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Dem kulturellen Erbe verpflichtet: Wittelsbacher Ausgleichsfonds mit Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet

Wittelsbacher Ausgleichsfonds erhält
Denkmalschutzmedaille vom Bayerischen Staatsministerium für
Wissenschaft und Kunst

– Sanierung und Restaurierung der Votivkapelle in Berg vollständig
abgeschlossen – Wand- und Deckenmalereien umfangreich
wiederhergestellt und konserviert
– Besucher können die Gedächtniskapelle von König Ludwig II.
jährlich von April bis Oktober besichtigen

Am Donnerstagvormittag hat der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF)
die Denkmalschutzmedaille des Bayerischen Staatsministeriums für
Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
erhalten. \“Wir schätzen die Auszeichnung, die für den Auftrag des WAF
steht, das ihm anvertraute kulturelle Erbe des Hauses Wittelsbach zu
bewahren und zu erhalten\“, sagt Michael Kuemmerle, Vorsitzender der
Geschäftsführung des Wittelsbacher Ausgleichsfonds. \“Die kürzlich
abgeschlossenen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten an der
Votivkapelle in Berg sind ein mustergültiges Beispiel für Kunst- und
Bauwerkerhalt im Sinne des Denkmalschutzes\“, erklärt Andreas von
Majewski, Leiter der Inventarverwaltung des WAF anlässlich der
feierlichen Übergabe.

Feuchtigkeit hatte sich in den vergangenen rund 120 Jahren im
Mauerwerk der zu Ehren des Königs Ludwig II. errichteten
Gedächtniskapelle angesammelt und Wand- und Deckenmalereien im
Inneren beschädigt. \“Bedingt wird die hohe Feuchtigkeit im Inneren
vor allem durch Undichtigkeiten im Bauwerk, das vorherrschende Klima
und die Lage der Votivkapelle: Nahe des Ufers am Starnberger See
erbaut, steht die Kapelle umgeben von zahlreichen Bäumen, die
Schatten werfen und nach Schlagregen das Trocknen der Mauern
erschweren. Dennoch ist der ursprünglich gewählte Naturstein sehr
geeignet für Standort und Klimaverhältnisse: Er ist dicht und nimmt
wenig Wasser auf\“, erklärt Martin Spaenle, leitender Architekt vom
Architekturbüro Spaenle in München.

Um weitere Schäden zu vermeiden, hat der WAF bereits 2012 den
selbstständigen Restaurator Klaus Klarner aus München mit der
Schadensbegutachtung beauftragt. \“Im ersten Schritt haben wir die
Ursachen ermittelt und ein umfassendes Konzept erstellt. Dabei hat
der Auftraggeber die nötige Zeit gegeben, um Überlegungen anzustellen
und die optimalen Optionen für die Konservierung zu eruieren\“,
erläutert Klaus Klarner, der die restauratorische Projektleitung
innehat.

Ursachenbekämpfung als erste Maßnahme

Ein erfahrenes Team von rund 35 Restauratoren, Steinmetzen und
anderen Handwerkern, Architekten sowie ein Bauchemiker und ein
Statiker haben in den vergangenen vier Jahren die von Prinzregent
Luitpold von Bayern 1896 in Auftrag gegebene Gedächtniskapelle
restauriert. Sie haben unter anderem das Anfang des 20. Jahrhunderts
ergänzte Blechdach repariert und abgedichtet sowie die filigranen
Verfugungen der Fassade wiederhergestellt, die durch die
Witterungseinflüsse spröde geworden waren. Auch defekte Gläser an den
Fenstern haben die Experten ausgetauscht und die Portale repariert,
um der Schadensursache Feuchtigkeit entgegen zu wirken. In allen
Fällen wurde bei den Materialien mit größter Sorgfalt auf deren
Eignung zur Verwendung im historischen Baubestand geachtet.

