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Dokumentarfilm im Ersten: \“Lea Tsemel, Anwältin\“ (FOTO)

 


Jüdische Menschenrechtlerin im Porträt am 10. Juli um 22:45 Uhr im
Ersten

Seit über 50 Jahren führt Israels Siedlungspolitik auf der einen
und die Wei-gerung der Palästinenser Israel als Staat anzuerkennen
auf der anderen Sei-te zu blutigen Auseinandersetzungen. Inmitten
dieses Konflikts und des von Israel beanspruchten Gebiets kämpft die
jüdische Anwältin Lea Tsemel für Gerechtigkeit, Gleichheit,
Vorurteilsfreiheit und die Unschuldsvermutung – auch für die
palästinensische Minderheit. Rachel Leah Jones und Philippe Bellaiche
haben für die israelisch-kanadische Dokumentarfilm \“Lea Tsemel,
Anwältin\“ in Koproduktion mit SWR und NDR die Menschenrechtlerin ein
Jahr lang bei der Verteidigung des 13-jährigen Ahmad begleitet.
Dessen Fall veranschaulicht das Dilemma des nationalen Konflikts. Zu
sehen am Mitt-woch, 10. Juli um 22:45 Uhr in der Reihe Dokumentarfilm
im Ersten.

Im Namen der Gerechtigkeit

Lea Tsemel geht es um den Menschen und seinen Anspruch auf eine
faire Behandlung – egal wer er ist, woher er kommt und was er getan
hat. Die 74-Jährige verteidigt politische Gefange-ne, Feministinnen
und Fundamentalisten, friedliche Demonstranten, bewaffnete Militante
und Kinder, die durch Diskriminierung radikalisiert, von Opfern zu
Tätern werden. Kinder wie der 13-jährige Ahmad, dessen Fall Dreh- und
Angelpunkt der Dokumentation ist. Dem Palästinenser-jungen wird eine
mörderische Messerattacke zur Last gelegt.

Die Menschenrechtsanwältin und ihr schwierigster Fall Die Flure
des Gerichts werden zum Schauplatz. Lea Tsemel tritt nach jedem
Verhandlungstag vor die Presse, in direkter Konfrontation mit dem
Staatsanwalt, während vor dem Gerichtsge-bäude palästinensische
Frauen gegen eine rassistische israelische Justiz demonstrieren. Der
Dokumentarfilm zeigt Tsemel außerdem im Gespräch mit den Angehörigen
und bei der vertrau-lichen Beratung mit ihrem Ko-Verteidiger Tareq
Barghout. Die Zusammentreffen mit Ahmad im Gerichtsgebäude werden
durch Animationen verfremdet, um sein Persönlichkeitsrecht zu
schützen.

Beispielhaft für den Nahostkonflikt: der Fall Ahmad
TV-Archivmaterial aus israelischen Nachrichtensendungen zeigt, wie
beispielhaft für das Drama des Nahostkonflikts beide politischen
Lager den Fall Ahmad für ihre Zwecke instrumentalisieren: Für die
Israelis ist Ahmad ein Terrorist, egal wie jung er ist. Für die
Palästinenser ist er ein will-kommenes Opfer, um die Methoden der
Israelis anzuprangern. Geleakte Bilder einer Überwa-chungskamera
belegen die brutalen Verhörmethoden der israelischen Polizei.

Hintergründe zum Film

\“Lea Tsemel, Anwältin\“ ist eine israelisch-kanadische Produktion
in Koproduktion mit dem SWR und NDR. Die Dokumentarfilmer Rachel Leah
Jones und Philippe Bellaiche haben die Menschenrechtsanwältin über
den Zeitraum eines Jahres be-gleitetet und sowohl privates als auch
historisches Archivmaterial gesammelt. Damit zeichnen sie parallel zu
dem Geschehen um Ahmads Prozess Tsemels privaten und beruflichen
Werdegang nach und stellen die Frage, welchen Preis sie persön-lich
für ihren Kampf um Gerechtigkeit bezahlt. Antworten geben auch ihr
Ehemann und ihre beiden Kinder. Im Januar 2019, kurz nach der
Weltpremiere des Films auf dem Sundance Film Festival, wurde der
Anwalt Tareq Barghout festgenommen. Nach einem Monat
geheimdienstlicher Verhöre, mit Maulkorberlass und Verweige-rung
eines Rechtsbeistands, hat er seine eigenen Plädoyerverhandlungen
eingelei-tet. Er wurde wegen Schießens auf israelische Ziele
angeklagt, wartet aber noch auf das Urteil. Lea Tsemel ist jetzt auch
seine Anwältin.

Sendung:

Ausstrahlung ist am Mittwoch, 10. Juli 2019, um 22:45 Uhr im
Ersten.

Dokumentarfilm im Ersten

Anhand herausragender Biografien greift der Dokumentarfilm im
Ersten relevante und aktuelle gesellschaftliche Diskurse auf, stellt
grundlegende Fragen, ermöglicht vertiefende Einblicke und beleuchtet
kaum sichtbare Hintergründe. Eine weitere SWR Produktionen für den
Dokumentar-film im Ersten stellt am 24. Juli 2019 das Wirken des
berühmtesten Entschädigungsspezialisten der USA, Ken Feinberg, vor
(\“Spielen Sie Gott, Mr. Feinberg?\“). Am 7. August steht Letizia
Bat-taglias Lebenswerk im Fokus. Die italienische Fotografin
dokumentiert seit über 40 Jahren die Verbrechen der Mafia (\“Shooting
the Mafia\“ OT). Jeweils um 22:45 Uhr im Ersten.

Fotos über www.ARD-Foto.de.

Informationen auch hier:
http://swr.li/daserste-dokumentarfilm-lea-tsemel

Pressekontakt: Daniela Kress, daniela.kress@swr.de, Tel.: 07221
929 23800.

Original-Content von: SWR – Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 5. Juni 2019.

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Categories: Bilder, Vermischtes

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