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Die weltweite Ungleichheit in Friedenszeiten hat sich im letzten Jahr verschärft und die am wenigsten friedlichen Länder sind in einer Gewaltspirale gefangen

– Im letzten Jahr herrschte weniger Frieden auf der Welt. Diese
Entwicklung geschah im Zuge des seit zehn Jahren anhaltenden
Zerfalls des Weltfriedens, in erster Linie durch einen wachsenden
Terrorismus und eine höhere politische Instabilität.
– Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Gewalt auf die Weltwirtschaft
beliefen sich auf insgesamt $13,6 Billionen USD bzw. 13,3 % des
globalen BIP; dies ist 11 Mal so hoch wie die auswärtigen
Direktinvestitionen weltweit.
– Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Gewalt im letzten Jahrzehnt
betrugen insgesamt $137 Billionen USD – mehr als das weltweite BIP
2015.
– Die Anzahl der Flüchtlinge und Vertriebenen ist im Laufe des
vergangenen Jahrzehnts dramatisch gestiegen und hat sich zwischen
2007 und 2016 auf etwa 60 Millionen Menschen verdoppelt, fast 1 %
der Weltbevölkerung.
– Island ist das friedlichste Land der Welt, gefolgt von Dänemark und
Österreich.
– Syrien ist das am wenigsten friedliche Land, gefolgt von Südsudan,
Irak, Afghanistan und Somalia.
– Panama, Thailand und Sri Lanka haben sich in Sachen Frieden am
meisten verbessert; der Jemen, die Ukraine und die Türkei haben
sich am meisten verschlechtert.
– In Brasilien ergibt ein 15 %-iger Anstieg der politischen
Instabilität zusammen mit Verschlechterungen bei den Inhaftierungs-
und Polizeiquoten einen besorgniserregenden Trend – und das nur
wenige Monate vor den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Aus der heute veröffentlichten zehnten Auflage des
Weltfriedensindex (Global Peace Index) geht insbesondere eine
tiefgreifende, wachsende weltweite Ungleichheit in Sachen Frieden
hervor. Die Kluft zwischen den friedlichsten und am wenigsten
friedlichen Ländern der Welt wird immer breiter. Die Studie des
internationalen Think-Tanks, dem Institute for Economics and Peace
(http://economicsandpeace.org/) hat ergeben, dass zwar in 81 Ländern
Verbesserungen zu beobachten waren, dass die Verschlechterungen in 79
anderen Ländern diese positiven Entwicklungen aber übertrafen, so
dass der Weltfrieden schneller dahinschwand als noch im Vorjahr.
Nichtsdestotrotz verzeichnen einige der friedlichsten Länder aktuell
jedoch ein bis dato ungekanntes Friedensniveau.

Die Lage im Nahen Osten und Afrika (MENA), der am wenigsten
friedlichen Region im Bericht des letzten Jahres, verschlechterte
sich weiter, da sich regionale Konflikte intensivierten und den
Frieden weltweit in Mitleidenschaft zogen. Die aktuelle Konzentration
von Gewalt und Konflikten in der Region MENA ist so intensiv, dass
der Durchschnittswert des Weltfriedens sich verbessert, wenn man
diese Region isoliert betrachtet. Drei der fünf schwerwiegendsten
Fälle von Friedensverschlechterung fanden in dieser Region statt: im
Jemen, in Libyen und in Bahrain.

Steve Killelea (http://economicsandpeace.org/about-us/our-leadersh
ip/steve-killelea), Gründer und Vorstandsvorsitzender des IEP ,
äußerte sich wie folgt: „Je mehr sich die internen Konflikte in der
Region MENA verschärfen, umso mehr bringen sich externe Parteien ein
und das Potenzial für einen indirekten Krieg bzw.
““Stellvertreterkrieg““ zwischen Nationalstaaten steigt. Dies konnte
bereits in Syrien anhand des Konfliktes zwischen dem Assad-Regime und
mehreren nicht-staatlichen Akteuren beobachtet werden und überträgt
sich jetzt auch auf Länder wie den Jemen. Es besteht ein größer
angelegter Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran und seit
kurzem haben sich sowohl die USA als auch Russland mehr eingebracht.“

Der weltweite Schwund an Frieden 2015 war auf wachsenden
Terrorismus und höhere politische Instabilität zurückzuführen.
Obwohl sich der Großteil der terroristischen Aktivität in hohem Maße
auf fünf Länder konzentriert – Syrien, Irak, Nigeria, Afghanistan und
Pakistan -, breitet sich der Terrorismus immer mehr aus; nur 23 %
aller Länder des Index haben kein terroristisches Ereignis erlebt.
Der Durchschnittswert in Europa, das erneut die friedlichste Region
der Welt war, verschlechterte sich im Bericht diesen Jahres infolge
der Terroranschläge in Paris und Brüssel; die durch Terrorismus
verursachten Todesfälle in Europa haben sich in den letzten fünf
Jahren mehr als verdoppelt.

