeten und kleinen Firmen. Auf Letztgenannte
entfallen rund neun von zehn Insolvenzen. Sollte die Europäische
Zentralbank die Zinsen erhöhen, könnten sich Zahlungsverzögerungen
und -ausfälle häufen. Aus Sicht von Atradius sind derzeit die
französische Agrar- und Lebensmittelbranche am riskantesten, unter
anderem aufgrund volatiler Rohstoffpreise. Daneben besteht bei
Abnehmern aus dem Textil- und Papierbereich eine hohe Ausfallgefahr.
Unter anderem aufgrund sinkender Margen könnten sich zudem im
Baubereich die Insolvenzen wieder erhöhen.

In Großbritannien ist ein Konjunktureinbruch nach der
Brexit-Entscheidung zwar ausgeblieben, die Unsicherheiten sind jedoch
weiterhin groß. Konsum- und Investitionsstimmung sind in der Folge
des Votums im Juni 2016 weiter gedämpft. Darüber hinaus kühlt sich
der Wohnungsbau ab. Nach der Insolvenz des Baukonzerns Carillion
könnten gehäuft finanzielle Engpässe bei kleineren Baufirmen
auftreten. Neben den Branchen Bau und Baumaterialien weisen auch die
Bereiche Metall, Stahl, Papier und Textilien erhöhte Risiken für
Lieferanten für Forderungsausfälle auf. Nach einem Anstieg der
Insolvenzen 2017 um 3,8 % dürften die Insolvenzen auch in diesem Jahr
zulegen, der Atradius-Prognose zufolge um 4 %. Mit voraussichtlich
15.800 Firmenpleiten hat das Land damit wieder Vorkrisenniveau
erreicht.

Dänemarks Insolvenzrate steigt in diesem Jahr um 2 % an.
Konjunkturell zeigt sich das Land zwar robust dank einer soliden
Inlandsnachfrage und eines 2 % BIP-Wachstums für 2018. Die
Verschuldung privater Haushalte ist jedoch mit durchschnittlich 240 %
des verfügbaren Einkommens weiterhin hoch. Eine restriktivere
Kreditvergabe an Personen mit hohen Verbindlichkeiten soll nun –
insbesondere im Raum Kopenhagen – einer Immobilienblase vorbeugen.
Darüber hinaus wirken sich die Unsicherheiten von Großbritannien auch
auf die dänische Wirtschaft aus, als viertgrößter Außenhandelspartner
ist das Land stark von der ökonomischen Entwicklung der Briten
abhängig.

In anderen westeuropäischen Ländern gehen die Insolvenzzahlen in
unterschiedlichem Maße zurück. Nichtsdestotrotz bleiben zum Teil
erhebliche Risiken für Zahlungsverzögerungen und -ausfälle für
Lieferanten und Dienstleister bestehen. So werden in Italien in
diesem Jahr voraussichtlich 75 % mehr Firmen Insolvenz anmelden
müssen als vor der Krise, in Spanien mehr als 400 %. \“Zudem haben wir
in mehreren Ländern zuletzt eine Zunahme der Großinsolvenzen
beobachtet. Vor diesem Hintergrund bleibt es für exportierende
Unternehmen wichtig, dass sie ihre Forderungen auch in Phasen des
konjunkturellen Aufschwungs durch eine Kreditversicherung schützen.
Nur so können sie ihr Wachstum sicherstellen\“, sagt Dr. Thomas
Langen.

Der Country Report Western Europe von Atradius analysiert die
aktuelle wirtschaftliche Situation von Österreich, Belgien, Dänemark,
Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden, Spanien,
Schweden, der Schweiz und Großbritannien. Sie können den kompletten
Bericht kostenlos im Internet auf www.atradius.de im Menüpunkt
Publikationen herunterladen.

Über Atradius

Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen,
Bürgschaften und Inkassodienstleistungen mit einer strategischen
Präsenz in mehr als 50 Ländern. Die von Atradius angebotenen
Kreditversicherungs-, Bürgschaften- und Inkasso-Produkte schützen
Unternehmen weltweit vor den Ausfallrisiken beim Verkauf von Waren
und Dienstleistungen auf Kredit. Atradius ist Mitglied der Grupo
Catalana Occidente (GCO.MC), einer der größten Versicherer in Spanien
und einer der größten Kreditversicherer der Welt. Weitere
Informationen finden Sie online unter www.atradius.de

Pressekontakt:
Atradius Kreditversicherung

Astrid Goldberg
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0) 221 2044 – 2210
E-Mail: astrid.goldberg@atradius.com

Stefan Deimer
Pressereferent
Telefon: +49 (0) 221 2044 – 2016
E-Mail: stefan.deimer@atradius.com

Original-Content von: Atradius, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 30. Mai 2018.

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Categories: Finanzen, Handel

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