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EPIsoDE-Studie in JAMA Psychiatry publiziert: Psilocybin zeigt Wirkung bei behandlungsresistenter Depression

 

MIND Foundation unterstützt Wissenstransfer und klinische Professionalisierung im Rahmen einer siebenjährigen Kooperation mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit.

BERLIN / MANNHEIM, 19. März 2026 – 12:15 Uhr

Bei mehr als 30 Prozent der Menschen mit Depressionen wirken verfügbare Medikamente nicht zufriedenstellend. Die jetzt in _JAMA Psychiatry_ veröffentlichten Ergebnisse der EPIsoDE-Studie (\“Efficacy and Safety of Psilocybin in Treatment-Resistant Major Depression\“) liefern weitere Hinweise darauf, dass Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie eine bedeutsame antidepressive Wirkung entfalten kann – auch langfristig. Die Implementierung dieser Therapieform erfordert eine enge Verzahnung von Forschung, klinischer Praxis und Ausbildung.

Ergebnisse der EPIsoDE-Studie: Ein differenzierter Blick

Die von Prof. Dr. med. Gerhard Gründer vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim geleitete Studie untersuchte an insgesamt 144 Patientinnen und Patienten mit behandlungsresistenter Depression in Mannheim (ZI) und Berlin (Charité – Universitätsmedizin Berlin) die Wirksamkeit und Sicherheit von Psilocybin in Kombination mit Kurzzeit-Psychotherapie. Obwohl der primäre Endpunkt – das Ansprechen auf die Therapie sechs Wochen nach der ersten Dosis – statistisch nicht signifikant gegenüber Placebo wurde, zeigen die Daten eine klinisch bedeutsame antidepressive Wirkung:

* Sekundäre Endpunkte: Nach sechs Wochen war die depressive Symptomatik in der 25-mg-Gruppe um durchschnittlich 4,6 Punkte auf der HAMD-Skala stärker reduziert als in der Placebo-Gruppe.
* Langzeitwirkung: Zwölf Wochen nachdem alle Teilnehmenden eine hohe Dosis erhalten hatten, verringerten sich die Symptome über alle Gruppen hinweg deutlich um durchschnittlich 7,5 Punkte.
* Sicherheit: Das Sicherheitsprofil wird insgesamt als gut eingeschätzt, sofern die Behandlung in eine engmaschige psychotherapeutische Vor- und Nachbereitung eingebettet ist.

Sieben Jahre Kooperation: Wissenschaft und gesellschaftlicher Transfer

Seit 2019 verbindet die MIND Foundation und Prof. Dr. med. Gerhard Gründer, Leiter der Abteilung für Molekulares Neuroimaging am ZI, eine enge Partnerschaft. Diese Zusammenarbeit verkörpert die dritte Säule universitärer Arbeit: den Wissens- und Technologietransfer, das gesellschaftliche Engagement und die akademische Weiterbildung.

\“Gemeinsam ist es uns gelungen, Forschungsergebnisse bereits vor Zulassung von Psilocybin in die Versorgung und Ausbildung zuüberführen, um der wachsenden Notlage bei depressiven Erkrankungen zu begegnen\“, so Dr. Henrik Jungaberle, Co-Geschäftsführer der MIND Foundation.

Von der Forschung in die Versorgung: OVID Clinics in Berlin

Ein konkretes Ergebnis dieses Wissenstransfers ist die von Dr. med. Andrea Jungaberle geführte OVID Clinic Berlin. Seit 2021 wurden dort hunderte Patientinnen und Patienten mit psychiatrischer Leitlinien-Medizin sowie – wenn klinisch angezeigt – mit Ketamin-augmentierter Psychotherapie behandelt. Als bislang einzige private Klinik in Europa verfügt OVID außerdem über eine Compassionate Use-Lizenz für die Psilocybin-Behandlung bei therapieresistenter Depression (TRD).

Weiterbildung in Augmentierter Psychotherapie (APT)

Ein Herzstück der Kooperation ist das APT-Weiterbildungsprogramm. Bisher wurden ca. 200 Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen und -therapeuten zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet. Am 7. November 2026 startet die achte Kohorte.

Die Kombination aus neurobiologischen Wirkmechanismen, subjektiver Phänomenologie von Psychedelika und empirischer Psychotherapieforschung könnte eine substanzielle Verschiebung im Umgang mit psychischen Erkrankungen fördern: weg von der Dauermedikation, hin zu einem biopsychosozialen Ansatz, in dem eine pharmakologisch unterstützte Salutogenese langfristige Veränderungsprozesse auslöst.

Ausrichtung der MIND Foundation

Die MIND Foundation fokussiert in den nächsten Jahren auf folgende Schwerpunkte:

* Spezifische Wirkfaktoren: Neben neurobiologischen Prozessen soll die Bedeutung der subjektiven Phänomenologie, verschiedener Kontexte sowie das Zusammenspiel mit Allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie besser verstanden werden, um spezifische Wirkmechanismen der psychedelischen Therapie formulieren zu können.
*Öffentliches Gesundheitssystem: Geführt von Prof. Gründer und unterstützt durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) strebt die MIND Foundation eine Phase-III/HTA-Studie an, um Psilocybin-augmentierte Therapie (PAT) in die Regelerstattung der Krankenkassen zu bringen. Aktiv werden weitere Partner in Finanzierung und Implementierung gesucht.
* Klinische Weiterbildung und eine erweiterte Patient Journey: Wir möchten das APT-Curriculum erweitern und um ein Programm für nicht-klinische Zielgruppen ergänzen, darunter ehemalige PatientInnen. Der Fokus liegt auf lebenslangem Lernen, Schadensminimierung und Salutogenese (einem Prozess von Resilienzentwicklung). Eine geplante prospektive 10-Jahres-Studie soll Daten zu Sicherheit, langfristiger Wirkung und förderlichen Kontexten liefern.

Über die MIND Foundation

Die MIND Foundation ist eine gemeinnützige Wissenschafts- und Bildungsorganisation, die die Integration von Psychedelika in die Therapie und die lebenslange menschliche Entwicklung vorantreibt. MIND forscht, bildet Therapeuten aus und entwickelt evidenzbasierte Rahmenkonzepte für den Einsatz von Psychedelika und kontemplativen Praktiken. Ausgehend vom Konzept einer rationalen\“Kultur des Bewusstseins\“, das in der zeitgenössischen Philosophie des Geistes verwurzelt ist, integriert die Organisation empirische Dritte-Person- und Erste-Person-Perspektiven, letztere in der Tradition der Phänomenologie, um eine verantwortungsvolle Transformation in der psychischen Gesundheitsversorgung zu unterstützen.

Pressekontakte

MIND Foundation

Dr. sc. hum. Henrik Jungaberle

mind-foundation.org| press@mind-foundation.org

fon +49 30 29048829

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI)

Torsten Lauer | presse@zi-mannheim.de

Die Originalpublikation sowie ergänzende Materialien und Informationen finden Sie unter:www.zi-mannheim.de/episode

Aktuelle EPIsoDE Publikation

Mertens LJ, Koslowski M, Betzler F. et al. Efficacy and safety of psilocybin in treatment-resistant major depression: the EPISODE randomized clinical trial. _JAMA Psychiatry._ Published online March 18, 2026.doi: 10.1001/jamapsychiatry.2026.0132

Posted by on 19. März 2026.

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Categories: Allgemein

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