Diabetes und Wundheilung: Prof. Dr. Markus Masin zu glykemischen Zielbereichen vor Eingriffen

Diabetes und seine Auswirkungen auf die Wundheilung
Diabetes mellitus beeinträchtigt die Wundheilung auf mehreren Ebenen. Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte führen zur Glykierung von Proteinen, was die Funktionsfähigkeit von Kollagen und anderen strukturellen Komponenten beeinträchtigt. Die Immunfunktion leidet unter anhaltender Hyperglykämie: Neutrophile und Makrophagen arbeiten weniger effektiv, Bakterien können sich leichter ansiedeln.
Die diabetische Mikroangiopathie schädigt kleine Blutgefäße und beeinträchtigt die Durchblutung des Gewebes. Sauerstoff und Nährstoffe gelangen schlechter zur Wunde, Stoffwechselprodukte werden langsamer abtransportiert. Die diabetische Neuropathie reduziert das Schmerzempfinden, wodurch Verletzungen oft spät bemerktwerden.
Bei operativen Eingriffen potenzieren sich diese Risiken. Der perioperative Stress erhöht die Stresshormone Kortisol und Adrenalin, die ihrerseits den Blutzucker steigern. Nüchternheit vor der Operation, veränderte Medikamenteneinnahme und postoperative Schmerzen erschweren die Stoffwechselkontrolle zusätzlich.
Der HbA1c-Wert spiegelt die durchschnittliche Blutzuckereinstellung der letzten acht bis zwölf Wochen wider. Werte über 7,5 Prozent sind mit einem deutlich erhöhten Komplikationsrisiko verbunden. Ideal wäre ein präoperativer HbA1c unter 7 Prozent, bei geplanten Eingriffen sollte dieser Zielwert angestrebt werden, wie Markus Masin betont.
Präoperative Optimierung durch Prof. Dr. Markus Masin
Die Vorbereitung beginnt idealerweise mehrere Wochen vor dem geplanten Eingriff. Prof. Dr. Markus Masin legt großen Wert auf eine strukturierte Herangehensweise, die alle relevanten Aspekte berücksichtigt. Das Assessment umfasst mehrere Komponenten.
Zunächst erfolgt die Medikamentenanamnese. Welche Antidiabetika nimmt der Patient ein? Wie sind die Dosierungen? Treten Hypoglykämien auf? Manche Medikamente müssen perioperativ pausiert werden. Metformin wird häufig 48 Stunden vor Eingriffen mit Kontrastmittelgabe oder größeren Operationen abgesetzt. SGLT-2-Hemmer sollten einige Tage vorher pausiert werden, um eine diabetische Ketoazidose zu vermeiden. Diese Anpassungen werden ärztlich angeordnet; Masin übergibt konsiliarische Protokolle zur Umsetzung.
Insulin-Regime werden individuell angepasst. Langwirksame Basalinsuline laufen in der Regel weiter, kurzwirksame Bolusinsuline werden entsprechend der reduzierten Nahrungsaufnahme angepasst. Bei Insulinpumpen-Trägern sind spezielle Protokolle notwendig. Die konkrete Anordnung erfolgt durch die behandelnden Ärzte; Masin koordiniert den Ablauf.
Ernährungsplanung vor dem Eingriff
Die Ernährungsplanung ist ein weiterer wichtiger Baustein. Markus Masin empfiehlt konsiliarisch eine proteinbetonte Kost, die den erhöhten Bedarf vor und nach dem Eingriff deckt. Kohlenhydrate sollten nicht pauschal vermieden, aber qualitativ hochwertig und zeitlich passend eingesetzt werden. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse liefern Kohlenhydrate mit niedrigem glykemischen Index und stabilisieren den Blutzucker besser als Weißmehlprodukte.
Die Kohlenhydratverteilung sollte gleichmäßig über den Tag erfolgen. Drei Hauptmahlzeiten und zwei bis drei Zwischenmahlzeiten verhindern starke Blutzuckerschwankungen. Vor dem Eingriff kann eine kohlenhydratarme Trinknahrung bis zwei Stunden vor der Narkose gegeben werden. Dies verbessert das postoperative Outcome.
Glykemische Zielwerte perioperativ
Während des Eingriffs und in den ersten postoperativen Tagen gelten engere Zielbereiche. Der Blutzucker sollte zwischen 140 und 180 mg/dl liegen. Werte über 180 mg/dl erhöhen das Infektionsrisiko, Werte unter 100 mg/dl bergen Hypoglykämie-Gefahr.
DieÜberwachung erfolgt durch regelmäßige Blutzuckermessungen, initial stündlich, später alle zwei bis vier Stunden. Bei instabilen Werten kann eine intravenöse Insulintherapie notwendig werden. Diese ermöglicht eine sehr präzise Steuerung und lässt sich schnell anpassen, wieProf. Dr. Markus Masin erläutert. Anpassungen werden durch die behandelnden Ärzte verordnet; Masin koordiniert die Durchführung und Dokumentation.