Den größten Teil der Arbeiten machte die Sanierung der Malereien
im Inneren der Kapelle aus. Feuchtigkeit hatte Putz und Farbaufträge
von den Wänden gelöst. Klarner: \“Da es sich um verschiedene Mal- und
Fasstechniken handelt – mineralische, öl- und leimhaltige sowie
Goldauflagen – haben wir unterschiedliche Bindemittel eingesetzt, die
mit den jeweiligen Stoffen funktionieren, um Oberflächen zu reinigen,
Putz und Malschicht zu sichern, zu festigen und Fehlstellen zu
ergänzen. Restaurieren heißt nicht neu machen, sondern Bestand
erhalten. Fehlstellen haben wir daher zurückhaltend ergänzt, damit
die optische Wirkung der Malerei vom Standpunkt des Betrachters aus
wiederhergestellt ist, die Spuren der Alterung gleichzeitig aber
nicht ausgelöscht wurden.\“

Bewahren im Sinne des Denkmalschutzes steht im Vordergrund

Dabei erfolgten die Arbeiten stets in engem Austausch mit dem
Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. \“In der heutigen Zeit lassen
sich durch technische Möglichkeiten vielfältig Mängel an Gebäuden
beseitigen. Doch nicht jede dieser Möglichkeiten ist nachhaltig im
Sinne des Denkmalschutzes und Substanzerhalts. Die Votivkapelle hat
ihre Vergangenheit und Geschichte. Diese müssen erhalten werden.
Daher haben wir uns bei der Auswahl der Materialien am Gebäude
orientiert und mithilfe eines Bauchemikers wissenschaftlich prüfen
lassen, welche Werkstoffe langfristig geeignet sind. Wichtig war
dabei, dass das Gebäude quasi atmen kann\“, sagt Restaurator Klarner,
der früher auch für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege tätig
war.

Trotz der langjährigen Erfahrung war die Votivkapelle vor allem
technisch eine Herausforderung für das Restauratorenteam. Sie liegt
in einem Waldstück, das nicht befahren werden kann. Zumal würde der
Natursteinboden schweren Maschinen wie Hebebühnen nicht Stand halten.
Einen Stromanschluss gibt es ebenfalls nicht. Spaenle: \“Außerdem ist
das Gebäude sehr hoch, es misst von außen 32 Meter und ist nur im
Erdgeschoss begehbar. Innen liegt der Kuppelscheitel bei 22 Metern
Höhe ohne Aufstiegsmöglichkeiten, weshalb ausschließlich mit Gerüsten
gearbeitet werden musste. Herauszufinden, was dem weiterhin nicht
elektrifizierten Gebäude gut tut und was – bei aller technologischen
Finesse – besser unterlassen wird, war hierbei das Besondere.\“

Seit Kurzem sind die letzten Arbeiten, wie das Anbringen eines
Vogelschutzes am Portal, abgeschlossen. Dennoch wird es weiterhin ein
Monitoring geben, das klimatische Messungen durchführt und auswertet,
um auch in der Zukunft den optimalen Erhalt dieses Memorialbaus zu
gewährleisten. Besucher können die Votivkapelle jährlich von April
bis einschließlich Oktober besichtigen.

Über den Wittelsbacher Ausgleichsfonds

Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) ist eine Stiftung des
öffentlichen Rechts. Der Stiftungszweck des WAF ist, das ihm
anvertraute kulturelle Erbe des Hauses Wittelsbach zu bewahren und
das Stiftungsvermögen zu verwalten. Zu den Stiftungsbereichen gehören
Immobilien, Land- und Forstwirtschaft, Finanzanlagen sowie Kunst,
Schlösser und Museen.

Pressekontakt:
SCRIVO Public Relations
Ansprechpartnerin: Anastasia Husser
Elvirastraße 4, Rgb.
D-80636 München
T +49 (0)89.45 23 508-14
F +49 (0)89.45 23 508 20
anastasia.husser@scrivo-pr.de
www.scrivo-pr.de

Original-Content von: Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF), übermittelt durch news aktuell

Posted by on 28. Juni 2018.

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Categories: Vermischtes

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