Deloitte Geoeconomic Dynamics Index / Geopolitik spaltet wirtschaftliche Integration / K-förmige Globalisierung verändert die Weltwirtschaft

– Geopolitik lässt Handel und Investitionen stocken – Level der Globalisierung fällt auf den niedrigsten Stand seit über zwanzig Jahren.
– Dynamiken gehen zwischen Regionen auseinander: Länder des Globalen Südens integrieren sich stärker, im Westen sinkt das Level der Integration
– EU reagiert mit stärkerer Integration im Binnenmarkt und Diversifizierung mit neuen internationalen Partnern
Die wirtschaftliche Integration befindet sich weltweit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und sicherheitspolitische Prioritäten prägen zunehmend Handelsströme, Investitionen und internationale Kooperationen. Zu diesem Ergebnis kommt der Deloitte Geoeconomic Dynamics Index 2026, der anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht wird.
Der Index analysiert die wirtschaftlichen und geopolitischen Verflechtungen von 249 Ländern und Regionen entlang von Handel, Investitionen, Finanzströmen und geopolitischer Ausrichtung. Die zentrale Erkenntnis: Die Phase einer wachsenden Globalisierung getrieben durch den Westen ist zumindest vorerst beendet. Stattdessen entwickelt sich eine K-förmige Globalisierung, in derLänder sich in entgegengesetzte Richtungen entwickeln. Während Volkswirtschaften im Globalen Süden ihre wirtschaftlichen und geopolitischen Verflechtungen ausbauen, verlieren westliche Länder an Integration. Die Globalisierung verläuft damit nicht mehr einheitlich, sondern fragmentiert – mit neuen Integrationszentren auf der einen und zunehmender Fragmentierung auf der anderen Seite.
\“Die globale Wirtschaft steht an einem Wendepunkt. Geopolitik, Sicherheit undÖkonomie konvergieren und definieren Handel, Investitionen und Wachstum neu\“, erklärt Volker Krug, CEO Deloitte Deutschland.\“Effizienz allein reicht nicht mehr; Diversifizierung und geopolitische Kompetenz werden entscheidend. Unser Geoeconomic Dynamics Index liefert die faktenbasierte Grundlage, um neue Wachstumsachsen zu identifizieren, Risiken früh zu erkennen und notwendige Entscheidungen in einer stärker fragmentierten Welt zu treffen.\“
Dr. Alexander Börsch, Chefvolkswirt Deloitte Deutschland, ergänzt:\“Wir sehen eine strukturelle Neuordnung der Globalisierung. Geopolitische Spannungen belasten zunehmend Handel und Investitionen, während die wirtschaftliche Integration zunehmend der geopolitischen Orientierung von Ländern folgt. Dadurch entstehen neue Allianzen und grundlegende Verschiebungen von Investitions- und Handelsströmen. Diese Neuausrichtung markiert einen strukturellen Bruch mit der Entwicklung der Globalisierung in den vergangenen Jahrzehnte.\“
Globaler Süden gewinnt an Dynamik – Westen verliert an Integration
Der Index zeigt, dass angeführt von China, Länder des Globalen Südens – darunter Indien, Saudi-Arabien, Vietnam und die Vereinigten Arabischen Emirate – ihre wirtschaftlichen und geopolitischen Verbindungen untereinander deutlich stärken. Dagegen verlieren viele westliche Volkswirtschaften an Integrationsdynamik.Treiber dieser Entwicklung sind steigende Zölle und sinkende geopolitische Übereinstimmung sowie eine wachsende Zahl an Sanktionen und Desintegration von China.
Europa im strategischen Umbau
Europa nimmt in dieser Entwicklung eine besondere Rolle ein. Als offenste und exportabhängigste unter den großen Wirtschaftsregionen ist der Kontinent besonders anfällig für geoökonomische Fragmentierung. Zwischen der US-Handelspolitik und der strategischen Diversifizierung von China steht der Kontinent zunehmend unter Druck. Allerdings zeigt der Index erste Anzeichen einer strategischen Neuausrichtung: Seit 2021 sind Handel und Investitionen innerhalb Europas deutlich gestiegen, während Europa seine wirtschaftlichen Beziehungen zu neuen Partnern in Asien, dem Nahen Osten und Ozeanien ausgebaut hat.
\“Europa ist besonders exponiert und reagiert mit einer Doppelstrategie: mehr Integration im Binnenmarkt und mehr Diversifizierung nach außen\“, kommentiert Volker Krug.\“Unsere Analysen zeigen, dass dadurch Wachstum möglich ist. Allerdings wird entscheidend sein, dass sowohl Wirtschaft als auch Politik diese Potentiale aktiv ausschöpft.\“
Alexander Börsch betont:\“Diversifizierung ist keine Option mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Unternehmen müssen Kapital, Lieferketten und Marktstrategien systematisch und nach geoökonomischen Gesichtspunkten neu ausrichten. Der Deloitte Geoeconomic Dynamics Index zeigt, welche wirtschaftlichen Korridore an Bedeutung gewinnen, welche Verbindungen an Tragfähigkeit verlieren – und wo jetzt strategisches Handeln gefragt ist.\“
Über den Deloitte Geoeconomic Dynamics Index
Der Index misst die Tiefe und Entwicklung wirtschaftlicher und geopolitischer Verflechtungen von 249 Ländern und Regionen anhand von 38 Indikatoren in fünf Dimensionen, darunter Handel, Finanzintegration und geopolitische Ausrichtung. Die Analyse basiert auf mehr als 60 Millionen Datenpunkten. Für Europa wurden die EU plus Großbritannien, Schweiz und Norwegen betrachtet.
Über Deloitte
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Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited (DTTL), ihr weltweites Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und ihre verbundenen Unternehmen (zusammen die\“Deloitte-Organisation\“). DTTL (auch\“Deloitte Global\“genannt) und jedes ihrer Mitgliedsunternehmen sowie ihre verbundenen Unternehmen sind rechtlich selbstständige und unabhängige Unternehmen, die sich gegenüber Dritten nicht gegenseitig verpflichten oder binden können. DTTL, jedes DTTL-Mitgliedsunternehmen und verbundene Unternehmen haften nur für ihre eigenen Handlungen und Unterlassungen und nicht für die der anderen. DTTL erbringtselbst keine Leistungen gegenüber Kunden. Weitere Informationen finden Sie unter www.deloitte.com/de/UeberUns.
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