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Erster Kreativwirtschaftsbericht Bodensee: Jeder Zehnte arbeitet in Kreativberufen

 

458.000 Personen (Stand 2015) arbeiten in der Bodenseeregion in der Creative Economy. Das entspricht 9,6 Prozent aller Erwerbstätigen. Die deutschen Regierungsbezirke am Bodensee liegen allesamt unter dem Durchschnitt: Im Regierungsbezirk Tübingen liegt der Anteil der Beschäftigten bei 7,8 Prozent – insgesamt 75.000 Personen. Im Regierungsbezirk Freiburg sind es 7,3 Prozent (85.000 Personen), in Schwaben 7,2 Prozent (68.000 Personen). Das zeigt der erste Kreativwirtschaftsbericht für den Bodenseeraum. Er wurde gemeinsam von der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und der Konstanzer Hochschule Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) erstellt und von der Internationalen Bodensee-Hochschule (IBH) gefördert.

Erfasst wurden für den Kreativwirtschaftsbericht sowohl Erwerbstätigen in Kreativbetrieben, beispielsweise einer Werbeagentur, als auch die Erwerbstätigen in kreativen Berufen außerhalb des Kreativsektors, also etwa ein Grafiker in der Finanzbranche. Spitzenreiter nach Regionen ist Zürich mit einem Anteil von 16,8 Prozent der Beschäftigten, die in der Creative Economy arbeiten. Hinter der Ostschweiz (10,1 %) und Vorarlberg (8,3 %) folgen die deutschen Regierungsbezirke Tübingen, Freiburg und Schwaben mit einem Beschäftigungsanteil von 7,8 bis 7,2 Prozent.

Wichtigster Teilmarkt der Kreativwirtschaft in der Bodenseeregion ist die Softwareindustrie mit einem Anteil von 41,2 Prozent der Beschäftigten vor der Werbewirtschaft (23,5 %), Buch- und Presseverlagen (14,3 %) und der Designwirtschaft (13,8 %). Im Regierungsbezirk Tübingen ist die Softwareindustrie mit 47,3 Prozent der Beschäftigten deutlich überrepräsentiert. In den Regierungsbezirken Freiburg und Schwaben ist hingegen die Werbewirtschaft mit 35,3 beziehungsweise 32,8 Prozent der Beschäftigten am stärksten.

Investitionen schaffen Wirtschaftswachstum
Die StudienautorInnen zeigen auf, dass der Branchenkomplex bislang kaum als eigener Wirtschaftsfaktor betrachtet worden ist. „Die Kreativwirtschaft ist zweifelsohne ein wichtiger Innovationstreiber für die gesamte Bodenseeregion“, ist der Leiter der Geschäftsstelle der Internationalen Bodensee-Hochschule, Prof. Dr. Markus Rhomberg überzeugt. „Investitionen in die Kreativwirtschaft verstärken die Dynamik der Wirtschaftsentwicklung.“

„Der Bericht zeigt, wie verwoben die Kreativwirtschaft mit anderen Branchen in der Bodenseeregion ist“, betont Dr. Frank Speier, Vorsitzender der Kommission Wirtschaft der Internationalen Bodensee Konferenz. Er hält einen „regelmäßigen Dialog zwischen Wirtschaft, den Bildungsverantwortlichen in der Region und der Kreativwirtschaft für notwendig, damit die Politik die Rahmenbedingungen für diesen boomenden Sektor noch besser gestalten kann“. Der Kreativwirtschaftsbericht sei gleichzeitig ein Start für diesen wichtigen Austausch.

Posted by on 10. April 2019.

Categories: Bilder, Vermischtes

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