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Die Familienstiftung als Element im Employer Branding

Das Basler Forschungsinstitut Prognos hat im vergangenen Jahren Zahlen veröffentlicht, die Anlass zum Nachdenken geben: Bis 2030 könnten in Deutschland drei Millionen Fachkräfte fehlen. Für das Jahr 2040 errechneten die Forscher einen Mangel von 3,3 Millionen Fachkräften. Daher ist es ein zentrales Bedürfnis für Unternehmer, gut ausgebildete Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und langfristig weiterzuentwickeln.

Geld alleine ist heute kein nachhaltig zielführender Anreiz mehr. Die ab 1980 Geborenen lassen sich durch monetäre Anreize kaum noch locken. Das belegen zahlreiche Studien. Für sie stellt sich eher die Frage der Sinnerfüllung als die der Gehaltsmaximierung – und zwar in allen Branchen. \“Es erscheint daher als äußerst wichtig, eine Führungs- und Arbeitskultur zu etablieren, die sich am gemeinsamen Ziel des Unternehmens und der Bedürfnisse der Mitarbeiter ausrichtet. Daraus entsteht der übergeordnete Unternehmenswert ?Sinn\’\’\’\‘, der eine bestimmte Kultur definiert und daher auch bestimmte Werte vermittelt\“, sagt Thorsten Klinkner, Stiftungsexperte aus Meerbusch bei Düsseldorf. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Rechtsanwalts- und Steuerberatungsgesellschaft UnternehmerKompositionen (www.unternehmerkompositionen.com) und berät und begleitet gemeinsam mit seinem Team Familienunternehmer und Investoren vorrangig bei der Gründung von Familienstiftungen.

Immer mehr Unternehmen seien bestrebt, diese neuen Unternehmenswerte einzuführen und langfristig zu verankern. Gerade in inhabergeführten Unternehmen sei dies zu beobachten, weiß Klinkner aus der Praxis. Doch was passiert bei Wechsel auf der Ebene der Geschäftsführer-Gesellschafter, etwa im Rahmen der familiären Nachfolgeregelung oder durch die Einbindung eines Fremdmanagements? Kann diese etablierte Kultur dann noch beibehalten und weiterentwickelt werden oder kommt sie schnell auf den Prüfstand? \“Tritt dieser Fall ein, kann es das aufgebaute Vertrauen gerade bei den hochqualifizierten Mitarbeitern schnell schädigen und für eine Abwanderung sorgen. Das gilt es natürlich zu verhindern, weshalb strategisch denkende Familienunternehmer den Nutzen der privatnützigen Stiftung erkannt haben. Durch dieses Instrument schaffen sie eine zukunftsorientierte Eigentümerstruktur.\“

Wie das funktioniert? Die Stiftung übernimmt die Eigentümerschaft über ein Vermögen und sichert die Vermögenssubstanz innerhalb einer individuell stimmigen Struktur langfristig. Das Vermögen wird verselbstständigt unter dem eigentümerlosen Dach der Familienstiftung, denn eine Stiftung gehört nur sich selbst, an ihr bestehen keine vermögenswerten Mitgliedschafts- und Beteiligungsrechte. Über allem steht die Stiftungssatzung, in der die Leitlinien des unternehmerischen Handels festgeschrieben sind. \“Das bedeutet, dass auch nach dem Ausscheiden des Eigentümers deren Nachfolger oder ein Fremdmanagement gegen den Willen des Stifters nicht an diesen Leitlinien rütteln können. Sinnstiftende Unternehmenswerte, das Wesentliche, kannn auf diese Weise verankert und für die nachfolgenden Generationen im Unternehmen erhalten werden\“, sagt Thorsten Klinkner. Der Stiftungsvorstand kontrolliert, dass die Geschäftsführung der stiftungsverbundenen Unternehmen die Vorgaben tatsächlich fortführt und damit im Sinne des Stifters agiert; aber er ist nicht für das alltägliche Business verantwortlich. Die operativ handelnden Personen behalten ihre Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit.

Aufgrund der auf Langfristigkeit angelegten Struktur der Stiftung führt ein solcher Ansatz Thorsten Klinkner zufolge zu einer stabilen Verankerung der einmal entwickelten und etablierten Werte. Damit wird die Stiftung zu einem wesentlichen Instrument für die nachhaltige Fortführung und Entwicklung einer auf Werten und Sinnstiftung basierenden Unternehmenskultur. Das wiederum führt zu einem stark gestiegenen Employer Branding.

Posted by on 10. Dezember 2018.

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