Die Anzahl der Flüchtlinge und Vertriebenen ist im Laufe des
vergangenen Jahrzehnts dramatisch gestiegen und hat sich zwischen
2007 und 2016 auf etwa 60 Millionen Menschen verdoppelt, fast 1 % der
Weltbevölkerung. Es gibt nunmehr neun Länder, in denen mehr als 10 %
der Bevölkerung auf die eine oder andere Art heimatlos wurden; in
Somalia und dem Südsudan sind es 20 % der Bevölkerung und in Syrien
mehr als 60 %.

Die weltweiten wirtschaftlichen Auswirkungen von Gewalt sanken
zwar im Vergleich zum Vorjahresbericht um 2 %, beliefen sich jedoch
2015 immer noch auf schwindelerregende $13,6 Billionen USD; dies ist
11 Mal so hoch wie die auswärtigen Direktinvestitionen weltweit. Dies
entspricht 13,3 % des weltweiten BIP bzw. $1876 USD pro Person. Die
wirtschaftlichen Auswirkungen von Gewalt in den letzten zehn Jahren
betrugen insgesamt $137 Billionen USD; das ist mehr als das weltweite
BIP 2015.

Steve Killelea bemerkte: „Die zunehmende Internationalisierung
interner Konflikte fiel mit einem historischen Höchststand der Gelder
für UN-Friedensmissionen 2016 zusammen: Dies war der am meisten
verbesserte Indikator im diesjährigen Bericht. Es wurden mehr
Friedenshüter entsandt und mehr Länder kamen Ihren Pflichten in Bezug
auf UN-Friedensmissionen nach. Die Ausgaben für Friedensschaffung und
-wahrung bleiben jedoch weiterhin gering im Vergleich zur den
wirtschaftlichen Auswirkungen von Gewalt und entsprechen nur 2 % der
weltweiten Verluste durch bewaffnete Konflikte.

„Das Angehen der weltweiten Friedensungleichheit und das Erreichen
einer Reduzierung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Gewalt um
insgesamt 10 % würde eine Friedensdividende von $1,36 Billionen USD
ergeben. Dies entspricht etwa dem Umfang der weltweiten
Nahrungsmittelexporte.“

Der Bericht umfasst auch eine Prüfung der verfügbaren Daten zur
Messung von Ziel 16 der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable
Development Goals), der formalen Anerkennung der grundlegenden Rolle,
die Frieden für das Voranschreiten der Entwicklung weltweit spielt,
durch die UN-Mitgliedsstaaten. Daraus geht hervor, dass es zwar
einige bestehende Daten gibt, um Fortschritt zu messen und somit die
Mitgliedsstaaten in Bezug auf die Erreichung ihrer Ziele zur
Verantwortung zu ziehen, dass aber umfangreiche Investitionen
getätigt werden müssen, um die Ziele zu messen.

Der Bericht schließt mit neuen Forschungsergebnissen in Bezug auf
Widerstandskraft und das, was das IEP als ““Positiven Frieden““
bezeichnet: die Haltungen, Institutionen und Strukturen, die Frieden
erhalten. Aus dem Bericht geht hervor, dass im Laufe des letzten
Jahrzehnts in Ländern mit einem geringen Niveau an Positivem Frieden
13 Mal mehr Menschen aufgrund von Naturkatastrophen ums Leben kamen
als in Ländern mit einem hohen Maß an Positivem Frieden.

REGIONALES RANKING + HIGHLIGHTS

Europa stand erneut an der Spitze der friedlichsten Regionen der
Welt. Die größten Verbesserungen seit dem Vorjahr fanden in
Zentralamerika und der Karibik statt, doch auch Südamerika machte
Fortschritte in Bezug auf Friedlichkeit. Der stärkste Rückgang war
in der Region MENA zu verzeichnen, gefolgt von Subsahara-Afrika,
Europa und der Region Asien-Pazifik.

