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ELPA organisiert Strategiegipfel zur nächsten großen Herausforderung für das öffentliche Gesundheitswesen

Führende EU- und nationale Politiker, Entscheidungsträger,
Experten, medizinisches Fachpersonal sowie Patientenorganisationen
für Lebererkrankungen trafen sich auf dem ersten europäischen
NAFLD-NASH-Strategiegipfel. Sie riefen zum konkreten Handeln in ganz
Europa zur nächsten großen Herausforderung auf, die sich dem
öffentlichen Gesundheitswesen in den Mitgliedstaaten Europas stellen
wird.

Das Gipfeltreffen wurde von der europäischen Vereinigung von
Leberpatienten ELPA (European Liver Patient Association) in
Partnerschaft mit der EASL (European Association for the Study of the
Liver) organisiert. Die Konferenz wurde im Europaparlament in Brüssel
abgehalten. Gastgeber war Europaparlamentsabgeordneter Alojz Peterle.

Die Teilnehmer befassten sich mit möglichen Maßnahmen, um die
Belastung der Gesundheitssysteme durch NAFLD-NASH und deren
verheerende Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung zu reduzieren.
„Die Ernsthaftigkeit von NAFLD und ihre potenziellen negativen
Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme müssen unbedingt erkannt und
angegangen werden, bevor diese Krankheit sich in ganz Europa zur
Epidemie ausweitet“, sagt Tatjana Reic, Präsidentin der ELPA.

NAFLD (inzwischen die verbreitetste chronische Lebererkrankung in
Europa und den USA) und NASH gelten als Zivilisationskrankheiten. Die
sozioökonomischen Kosten sind noch nicht vollkommen klar. Neuere
Forschungsergebnisse haben ergeben, dass NAFLD-Patienten häufig
übergewichtig oder adipös sind und unter metabolischen Syndromen wie
Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck leiden. NAFLD tritt bei 20 bis 30 %
der Gesamtbevölkerung in Europa auf und wird sich in den nächsten 10
bis 20 Jahren zur Hauptursache für Lebertransplantationen entwickeln.

Für diese Erkrankungen gibt es bisher in der EU noch keine
Richtlinien oder Behandlungspriorität. Strategien für
Lebererkrankungen sind überall in Europa entweder nicht vorhanden
oder werden nicht implementiert. In Anbetracht dieser Tatsachen
betonte Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und
Innovation, wie wichtig es sei, die „Forschungs- und
Innovationsanstrengungen zur Entwicklung eines einfachen,
kostengünstigen und nichtinvasiven Tests zu verstärken“, um den
„Mitgliedstaaten bessere Richtlinien zur Primärversorgung und
wirksameren Behandlung zu bieten“.

„Dieses Gipfeltreffen soll eine ernsthafte Diskussion von NAFLD
anregen, um Strategien für die bevorstehende Herausforderung des
öffentlichen Gesundheitswesens in Europa zu entwickeln“, sagt Tatjana
Reic. „Die EU muss handeln und effektive Strategien zur Früherkennung
und wirksamen Behandlung zusammenstellen. Außerdem müssen in der
gesamten Europäischen Union unbedingt Richtlinien zur Vorbeugung
entwickelt werden.“

Prof. Helena Cortez-Pinto, EU-Beraterin des EASL, erinnerte die
Europaparlamentsabgeordneten an ihre wichtige Rolle bei der
Vorbeugung. Sie wies jedoch darauf hin, dass das Parlament bei der
Debatte der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste
(AVMD-Richtlinie) die seltene Gelegenheit verpasst habe, die
Vermarktung von Junkfood an Minderjährige zu reduzieren. „Adipositas
unter Kindern ist die Seuche des 21. Jahrhunderts, und die
Parlamentsmitglieder hätten die Vermarktung an Minderjährige
einschränken können“, sagt sie. „Leider haben sie sich gegen diesen
Schritt entschieden. Sie sprechen darüber, lassen ihren Worten jedoch
keine Taten folgen.“ Wir werden in den kommenden Jahrzehnten
Milliarden und Abermilliarden von Euro zur Behandlung von Krankheiten
ausgeben müssen, die sich durch einfache Maßnahmen, wie z. B. solche
Marketingeinschränkungen, hätten verhindern lassen. Sie rief die
Abgeordneten und Mitgliedstaaten dazu auf, dies in den
Dreiergesprächen zum Vorschlag zu korrigieren, die im Juni oder Juli
beginnen werden.

„Wir wurden als Mitglieder des Europaparlaments gewählt, um den
Bürgern Europas eine Stimme zu verleihen. Wenn es um die Gesundheit
geht, müssen wir daher gemeinsam für unsere Patienten sprechen und
alles in unserer Macht Stehende tun, um die Herausforderung
NAFLD-NASH in den Mittelpunkt unserer strategischen Anstrengungen zu
stellen“, sagt Parlamentsmitglied Alojz Peterle.

Informationen zu NAFLD-NASH

– Nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) ist die Ansammlung von
überschüssigem Fett in der Leber von Patienten, die nur wenig oder
keinen Alkohol trinken.
– Eine noch ernstere Erkrankung ist die nicht-alkoholische
Steatohepatitis (NASH).

Pressekontakt:
Livia Alimena MSc
Public Affairs Director
pad@elpa.eu
+39-366-6376977. Lana Crnjac
Office and Communication Manager
office@elpa.eu

press@elpa.eu
Rue de la Loi 235
B-1040 Brüssel

Original-Content von: ELPA – European Liver Patients Association, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 31. Mai 2017.

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Categories: Gesundheit & Medizin

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