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Einblicke zur Verarbeitung unmenschlicher Belastungen / Erfolgreiches 12. Symposium\“Hilfe für Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren\“

 

Beim 12. Symposium\“Hilfe für Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren\“, das die Stiftung\“Hilfe für Helfer\“des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) gemeinsam mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Fulda veranstaltete, drehte sich alles um die Besonderheiten der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) in Zivilschutzlagen. 130 Personen aus ganz Deutschland nutzten die Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen und Strategien.

Karl-Heinz Banse, DFV-Präsident und Stiftungsvorsitzender, betonte bei der Eröffnung:\“Es gibt Einsatzlagen, die ganz besondere psychische Belastungen hervorrufen: Etwa, wenn eigene Kräfte bei einem Atemschutznotfall vermisst sind. Das können wir uns alle vorstellen. Unvorstellbar für uns ist, was es im Krieg Russlands gegen die Ukraine leider allzu oft vorkommt: Einsatzkräfte werden durch einen zeitverzögerten Zweitschlag gezielt angegriffen. Ich bin dankbar, dasswir Einblicke erhalten haben, wie diese unmenschlichen Belastungen verarbeitet werden können.\“

BBK-Präsidentin Grit Tüngler bekräftigte vorab die Bedeutung des Themas:\“Die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte hat für das BBK einen hohen Stellenwert. Einsatzkräfte sind das Herzstück unserer Gefahrenabwehr und verdienen bestmögliche Unterstützung. In enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Feuerwehrverband setzen wir uns nachhaltig für die Weiterentwicklung der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte ein. So stärken wir gemeinsam die Resilienz unserer Einsatzkräfte.\“

Themen des 12. Symposiums imÜberblick

– Dr. Frank Conrads (DFV-Bundesbeauftragter für Feuerwehrseelsorge) und Volker Harks (Referent an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung im BBK) gaben einen aktuellen Einblick in das Programm.
– Den Sachstand ein Jahr nach der Gründung des Fachzentrums für Resilienz und Traumaprävention (kurz: FRT) auf Bundesebene stellte Claudia Schedlich, fachliche FRT-Leiterin, vor.
– Wie Notfall- und Einsatzerfahrungen als eine Bildungschance verstanden werden können, trug Prof. Dr. Harald Karutz vor, der die Veränderung von Einsatzkräften durch belastende und potenziell traumatische Ereignisse als\“transformative Lernprozesse\“betrachtete, indem die Menschen an den gesammelten Erfahrungen wachsen und reifen.
– BBK-Referent Mark Overhagen berichtete unter dem Titel\“PSNV-E im Zivilschutz – Ein Wandel!?\“, wie durch eine funktionale Psychosoziale Notfallversorgung von Einsatzkräften im Zivilschutzfall die Gefahrenabwehr und die Funktion der staatlichen Strukturen gesichert wird. Mit seinem Lob,\“das Symposium ist das beste seiner Art in ganz Deutschland\“erntete er zudem große Zustimmung.
– Wie sich bei einem normalen Brandeinsatz eine Mayday-Lage entwickelte, schilderte Marco Reppien (Feuerwehrakademie Hamburg) mit authentischen Eindrücken der beteiligten Kräfte.\“Es war ein besonderes Gefühl, als man mitbekommen hat, dass es ein Lebenszeichen gab\“, so der Referent. Reppien bezeichnete die Einsatznachsorge als einen wichtigen Bestandteil der Aufarbeitung eines kritischen Einsatzes.
-\“Starke Feuerwehren brauchen mehr als Einsatzstärke\“, konstatierte Anna-Katharina Friedrich, Projektleiterin der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, in ihrem Vortrag zu\“Schutz und Prävention im Ehrenamt\“.\“Schutz wird zu einer zentralen Voraussetzung dafür, dass ehrenamtliche Feuerwehren ihre wichtige Rolle langfristig wahrnehmen können\“, so Friedrich. Sie informierte zudem, wie sich Feuerwehren in diesem Bereich durch die Stiftung fördern lassen können.