1. Europa belegt sechs der sieben Top-Positionen im Ranking; am
besten schneiden Island, Dänemark und Österreich ab. Portugal
konnte an seinen Erfolg aus dem Vorjahr anknüpfen und verbesserte
sich weltweit um neun Plätze auf Rang fünf. Der Durchschnittswert
in Europa sank jedoch aufgrund der Auswirkungen von Terrorismus
sowie der Gewalteskalation und Instabilität in der Türkei sowie
den sich verschlechternden Beziehungen des Landes zu seinen
Nachbarn.
2. Der Wert von Nordamerika entsprach dem GPI 2015. In Kanada war ein
leichter Rückgang aufgrund erhöhter Waffenimporte und -exporte zu
beobachten, der jedoch durch eine vergleichbare Verbesserung in
den USA aufgefangen wurde.
3. Das Friedensniveau in der Region Asien-Pazifikblieb im Vergleich
zu 2015 weitgehend unverändert, doch eine Reihe von Ländern, u.a.
Indonesien, Timor-Leste, Myanmar und Thailand konnten sich
verbessern. Zunehmende Spannungen im Südchinesischen Meer haben
die Außenbeziehungen zwischen den drei am stärksten betroffenen
Nationen in Mitleidenschaft gezogen: China, Vietnam und die
Philippinen.
4. Trotz anhaltender Sicherheitsprobleme in Zentralamerika und der
Karibik verbesserte sich der Wert der Region genug, um Südamerika
im Ranking zu überholen und insgesamt den vierten Platz zu
belegen. Insbesondere in den Bereichen politische Instabilität
und politischer Terror wurden Verbesserungen beobachtet. Am
besten schnitt Costa Rica ab, das sich u.a. durch seine geringe
Militarisierungsquote auszeichnet.
5. Südamerika fiel angesichts der beträchtlichen Verbesserungen in
Zentralamerika und der Karibik zurück, verzeichnete aber dennoch
eine Verbesserung in Bezug auf seinen Gesamtwert im Vergleich zu
2015. Dies war auf weniger internationale Konflikte und eine
geringere Militarisierung zurückzuführen, die wiederum auf
weitgehend friedliche Beziehungen zwischen Nachbarländern
aufbauen. In Venezuela und Brasilien waren jedoch beträchtliche
soziale Unruhen zu beobachten. Die politische Instabilität in
Brasilien erhöhte sich nur wenige Monate vor Beginn der
Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.
6. Der durchschnittliche Rückfall von Subsahara-Afrika verdeckt
starke Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Chad,
Mauretanien und Niger konnten die Beziehungen zu ihren
Nachbarländern verbessern, während die Gefahr, die von
islamistischen Terrorgruppen ausgeht, weiterhin viele Länder in
der Sahel und in Westafrika belastet.
7. Russland und Eurasien bleibt weiterhin die am drittwenigsten
friedliche Region. Die größten Verbesserungen waren in
Weißrussland, Kasachstan und Usbekistan zu beobachten, die
markantesten Verschlechterungen in der Ukraine, aufgrund des
anhaltenden Konfliktes mit pro-russischen Separatistenkräften in
der Region Donbass.
8. Südasien ist weiterhin die am zweitwenigsten friedliche Region.
Afghanistan, Nepal, Bangladesch und Indien haben sich
verschlechtert, während sich Bhutan, Sri Lanka und Pakistan in
geringem Umfang verbessern konnten. Die internen
Sicherheitsbedenken stiegen in Bangladesch und Nepal aufgrund von
Anti-Regierungsprotesten an. Afghanistan verzeichnete im letzten
Jahr einen Wiederanstieg an Gewalt aufgrund einer Reihe von
Auseinandersetzungen zwischen Regierungs- und Taliban-Kräften und
einem möglichen Neuaufstieg von Al-Qaida nach dem Rückzug der
Koalitionskräfte in 2014.
9. Die Region MENA, die bereits im GPI 2015 den letzten Platz
belegte, verzeichnete in diesem Jahr den stärksten
Friedensrückgang, da sich der Bürgerkrieg in Syrien und dem Jemen
zuspitzte und zu erhöhten externen Eingriffen führte. Der Jemen,
dessen langjährige politische Krise sich Anfang 2015 zu einem
echten Bürgerkrieg auswuchs, verzeichnete einen tiefen Fall; dies
war zurückzuführen auf die wachsende Zahl der Kriegsopfer, einem
starken Anstieg der Anzahl an Flüchtlingen und internen
Vertriebenen sowie einem höheren Maß an Terroranschlägen seitens
Al-Qaida und ISIL.

Weitere Informationen finden Sie auf
http://www.visionofhumanity.org.

REDAKTIONELLE HINWEISE

Den GPI-Bericht, Videos sowie interaktive Karten finden Sie auf:
http://www.visionofhumanity.org

Twitter: https://twitter.com/GlobPeaceIndex (#GPI2016)

Facebook: http://www.facebook.com/globalpeaceindex

Über den Global Peace Index (GPI)

Die ist die zehnte Auflage des GPI, des weltweit führenden
Maßstabes für Weltfrieden, erstellt vom Institute for Economics and
Peace (http://economicsandpeace.org/about-us) (IEP). Er misst anhand
von 23 Einzelindikatoren andauernde inländische und internationale
Konflikte, die Sicherheit und den Schutz in der Gesellschaft sowie
den Militarisierungsgrad in 163 Ländern und Gebieten. Der Bericht zum
zehnten Jubiläum stellt die bis dato umfassendste Analyse der Trends
in Bezug auf Frieden und Gewalt im Laufe des vergangenen Jahrzehntes
dar. In der Ausgabe von 2016 ist erstmals auch Palästina enthalten;
sie verfügt somit über eine noch größere Reichweite als zuvor.

Über das Institute for Economics and Peace

Das IEP ist ein internationaler, unabhängiger Think-Tank zur
Verlagerung des Weltblicks auf Frieden als ein positives,
erreichbares und reales Maß für das menschliche Wohlergehen und den
Fortschritt.

Internationale Kontakte

Hill + Knowlton Strategies:

Metin Parlak

Metin.Parlak@hkstrategies.com

+44-20-7413-3771

Danielle Mathews

Danielle.Mathews@hkstrategies.com

+44-20-7413-3432

Posted by on 8. Juni 2016.

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Categories: Vermischtes

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