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Energieeffizienz ist keine Schnapsidee

 

KEMPTEN. In großen Kupferkesseln werden Zwetschgen, Birnen oder Himbeeren für feine Destillate eingedampft. Beim Brennprozess in der Allgäu Brennerei entstehen feine Spirituosen. Und ganz nebenbei wird die Abwärme genutzt, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Um darin noch effizienter zu werden, hat sich das Unternehmen Unterstützung durch die Adolf Präg GmbH & Co. KG (Präg) ins Haus geholt: Mit einer Energieeffizienzberatung soll der Gesamtenergieverbrauch weiter optimiert werden. „Als Familienunternehmen denken wir schon seit über 100 Jahren generationenübergreifend, auch mit Blick auf unseren Energieverbrauch. Wenn wir Energie effizient nutzen, stellen wir uns für die Zukunft auf. Denn wir reduzieren gleichzeitig unsere Betriebskosten und Umweltbelastungen“, sagt Stephan Günther, Geschäftsführer der Allgäu Brennerei.

Ganz intensiv hat sich bereits Christian Walther von Präg mit dem Betriebsablauf, dem Energieverbrauch und mit der Entwicklung von geeigneten Maßnahmen in der Brennerei befasst. Der Umweltingenieur ist gelisteter Berater bei der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und berät seit fünf Jahren Unternehmen sowohl im Mittelstand als auch in der Industrie im Bereich Energieeffizienz, seit Sommer bei Präg. Das Energie-Dienstleistungsunternehmen bietet innerhalb des Geschäftsfelds Smarte Energien und E-Mobilität die Beratungen an. Bis zu 80 Prozent Förderung vom Staat können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) für die Inanspruchnahme einer solchen Beratung erhalten.

So geht Effizienz
Für Christian Walther ist nach dem Vor-Ort-Termin klar: „Vieles, was die Allgäu Brennerei im Bereich Energie macht, ist vorbildlich.“ Dazu zählt etwa die Photovoltaikanlage, die seit 2012 in Betrieb ist, die regelmäßige Wartung der Druckluftanlage oder die Nutzung der Abwärme aus dem Brennprozess. Doch auch hier sind Verbesserungen möglich: Den größten Anteil am Energiebedarf der Brennerei beansprucht die Wärmerzeugung. Um die Verluste möglichst gering zu halten, muss die Heizungssteuerung optimiert und weitere Rohrleitungen müssen isoliert werden. „Auch der Stromüberschuss aus der Photovoltaikanlage kann noch besser genutzt werden. Auf diese Weise lässt sich bares Geld sparen, weil der selbst erzeugte Strom günstiger ist als der aus dem Netz Bezogene.“, erläutert Christian Walther.
Gut beraten, besser gefördert
Im Vorfeld zur Besichtigung hatte er bereits die Energiedaten der Brennerei gesichtet. Beim Ortstermin nahm er neben der Brennerei auch die Abfüllung, die Verwaltung, die Logistik und den Verkaufsladen in Augenschein. „Bereits mit geringen Investitionskosten lassen sich große Effekte erzielen“, weiß er. Ein Beispiel: Durch die Isolierung der Zuleitungen für die Heizregister in der Logistikhalle würde bei der Allgäu Brennerei vor allem im Winter weniger Energie entweichen. Diese und weitere Maßnahmen stehen auch im Energieberatungsbericht, den Präg für die Allgäu Brennerei erstellt. In ihm ist sowohl der Gesamtenergiebedarf aufgeführt sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen inklusive einer ausführlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung. Letztere bietet eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Umsetzung: „Wer auf einen Blick erkennt, wie schnell sich eine Maßnahme zur Effizienzverbesserung amortisiert, investiert eher“, schildert Christian Walther. Neben der Effizienzberatung unterstützt Präg auch bei der Umsetzung. Dazu gehört, dass Präg die Förderfähigkeit der Maßnahmen prüft. Denn das BAFA unterstützt Bestrebungen für mehr Energieeffizienz mit Förderungen.

Posted by on 30. Oktober 2019.

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Categories: Bilder, Vermischtes

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