Postoperativ sollte der Kostaufbau zügig erfolgen, sobald die Darmfunktion wieder einsetzt. Protein und Energie sind jetzt besonders wichtig. Trinknahrungen können den Übergang erleichtern, bis wieder normal gegessen werden kann. Markus Masin empfiehlt 1,2 bis 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht, bei großen Wunden auch mehr.
Mikronährstoffe bei Diabetes
Diabetiker haben häufig suboptimale Spiegel bestimmter Mikronährstoffe. Vitamin D ist oft erniedrigt, ebenso Magnesium. Metformin senkt die Vitamin-B12-Aufnahme, was bei langjähriger Einnahme zu Mangel führen kann. Zink unterstützt sowohl die Insulinwirkung als auch die Wundheilung.
Eine laborgestützte Diagnostik identifiziert Mängel, die dann gezielt supplementiert werden. Die Dosierungen und die Dauer richten sich nach den Ausgangswerten und dem klinischen Verlauf.
Postoperative Nachsorge und Komplikationsprävention
Die ersten Tage nach dem Eingriff sind kritisch. Schmerzen,Übelkeit und veränderter Appetit erschweren die Blutzuckerkontrolle. Gleichzeitig steigt durch die Wunde und mögliche Entzündungen der Insulinbedarf. Eine engmaschige Überwachung ist notwendig.
Typische postoperative Komplikationen bei Diabetikern:
Infektionen:
Wundinfektionen treten häufiger auf
Harnwegsinfekte durch Katheter
Pneumonien bei längerer Immobilisation
Sepsis bei schweren Verläufen
Stoffwechselentgleisungen:
Hyperglykämie durch Stress und Entzündung
Hypoglykämie durch reduzierte Nahrungsaufnahme
Ketoazidose bei absolutem Insulinmangel
Hyperosmolares Koma bei extremer Hyperglykämie
Die Früherkennung dieser Komplikationen entscheidet über den Verlauf. Fieber, steigende Entzündungswerte, zunehmende Schmerzen oder verändertes Wundsekret sind Warnzeichen. Therapieänderungen ordnen die behandelnden Ärzte an; Masin übermittelt konsiliarische Handlungsempfehlungen.
Telemedizinische Nachsorge durch Markus Masin aus Altenberge
Nach Krankenhausentlassung erfolgt die weitere Betreuung oft ambulant. Telemedizinische Kontrollen ermöglichen eine zeitnahe Überprüfung der Blutzuckerwerte, der Wundheilung und des Allgemeinzustands. Markus Masin aus Altenberge koordiniert diese Nachsorge und stimmt sich mit den behandelnden Ärzten ab. Auffälligkeiten werden mit konsiliarischen Empfehlungen an die behandelnden Ärztinnen/Ärzte übergeben, die die Anordnungen treffen.
Patientenübermitteln ihre Blutzuckerwerte, Fotos der Wunde und Angaben zu ihrem Befinden und zur Nahrungsaufnahme. Bei Auffälligkeiten erfolgt eine kurzfristige Anpassung der Therapie. Dieses System verhindert viele Notfälle und Wiedereinweisungen.
Die Medikation wird schrittweise an die neue Situation angepasst – durch die behandelndenÄrzte; während der Heilungsphase kann der Insulinbedarf schwanken. Manche Patienten benötigen vorübergehend mehr Insulin, andere können nach erfolgreicher Heilung die Dosis reduzieren.
Langfristige Perspektive und strukturierte Protokolle
Die perioperative Phase bietet eine Chance für langfristige Verbesserungen. Viele Patienten sind durch den Eingriff motiviert, ihre Blutzuckereinstellung zu optimieren. Prof. Dr. Markus Masin, promovierter Medizinwissenschaftler und Professor für Ernährungsmedizin sowie Diabetologie, nutzt diese Gelegenheit für Schulungen und Beratungen.
Realistische Ziele sind wichtig. Ein HbA1c von 6 Prozent ist nicht für jeden Patienten sinnvoll oder erreichbar. Bei älteren multimorbiden Menschen können auch Werte zwischen 7 und 8 Prozent akzeptabel sein. Entscheidend ist die Individualität.
Die strukturierten Protokolle und Messwerte, die während des perioperativen Managements erhoben werden, sind für Kostenträger transparent. Sie zeigen den Aufwand und den Nutzen der intensivierten Betreuung. Kürzere Liegezeiten, weniger Komplikationen und bessere Langzeitergebnisse rechtfertigen den initialen Mehraufwand.
Als Direktor des Medical Institute for Nutrition Science and Technology (MINST) (https://minst.lv/) in Riga und Vorstand der Deutschen Stiftung gegen krankheitsbedingte Mangelernährung in Münster bringt Markus Masin umfassende Expertise in die konsiliarische Beratung ein, während die behandelnden Fachärzte die ärztlichen Leistungen wie Diagnostik, Aufklärung und Verordnungen erbringen.
Categories: Allgemein
No Responses Yet
You must be logged in to post a comment.