Erfahrungen aus der Ukraine

Die Erfahrungen von Einsatzkräften, PSNV-Experten und helfenden Händen bildeten den abschließenden Schwerpunkt des Symposiums.\“Das ist kein Krieg, das ist die Hölle\“- unter diesem erschütternd realistischen Titel schilderte Unfallchirurg Bastian Veigel seine Erfahrungen aus drei Hilfseinsätzen im ukrainischen Donbas.\“Man kann sich Krieg nicht vorstellen, das muss man erlebt haben: Nach zwei Schichten konnten wir sagen, welcher Panzer kommt. Das haben wir am Geräusch erkannt\“, berichtete er.\“Was bleibt, sind Freunde, Eindrücke und das Wissen, dass es an allem fehlt: Und Aufhören ist keine Option.\“

PSNV-E-Angebote und Maßnahmen des\“State Emergency Service of Ukraine\“stellten Anastasiia Kuchynska (Leiterin der Abteilung für psychologische Unterstützung und sozialen Schutz im Personalwesen des Staatlichen Dienstes für Notfallsituationen der Ukraine) und Yuliia Sydorenko (Psychologin der Einheit für psychologische Unterstützung des Operationsunterstützungszentrums der Hauptabteilung des Staatlichen Dienstes für Notfallsituationen der Ukraine in der Region Saporischschja) vor. Ihren Vortrag leiteten die beiden Ukrainerinnen mit einem Film ein, der die Schrecken des Krieges deutlich machte. Kuchynska erläuterte den Aufbau der Sozialschutzes und die jeweiligen Aufgabenbereiche. Die Zahlen für die Unterstützung der Kräfte sind stark gestiegen: Von rund 6.500 Einsätzen zur psychologischen Notfallversorgung im Jahr 2024 auf fast schon 40.000 im laufenden Jahr 2026.\“Gründe sind unter anderem der Blackout in Kiew, die extremen Wetterbedingungen mit starker Kälte sowie Wasserknappheit\“, erklärte Anastasiia Kuchynska. Yuliia Sydorenko berichtete von Einsätzen der Psychologen und ihre persönlichen Eindrücke.\“Wir helfen nicht nur durch Worte, sondern auch durch unsere Präsenz\“, fasste sie zusammen.\“Es ist sehr schön, dass Sie uns verstehen und uns beistehen\“, dankten die Referentinnen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Abschließend folgte der Bereich\“Reaktion auf die russische Kriegsführung: Anpassungen bei Feuerwehr und Rettungsdienst\“. Zunächst kam Berufsfeuerwehrmann Nils Thal zu Wort, der seit 2022 immer wieder ehrenamtlich in Charkiw im Feuerwehreinsatz ist und in der Ukraine mittlerweile als Berater für Zivilschutz im Bereich der kriegsbetroffenen kritischen Infrastruktur geführt wird.\“Wir müssen oftmals unsere Feuerwehreinsätze unterbrechen, weil weitere Angriffe erfolgen. Derartige Double Taps sind inzwischen die Regel\“, berichtete er. Thal analysierte die Auswirkungen auf die Psyche, auch aus eigener Erfahrung:\“Es ist ein großes Problem für die Einsatzkräfte, wenn sie nicht tätig werden können.\“

Russland-Experte Andrey Gurkov stellte in einer Videoschalte vor, wie die russische Bevölkerung eingestimmt und vorbereitet werde – von Propaganda bis zur Kindererziehung. Er bezifferte die Zahl der Menschen, die den Krieg Russlands unterstützten, mit 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung. Hier spiele auch die ausgegebene\“Wiederholung des Sieges\“in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg eine Rolle. Oleksandra Matviichuk, die als Gründerin einer ukrainischen Menschenrechtsorganisation 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, war ebenfalls digital zugeschaltet.\“Wir dürfen uns nicht zu Geiseln der Umstände machen lassen. Wir sind Teilnehmer eines historischen Ereignisses, und nur die Würde ermöglicht es normalen Menschen, diesen Kampf auch in unerträglichen Umständen weiterzuführen\“, resümierte sie.

\“Menschen sollen erfahren, dass sie einen Unterschied machen können – auch für die Menschenwürde\“, appellierte DFV-Bundesbeauftragter Dr. Frank Conrads in seinen abschließenden Worten. Die freigegebenen Vorträge werden im Nachgang unter https://www.feuerwehrverband.de/dfv/hfh-vorstellung/hfh-symposien/ online gestellt. Das 13. Symposium der Stiftung\“Hilfe für Helfer\“wird am 13. Mai 2027 in Fulda stattfinden.

Pressekontakt:

Deutscher Feuerwehrverband e. V. (DFV)
Presse- undÖffentlichkeitsarbeit
Silvia Oestreicher
Telefon: 030-28 88 48 823
E-Mail: oestreicher@dfv.org

Facebook: www.facebook.de/112willkommen
feuerwehrverband.de

Original-Contentvon: Deutscher Feuerwehrverband e. V. (DFV),übermittelt durch news aktuell

Posted by on 8. Mai 2026.

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