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„Drohnen-Studie“mit konzeptionellen Schwächen

 

In einer kürzlich vom Umweltbundesamt herausgegebenen Studie sollen „Chancen und Risiken der unbemannten Luftfahrt für Mensch und Umwelt“ bewertet werden. Als Fachverband für die UAS-Industrie begrüßt der UAV DACH die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den möglichen Auswirkungen der unbemannten Luftfahrt auf Mensch und Umwelt. Die vorliegende Studie weist jedoch aus Sicht des UAV DACH wesentliche inhaltliche und konzeptionelle Schwächen auf.

Titel und Fokus stehen nicht im Einklang

Der Titel„Chancen und Risiken der unbemannten Luftfahrt für Mensch und Umwelt“  impliziert eine Betrachtung der unbemannten Luftfahrt insgesamt. Tatsächlich konzentriert sich die Studie nahezu ausschließlich auf die urbane Paketlogistik anhand eines regionalen Modells. Zentrale Anwendungsfelder mit hoher Marktrelevanz bleiben unberücksichtigt. Dazu zählen kommerzielle Anwendungen in den Bereichen Inspektion, Vermessung, Sicherheit, Landwirtschaft, Katastrophenschutz und Krisenbewältigung durch behördliche Anwenderinnen und Anwender. Diese Bereiche stellen heute den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzung dar.

Internationale Realität wird nicht berücksichtigt

Die Studie blendet aus, dass drohnenbasierte Logistik bereits in mehreren Ländern operativ umgesetzt wird. Reale Betriebserfahrungen hätten zur Einordnung der Ergebnisse beitragen können. Erfolgreiche Beispiele sind entsprechende Projekte von Unternehmen wie Zipline, Manna und Amazon Prime Air. Diese Anwendungen zeigen, dass Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz untergeeigneten Rahmenbedingungen erreichbar sind.

Marktrelevanz und Nutzerbasis werden unzureichend abgebildet

In Deutschland sind aktuell rund 1 Million Drohnenbetreiber registriert. In Europa sind es rund 1,6 Millionen Betreiber. Diese Zahlen verdeutlichen die tatsächliche Marktdurchdringung und die gesellschaftliche Relevanz der unbemannten Luftfahrt. Sie werden in der Studie nicht systematisch berücksichtigt.

Fehlende Differenzierung zwischen Drohne und eVTOL

Die Studie trennt nicht klar zwischen unbemannten Luftfahrzeugen für kommerzielle und behördliche Dienstleistungen und eVTOL-Systemen für den Personentransport. Aus Sicht des UAV DACH ist diese Differenzierung jedoch zwingend erforderlich. Der Personentransport stellt eine eigenständige Kategorie der unbemannten Luftfahrt mit eigenen Risiken, Zeithorizonten und Akzeptanzfragen dar.

Zentrale Hürde ist die Luftraumintegration

Die größten Herausforderungen für die Skalierung der kommerziellen unbemannten Luftfahrt stellen weder die Technologie noch der Markt dar. Sie liegt in einer restriktiven Luftraumintegrationspolitik. Zudem fehlt es an einem konsistenten Konzept zur Überwachung, Identifikation und Sanktionierung missbräuchlicher UAS-Nutzung. Der UAV DACH weist seit geraumer Zeit auf die Notwendigkeit hin, durch klare behördliche Zuständigkeiten, ein einheitliches Luftlagebild und eine verpflichtende elektronische Kenntlichmachung (ADS-L) aller Teilnehmenden im unteren Luftraum eine breitere Basisfür eine gleichberechtigte Integration von unbemannten Systemen zu schaffen.

Perspektive der nächsten zehn Jahre

UAV DACH sieht ein Potenzial von europaweit bis zu 100.000 Drohnenflügen täglich innerhalb der nächsten zehn Jahre. Dieses Potenzial liegt nicht durch fehlenden Bedarf oder eine unzureichende Technologie brach. Es sind vermeidbare regulatorische Hürden, die die Nutzung der unbemannten Luftfahrt zum Wohle aller hemmen. 

Insgesamt liefert die Studie daher wichtige Impulse, darf jedoch nicht als Gesamtbewertung der unbemannten Luftfahrt missverstanden werden. Eine anwendungsübergreifende Betrachtung, eine klare Trennung von Systemklassen und die Berücksichtigung internationaler Betriebserfahrungen sind notwendig, um ganzheitliche Schlussfolgerungen ziehen zu können. Der UAV DACH steht für den konstruktiven Dialog mit Politik, Behörden und Wissenschaft zur Verfügung und regt eine vertiefende Folgestudie mit erweitertem Fokus an.

Der UAV DACH ist derälteste und größte europäische Industrieverband für unbemannte Luftfahrt mit Sitz in Berlin und mit über 250 Mitgliedern aus über 10 Ländern.

Seit seiner Gründung im Jahr 2010 engagiert sich der Verband mit seiner Expertise und fachlichen Mitarbeit in zahlreichen nationalen, europäischen und internationalen Gremien und Organisationen

Der UAV DACH vertritt die Interessen kommerzieller Drohnenanwendungen in Europa und verfolgt folgende Ziele:

– Förderung einer wachsenden und wettbewerbsfähigen nationalen und europäischen UAS-Industrie

– Reale Anwendungsfälle durch klare und praxisnahe Regeln ermöglichen

-Öffentliche Akzeptanz durch Sichtbarkeit, Transparenz und Sicherheit stärken

– Missbräuchliche oder illegale Drohnenaktivitäten bekämpfen und sanktionieren

Posted by on 3. Februar 2026.

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Categories: Allgemein

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