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Facebook verweigert Zugriff – Meminto ermöglicht Account-Vererbung

Es ist amtlich: Eltern haben keinen Anspruch auf Zugang zum Facebook-Account ihres verstorbenen Kindes. Da im vom Berliner Kammergericht entschiedenen Fall eine Revision zugelassen ist, kann sich das noch ändern. Unabhängig davon, wie das Urteil ausfällt, bleibt die Frage: Wie lässt sich ein Zugang zu den Online-Konten ermöglichen, wenn der Besitzer unerwartet verstorben ist und dies nicht explizit verneinte? Eine Lösung auf dieses Problem bietet das junge Startup Meminto aus Mosbach bei Heidelberg.

Meminto kümmert sich um den digitalen Nachlass, der bei jedem Internetnutzer täglich anwächst. Auch wenn dies bei den meisten Benutzern keine Daten von hohem finanziellen Wert sind, verbinden die Nutzer damit doch sehr persönlichen und auch emotionalen Wert – im Falle der 2012 getöteten 15-jährigen könnte deren Kommunikation in dem sozialen Netzwerk tiefere Erkenntnisse in die Hintergründe des Geschehens geben und den Eltern Gewissheit verschaffen. Wie sieht eine mögliche Lösung des Problems aus?

Albert Brückmann, der Gründer hinter Meminto, erklärt die Funktionsweise der Dienstleistung von Meminto wie folgt:

„Nach der Anmeldung, die demnächst über das Smartphone funktionieren wird, stellt der Benutzer sein persönliches soziales Sicherheitsnetzwerk zusammen. Dies besteht meistens aus Freunden oder Familienmitgliedern. Ausgewählte Menschen dieser Gruppe werden zu Vertrauenspersonen erklärt, andere zu Empfängern von möglichen Hinterlassenschaften. Ein zentraler Punkt bei der Verwendung von Meminto ist nun der sogenannte Lifecheck. Meminto prüft darüber aktiv und über mehrere Wege den Lebenszustand seiner Benutzer und gibt die hinterlegten Informationen nur im Falle des Todes frei. Über komplexe Mechanismen wird dabei sichergestellt, dass dieser Prozess nur durch die Zustimmung von mindestens drei Vertrauenspersonen erfolgt – auch wenn unterschiedliche Meinungen vorliegen sollten.“

Hätte die damals 15-jährige einen Service wie Meminto schon genutzt?

„Das ist in der Tat eine wichtige Frage. Wie zielen vor allem auf junge Leute und wollen das Thema in der Generation Y prominent machen. Die meisten Menschen beschäftigen sich aber nicht gerne mit dem Tod. Den digitalen Nachlass haben in der Tat 9 von 10 Menschen noch nicht geregelt – 80% würden es aber gerne, wenn sie wüssten, wie“, so Brückmann.

Jedoch stelle er fest, dass die derzeit stark zunehmende Sensibilisierung Spuren hinterlassen werden: „Den Leuten wird langsam klar, dass sie die Möglichkeit haben, zu entscheiden, wie man sich nach ihrem Leben an sie erinnert. Das ist wie mit geschmückten Grabsteinen oder den Pyramiden der Pharaos: Wir scheinen ein Grundbedürftnis danach zu haben, nicht vergessen werden zu wollen.“

Nicht alle wollen dies. Aber für die, die auch nach ihrem Tod ihren digitalen Nachlass in guten Händen wissen möchten, stellt Meminto in naher Zukunft einen einfach zu bedienende App bereit. Interessenten können sich auf der Website des Startups über die Veröffentlichung und Kosten der Dienstleistung in einem Newsletter informieren lassen.

Posted by on 31. Mai 2017.

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Categories: Medien & Unterhaltung

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